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Das doppelte Ich (Leben ... und mehr)
Romane & Erzählungen
Geschrieben von Christian Schuh   

E x p o s é :

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Eigentlich ist Friedhelm Kallheim glücklich, hat alles, was man sich nur erträumen kann. Liebe, Freundschaft und beruflichen Erfolg. Trotzdem will der 35-jährige Journalist dem Alltag entfliehen, beschließt für sechs Monate in die USA zu gehen und mit seinem Fahrrad den Kontinent zu durchqueren. Er will frei und unbeschwert sein: Schon bald muss er feststellen, dass die Menschen in den USA meinen, ihn zu kennen. Er findet in einem Hotelzimmer einen Zettel mit seiner Handschrift, den er nie zuvor in Händen gehalten hat. Und dann liegt eines seiner T-Shirts im Straßengraben. Ist es ein Duplikat? Als er schon aufgeben will, das Rätsel zu lösen, steht sein Doppelgänger ihm gegenüber. Was soll es bedeuten, dass dieser ihm die lang ersehnte absolute Freiheit schenken will?

L e s e p r o b e :

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

 

  

  

  

  

  

  

  

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 


  

  

     

  

  

  

  

  

  

  

 

  

  

 

  

  

  

  

  

  

  

  

 

  

  

  


  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

 

  

    

  

  

  

  

 

 


 1
Ich weiß nicht, wie ich in San Francisco überleben soll: ohne Pass, ohne Geld und ohne Bleibe. Ich trage noch immer mein Radlerdress, kurze Hose, blaues T-Shirt, weiße Socken und Turnschuhe. Ansonsten besitze ich nur noch mein Tagebuch, einen Kugelschreiber und den Gebetszettel von Jack und Ada.
Bin ich wirklich über 10.000 Kilometer durch die USA geradelt? War er wirklich hier? Jetzt ist er fort. Vielleicht seit einer halben Stunde.
Obwohl er? Das war ich.
Ich muss alles aufschreiben, der Reihe nach, damit ich begreifen und nachvollziehen kann, was eigentlich geschehen ist.
Ich will, dass alles ein Traum ist. Immer noch! Obwohl ich weiß, dass es keiner sein kann!
Wenn ich mir durch die halblangen Haare fahre, spüre ich, dass sie vorhanden sind. Aber kann ich mir sicher sein, das sie dunkelblond sind?
Ich habe keinen Spiegel.

2
Die meisten Menschen haben mich immer für einen selbstbewussten und fröhlichen Zeitgenossen gehalten. Jene, die mich besser kannten, wussten, dass da auch immer etwas in mir war, das gezweifelt hat: War es die Suche nach der Leichtigkeit des Seins? War es Fernweh? Oder war ich bloß ein Jammerlappen, der sich dem Weltschmerz hingab? Wie auch immer, etwas bohrte in mir und krächzte nervtötend nach „mehr Leben“.
Wollte ich Jochen - auf Probe - verlassen?
Nein. Und doch.
Wichtig ist, ich war keineswegs unglücklich! Es ging mir nicht schlecht. Im Gegenteil: Eine funktionierende Beziehung, eine fürsorgliche Familie, beruflicher Erfolg in einem interessanten Job und überall und wohin ich auch kam, war ich gern gesehen. Nicht zuletzt war ich finanziell abgesichert in bezahlter Eigentumswohnung.
Es ging mir also eigentlich gut. Eigentlich.
Irgendwann muss die Idee da gewesen sein. Wobei ich glaube, dass ich sie zunächst nicht wirklich ernst genommen habe. Wie auch immer, immer häufiger überlegte ich, wie es wohl wäre, wenn ich quer durch die USA radeln würde. Ich hatte erst ein halbes Jahr zuvor mit dem Rauchen aufgehört und das Radfahren für mich neu entdeckt.
In meiner qualmenden Zeit, ja bis zu meinem Aufbruch, hatte ich kaum eine Tagestour, geschweige denn eine mehrtägige Radreise unternommen.
Aber (davon bin ich schon immer überzeugt gewesen): wer will, der kann. Es würde mir gelingen, mal eben mehrere tausend Kilometer durch Amerika zu radeln! Auch wenn man mich für jemanden hält, der genau das tut, was er sagt, nahm man mich verständlicherweise bei diesen Überlegungen nicht sonderlich ernst.
An einem Tag Mitte März schaffte ich Tatsachen ohne das mir wirklich klar war, auf was ich mich da einließ. Morgens kaufte ich ein Fahrrad und mittags das Flugticket für die USA: hin und zurück. Am Nachmittag saß ich mit einer guten Freundin vor einem Kölner Bistro in der ersten Sonne des Jahres. Wir tranken Milchkaffee, plauderten und blickten immer wieder zu meinem neuen Rad.
Der Drahtesel müsse einen Namen haben, erklärte ich ihr und entgegnete ihrem spöttischen Blick, sie kenne mich doch gut genug, ich sei nicht der Typ Mensch, der alles benennen müsse! Aber mit dem Fahrrad sei das etwas anderes, denn ich würde mit ihm ja über Monate allein sein.
„Wirklich ein kräftiges und schönes gelb, außerdem ist das Rad ja irgendwie klein ...“
„Ein 26er und melonefarben.“
Nachdem ich die letzte Silbe dieses Kommentars ausgesprochen hatte, war der Name „Malone“ in meinem Kopf, sogar in der Schreibung: „Es ist die englisch-deutsche Mischung aus Melone und Al Capone. In dem Wort steckt die Farbe drin, außerdem ist das Rad klein wie der Mafiaboss.“
Wir schwiegen kurz, dann ergänzte ich den Namen zu „Mister Malone“.
„Wann geht’s los?“
„In zwei Wochen. Ich gebe zu, das ist kurzfristig und dafür sind meine Planungen und Vorbereitungen noch recht diffus und mickrig.“
„Warum fliegst du ausgerechnet nach Savannah?“
„Weil ich keinen Flug nach Jacksonsville oder Daytona Beach bekommen habe. Es sollte der Südwesten sein. Im April dürfte es da schon recht warm sein, außerdem kann ich mich von dort weiter in Richtung Golf von Mexiko halten und die Appalachen umfahren.“

3
Jochen hatte geweint. Nicht nur am Flughafen in Düsseldorf.
Vielleicht hatte ich nur ein einziges Mal seine Tränen sehen wollen?
Ich weiß, dass ich ihn in den Arm genommen habe. Immer wieder. Es muss so sein, doch ich kann mich nicht erinnern. Es war gebucht und nicht mehr zu ändern. Wenn ich hätte ahnen können, dass ich ihn nie wieder sehen würde, hätte ich dann das Ticket auf der Stelle zerrissen?
Es spielt keine Rolle.
Ich wollte weiter, einmal in meinem Leben, immer weiter fahren und nicht mehr zurückschauen: Egal, wohin der Weg auch führt.
Ich flog über den Atlantik. Ohne ihn oder irgendwen.
Wer stundenlang wortlos in einem Flugzeug sitzt, weiß bald nichts mehr zu sagen und muss selbst auf die Frage nach der Uhrzeit wenigstens kurz überlegen. Zu dem ist ein Räuspern notwendig. Auch bei meinem Zwischenstopp in New York sprach ich kaum ein Wort und so war es mir irgendwann schier unmöglich, eine Frage zu stellen.
So brachte ich in Newark geraume Zeit damit zu, eine weiche Papp-Telefonkarte in den Schlitz immer wieder anderer öffentlicher Fernsprecher zu stecken.
Es war niemand da, der über mich lachte. Es säuselten Lautsprecher, Reklame blinkte, es roch nach Pizza, Popcorn und Crepes – immer wieder wurde alles durch das laute Starten eines Flugzeuges zerrissen. Jederzeit konnte mich jemand ansprechen. Auf englisch.
Erst nach einer viertel Stunde fühlte ich mich in der Lage, die Sprachlosigkeit zu durchbrechen und zu fragen, warum die Karte nicht funktioniere. Ich solle sie nicht in den Schlitz stecken, sondern einfach nur die aufgedruckte Pin Nummer vorwählen.
Ich erreichte den Anrufbeantworter zu Hause, vertraute dem Band an, dass ich pünktlich angekommen sei und log, es ginge mir gut. Wie erklärt man einem Bandgerät, dass es einem „gar nicht geht“, dass man sich wie in dumpfer Trance fühlt und ängstlich besorgt ist, dass niemand die große Luftblase platzen lässt, in die man sich geflüchtet hat?
Ich schob mich mit der Menge durch die Zollschranken und wurde völlig überrascht von den freundlichen Worten des Mannes bei der Einreise-Kontrolle. Alle hatten mir geraten, verhalte dich bloß ruhig, denn die Einreise in die USA sei „Horror mäßig“. Immer sei man unfreundlichen Fragen ausgesetzt und werde angegiftet.
Mein Kontrolleur war höflich und freundlich gewesen; lächelnd hatte er mir einen angenehmen Aufenthalt in den USA gewünscht.
Es dauerte nur wenige Augenblicke und einige Schritte bis mich ein etwa 30-jähriger, geschniegelter Mann in schwarzem Anzug ansprach. Er gab mir ein Bilderbüchlein, das nicht größer als zwei Streichholzschachteln war. Es hatte jeweils zwei Abbildungen auf insgesamt 16 Seiten. Für Grundschüler wurde da beschrieben, wie das mit der Sünde, dem Tod, der Auferstehung und vor allem der Rettung der Seele sei. Ich dachte wirklich, das Heftlein sei für Grundschüler, doch wie man mir später versicherte, war es deshalb mit Bildern und kleinen Comics versehen, weil es in den USA so viele Analphabeten gibt.
Zeitgleich versuchte ich immer wieder, alle Bilder und Geräusche auf dem Flughafen zu ordnen, so prallte die frohe Botschaft des Priesters an mir ab. Er schob seine Nickelbrille zu recht, sprach ebenso deutlich wie standhaft freundlich. Nach dem dritten Versuch schien er endlich zu bemerken, wie wenig aufmerksam ich war. Sein konnte.
Ich fand den Warteraum für meinen Flug nach Savannah, konnte durch eine große Glasfront einen Blick auf die Skyline von Manhattan werfen. Ich war enttäuscht. Der Schrumpfungsprozess Manhattans war nach nur wenigen Kilometern dermaßen fortgeschritten, dass alles nur wie eine kleine Gruppe verlorener Hochhäuser wirkte. Die Wolkenkratzer schienen in dem Gewirr von Vorstädten nur verlassene, graue Miniriesen zu sein; in gewisser Weise glichen sie dem Bauklotzarrangement meines Neffen. Jedoch war Manhattan bei weitem nicht so bunt wie dessen Kreationen.
Außerdem rauchten zwei der grauen Bauriesen. Ein Feuer!
Der deutsche Journalist spekulierte: Hochhausbrand, Ausnahmezustand und Versicherungsbetrug! Oder, wie wär’s mit: Industriebrand und „Die Bevölkerung wird gebeten, die Fenster und Türen geschlossen zu halten!“
In dem Flughafen-Wartesaal war an diesem Montag anscheinend außer mir niemand von dem Feuer beeindruckt.
Auf den aneinander geschweißten Sitzen kämpften die Fluggäste mit ihrem Handgepäck, das zum Teil größer als sie selbst war. Viele wussten offensichtlich nicht mehr, wie sie sich noch auf den Plastiksitzen drapieren sollten. Ich steckte mit meinem Handgepäck ein Revier ab, einige Reisende blätterten in Zeitschriften, andere saugten mit Strohhalmen ihre Cola aus großen Bechern. Vielleicht stärkten sie sich so gegen die Lähmung, die in Wartehallen wohnt. Mit jeder Minute wird es schwerer, irgendetwas zu tun, solange, bis es unmöglich scheint, sich bewegen zu können.
Aufschrecken kann dann nur noch die Ankündigung des Fluges. Niemand wird je wissen, ob er letztendlich Minuten, Stunden oder Tage in der Wartehalle verbracht hat.

4
Nichts ist, wie es ist, sondern es ist so, wie man es sieht. Man ordnet gegebenenfalls eine Begebenheit je nach dem – heute oder vor vier Monaten – anders ein. Ich bin überzeugt, dass ich seinerzeit meinen ersten kurzen Kontakt am Flughafen von Savannah komisch fand, dass ich schmunzelte und vor mich hin orakelte: Ein Fremder unter Fremden in der Fremde.
Als ich Mr. Malone von all dem Plastik, dem Papier und der Kordel befreit hatte, stand plötzlich ein junger Mann neben mir.  
„Das ist aber ein klasse Fahrrad.“
Ehe ich etwas erwidern konnte, fragte er auch schon, woher ich denn käme und wohin ich denn fahren wolle? Ich gab ihm bereitwillig Auskunft und er half mir dabei, meine Packtaschen auf das Fahrrad zu laden. Die große, blaue Plastiktasche, in der ich meine vier Satteltaschen verstaut hatte, warf ich mit dem Verpackungsmaterial weg. Es war nur unnötiger Ballast. Für die Rückreise würde mir schon etwas einfallen.
Als ich das Flughafengebäude verließ, stand ich der Dunkelheit gegenüber: Der junge, braungebrannte Mann in Shorts und buntem Hemd musste mir gefolgt sein. Er versprach mir nun, mit seinem Wagen ein Stück vorauszufahren. So würde er mir den Weg zu meinem Hotel zeigen.
Ich bedankte mich herzlich und erklärte, dass ich sehr angenehm überrascht sei von der Hilfsbereitschaft der Amerikaner.
Er sei Australier, grinste er.

5
Es war das, was ich gewollt hatte. Sogar noch mehr. Ich stand allein auf der dunklen Straße. Doch es blieb berechenbar; ich war nicht gefährdet, dass ich mich also in der Wüste ohne Wasser und in Radlershorts, T-Shirt und Turnschuhen bekleidet vorfand, nein, es war einfach nur dunkel, ich wusste eine Richtung, die mehr der Australier gezeigt hatte, ahnte aber weder die Entfernung noch ob ich überhaupt auf dieser Straße fahren durfte. Es war ein Highway, der möglicherweise wie deutsche Kraftfahrzeugstraßen für Räder nicht zugelassen war. Zu dem hoppelte Mr. Malone anstatt ruhig auf dem Asphalt zu rollen. Keine Ahnung, warum. Trotzdem fuhr ich erst mal weiter.
Ich wusste, dass mir nichts passieren konnte; schlimmstenfalls musste ich diese Nacht am Straßenrand verbringen. Doch wem hat schon jemals eine durchwachte Nacht wirklich geschadet?
Es war ja mein Ziel gewesen, Grenzen zu spüren, ausgeliefert und nicht mehr behütet von Alltag, Familie und Freunden zu sein. Schon Jahre zuvor hatte ich überlegt, rund um das Mittelmeer zu wandern. Doch ich hatte offensichtlich Zeit benötigt, hatte die Arbeitswelt kennen lernen müssen, ehe ich wirklich bereit und in der Lage war, auf zu brechen.
Ich hielt den hoppelnden Mr. Malone an, zog ihn mit Taschen von der Straße und betrachtete das Fahrrad. Ich sah keinen Fehler und schob den Drahtesel wieder zurück auf die Straße. Es blieb dabei, das Rad bewegte sich ständig auf und ab.
Ich bin nicht nur fatalistisch sondern auch dämlich: Ich habe schon gehofft, dass ein Radio selbst dann zu hören ist, wenn der Lautsprecher gar nicht über Kabel angeschlossen ist.
Es ist mir schleierhaft, woher ich meine unbeirrbare Zuversicht nehme, dass immer alles gut werden wird. Warum glaubte ich, dass mein Fahrrad nicht kaputt gehen könnte? Nur so ist es zu erklären, dass ich keinen Pannenkurs absolvierte und mich überhaupt nicht mit der Radtechnik beschäftigt hatte.

6
Ich war erleichtert, als ich endlich das Motel gefunden hatte, und entsetzt, als ich die Tür zu dem Zimmer öffnete. Die Tapete war mit grün-bräunlichen Ranken verziert, das Doppelbett war mit einer geblümten Tagesdecke überworfen und vor dem Fenster hing eine weiße Spitzengardine.
Mich rettete die Müdigkeit. Ich zog mich aus, ließ mich ins Bett fallen und schlief sofort ein.
Da es kein Frühstück in dem Motel gab, musste ein kleiner Rest Schokolade reichen, um mich zehn Kilometer weiter in die Innenstadt von Savannah zu bringen. Mr. Malone hoppelte noch immer, doch ohne Gepäck war das Auf und Ab nicht ganz so heftig. Die Straße schien endlos gerade zu sein. Da das Auge in ebener Landschaft nicht mehr als etwa drei Kilometer überblicken kann, darf sich die Straße danach wieder unbemerkt so viel winden wie sie möchte; wir sehen es nicht mehr, sie bleibt also unendlich gerade.
Abwechslung bot an dieser Strecke nur hin und wieder ein Briefkasten oder ein Haus, das zwischen den Bäumen hervorlugte. Ich hielt an, als ich den Briefkasten mit der Nummer 4711 entdeckte. Es war das erste Motiv, das ich in den USA fotografierte. Dass eben dieser Briefkasten mich einige Tage später aus der Bahn werfen sollte, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht.
An diesem Morgen war ich voller Ungeduld, radelte nach dem Fotostopp schnell weiter: Zunächst wollte ich frühstücken, mich dann um das Fahrrad kümmern und schließlich zu Hause anrufen.
Das Wichtigste, das Telefonieren, gelang nicht. So habe ich Savannah nicht die Aufmerksamkeit geschenkt, die diese Stadt wohl verdient hat. Ich streifte an den alten Villen und Veranden vorbei, lief mehrfach entlang der River Street und beobachtete den Schaufelraddampfer am Kai. Ich hastete über das alte Kopfsteinpflaster an zahlreichen Bars und Cafés vorbei. Dabei hielt ich die ganze Zeit Ausschau nach einem Telefon, versuchte an jeder Zelle erneut mein Glück. Erfolglos. Auch für die kurze Fußgängerzone nahm ich mir nicht genügend Zeit. Dort war moderne Kunst aufgestellt. In einem Zookäfig, dessen Gitterstäbe golden gesprüht waren, hatte man außen und innen Gebrauchsgegenstände aller Art befestigt. Das reichte vom Staubsauger, einen alten Computer und einem Plattenspieler bis hin zur Mikrowelle. Auch diese Gegenstände waren alle vergoldet. Jeder konnte in diesen Käfig gehen und mit den Objekten hantieren. Außer Kindern nutzte jedoch niemand diese Chance und berührte, begriff die Kunst des Alltags.
Ich überlegte kurz, ob ich an diesem sonnigen Tag mit einem der auf historisch getrimmten Busse durch die Alleen der Stadt fahren sollte. Ich entschied mich dagegen, sondern ging genervt, traurig und verbissen weiter von einer Telefonzelle zur nächsten.
Einmal musste es mir doch gelingen.
Am Vortag hatte ich nur den Anrufbeantworter erreicht, heute war immer besetzt.
Den, den ich verlassen hatte, erreichte ich nicht. Das konnte nicht sein, durfte nicht der Wahrheit entsprechen.
Ja, ich wollte weg, ich hatte Fernweh und war jetzt endlich auf Reisen, aber ich wollte trotzdem, bitte, jetzt und sofort mit ihm sprechen.
Es war völlig egal, was er sagen oder ich erzählen würde.
Er sollte mir sagen, dass er an mich denkt und mich vermisst. Wie ich ihn.
Ich konnte nicht denken, kaum sehen und hören, ich fühlte nur diese schnelle Tuten als Nadelstiche. Savannah wird immer die Stadt des Besetztzeichens sein. Kein Kontakt.
Doch ich musste es weiter versuchen.
Ich weiß nicht mehr, worüber wir sprachen, als ich ihn tags darauf endlich erreichte. Ich hatte keine Ahnung, wobei ich ihn störte oder was er hätte sagen oder tun sollen. Händchen halten über all die Kilometer?
Es war seine Stimme. Ja. Hatte er trotzig alles Zärtliche aus ihr entfernt?
Wie auch immer, in dem Moment des Telefonats war ich wieder absolut sicher. Ich bin nicht einsam. Nie gewesen. Allein sein ist eines, aber das Gefühl der Verlassenheit, der Einsamkeit kannte ich damals nicht.
Das lag nicht nur an ihm, sondern vor allem an meinen Eltern. Ich wusste, dass, wenn mir etwas passieren würde, sie zwei Stunden später hier sein würden. Ich weiß, dass man niemals von Köln binnen zwei Stunden in Amerika sein kann! Doch sie hatten mir immer das Gefühl gegeben, nein die Gewissheit, dass sie es schaffen würden!

7
Ich hatte meine Luftpumpe irgendwo liegen gelassen, konnte mir aber am nächsten Morgen keine neue besorgen, da der Fahrradladen, in dem ich zwei neue Mäntel gekauft hatte, noch geschlossen war. Ich wollte, konnte nicht warten, meine Radreise sollte endlich beginnen.
Es war simple Ungeduld und Unvernunft.
Die Fahrt war mit Sicherheit lang und eintönig, was man aber selbstverständlich am ersten Tag einer solchen Reise niemals so empfinden kann. Alles erscheint neu und noch nie erlebt. Ich dachte, selbst das Fahrradfahren sei eine göttliche Gabe, etwas noch nie da Gewesenes.
Wenige Wochen später sind mir jedoch nur noch die Mobile Homes in Erinnerung geblieben. Entlang des Highways 17 gibt es anscheinend unzählige Händler, die diese Behausungen verkaufen. Ein Mobile- oder Trailerhome ist weder Wohnwagen noch Haus. Die Wände sehen aus, als wären sie aus verkanteten Paneelen zusammen gezimmert, die Dächer scheinen aus Wellblech gearbeitet zu sein und die Fenster sind weder richtig groß noch ausgesprochen klein. Diese Unterkünfte können in ein, zwei oder mehr Teilen transportiert werden. Wie ein Blechkuchen sind sie längsseits aufgeschnitten, die „offenen Seiten“ werden fein säuberlich mit riesigen Planen abgedeckt. Als übergroße Fracht können die Behausungen dann auf Reisen gehen.
Irgendwann sah ich auch den direkten Vergleich von neu und gebraucht, mindestens zwanzig Jahre schätzte ich das bewohnte Model.
„Dann ist es wohl kaum älter als zehn Jahre gewesen“, meinte John, mit dem ich am Nachmittag im Motel in Midway ins Gespräch gekommen war und der wie ein Wasserfall erzählte, über die Deutschen, über Georgia und eben diese Mobile Homes, nach denen ich ihn gefragt hatte. „Diese Dinger sind einfach, billig und schrecklich. Man kauft sich ein Stück Land und setzt seinen Trailer drauf. Ein richtiges Haus aus Stein wie in Deutschland oder zumindest aus Holz ist mir persönlich lieber.“
Der etwa 40-jährige Mann spreizte die Finger seiner rechten Hand und fuhr sich durch sein kurzes, dunkelblondes Haar. Als er auf mich zukam, hatte ich bemerkt, dass er den linken Fuß nach außen aufsetzte. Ich musste lächeln, es war, als hätte ich mich selbst gehen sehen.
„Sehr oft hat es schon recht unangenehme Überraschungen mit den Mobile Homes gegeben. Wenn man sich hier Grund und Boden kauft, ein vernünftiges Haus plant und baut, dann kann trotzdem niemand den Nachbarn daran hindern, auf seinem Besitz ein Trailer Home aufzustellen und es vergammeln zu lassen. Vielleicht ist das ja ein Grund dafür, dass wir Amerikaner die Weitläufigkeit lieben, frei nach dem Motto, besser etwas mehr Land kaufen und mehr Abstand zum Nachbarn haben.“
John ist Familienvater, stammt aus Virginia und war Ende der 1990er Jahre in Süddeutschland als Soldat stationiert gewesen. Er sprach immer wieder von dieser Zeit, betonte, dass er die Deutschen zwar möge aber nicht verstehe.
„Da sitzen sie ganz gemütlich, ganz vornehm bei einem Bier in einem netten Lokal und essen ihre Schnitzel. Wenn sie dann endlich fertig sind, verlassen sie in aller Ruhe die Gaststätte, um dann draußen zu ihren Autos zu flitzen, in den Wagen zu springen, um zur Autobahn zu kommen. Dann ist es vorbei. Die Deutschen werden beim Anblick auf blaue Schilder endgültig verrückt und rasen wie bekloppt.“
Oder bescheuert, unberechenbar, zügellos: Es gibt viele Möglichkeiten das englische Wort „mad“ zu übersetzen. Als wir uns verabschiedeten, meinte er: „Nice to meet you, Friedhelm.“

8
Ich trat in mein Motelzimmer, blickte auf meine Packtaschen, den Fernseher und das Doppelbett. Ich sah den Schrank und nahm ihn zugleich nicht wahr.
Vielleicht dramatisiere ich den Augenblick jetzt und die späteren Ereignisse verführen mich dazu, dem Vorfall eine unangebracht herausragende Bedeutung bei zu messen. Vielleicht war ich ja damals nur leicht irritiert oder verwirrt. Es konnte sich doch nur um undeutlich ausgesprochene Worte oder ein Verhören gehandelt haben. Ich höre nicht gut. Es ist eine Hinterlassenschaft irgendeiner Mittelohrentzündung.
Seit den Kindertagen, in denen mich oft grässliche Ohrenschmerzen quälten, hasse ich Heizkissen. Da war dieser dickbäuchige, große Mann in meinem Kopf, der unablässig monoton auf ein riesiges Becken schlug und es dumpf dröhnen ließ. Zur Abwehr musste das Ohr auf einem Heizkissen gewärmt werden. Das würde den Mann vertreiben, sagte Mama.
Ich habe ihr nie geglaubt. Nie. Ich wusste nur, dass sie es gut meinte, und dass ich ihr nie würde begreiflich machen können, dass sie irrte. Noch heute drehe ich mir im Schlaf das Kissen immer auf die kühle Seite.
Er hatte mich namentlich verabschiedet, dabei bin ich mir sicher, dass ich mich nicht vorgestellt hatte.
Ich muss mich verhört haben! Ich muss mich irren!
Wahrscheinlich hätte ich den Vorfall längst vergessen, er ist nicht wichtig im Großen und Ganzen, doch nach allem was sonst noch geschah, muss es einen Bedeutung haben. Glaube ich zumindest. Auch wenn ich es nicht auflösen kann.
Mich hatte nicht nur die Verabschiedung verwirrt, sondern auch, dass es überhaupt zu einem Gespräch gekommen war. Ich hatte nicht erwartet nach der Radtour angesprochen zu werden und auf einer Veranda gemütlich zu plaudern.
Ich bin nicht sehr kontaktfreudig, lebe lieber zurückgezogen und sehe mich selbst eigentlich wie eine Art Maulwurf. Am liebsten sitze ich in meinem Bau, zu Hause an meinem Schreibtisch und blicke hin und wieder durch das große Fenster auf den Rhein und den Dom. Trotzdem war ich aufgebrochen, um quer durch die USA zu radeln.
Das ist kein Widerspruch. Ich möchte auf der Zuschauertribüne Platz nehmen, beobachten, wie es in Amerika aussieht, wem oder was die Menschen hier folgen.

9
Der nächste Tag ließ mich die Begegnung mit John recht bald vergessen: Eine Bilderflut stürzte auf mich ein und türmte sich bereitwillig so, wie ich es mir wünschte. Ich konnte in die Welt der Beobachtungen abtauchen, ich genoss im warmen Sonnenschein die langen, geraden Straßen, denn ich hatte mir am Vortag bewiesen, dass es funktionierte. Ich war stolz darauf, an einem Tag 65 Kilometer radeln zu können. Ich wusste ja nicht, dass ich in einigen Wochen an den meisten Tagen ohne große Mühe etwa die doppelte Strecke zurücklegen würde.
Zufällig entdeckte ich, weil ich mir gerade eine kurze Pause gönnen wollte, am Rande des Highways 17 zwischen Midway und Darien ein vor sich hingammelndes Schild: „Kleinste Kirche der Vereinigten Staaten“.
In etwa 50 Metern Entfernung im Wald fand ich nach einigem Suchen das kleine Gotteshaus zwischen zwei Bäumen, teils verdeckt und versteckt von Zweigen im Halbdunklen. Die Memory Park Christ Chapel bestand aus einem Hauptgebäude mit separatem Turm. Beide waren aus Holz gefertigt, wobei der Turm nicht höher als etwa zwei Metern 50 war. Die viereckige Grundfläche betrug kaum mehr als einen Quadratmeter und unter dem kleinen Schieferdach befand sich eine Glocke. Die Wände waren aus weiß gestrichenem Holz gearbeitet, das in Lamellenform verkantet war.
Das eigentliche Kirchengebäude hatte einen Altar, der kaum größer als ein Esstisch für vier Personen war. Zu beiden Seiten des Mittelganges waren jeweils sechs Stühle hinter einander aufgestellt.
Als ich die Tür der Kirche geöffnet hatte, dachte ich sofort an einen  überdimensionierten Kühlschrank, denn es ging automatisch das Licht an. Verständlich, dass die Besucher auf einem Schild gebeten werden, die Tür nicht offen stehen zu lassen.
Nicht nur diese kuriose Entdeckung war harmlos,  sondern auch mein wundervoller Nachmittag in Brunswick. Gleich nach dem ich die Radtaschen im Motel abgestellt hatte, begab ich mich auf den Weg zur St. Simons Insel. Ich radelte in gewisser Weise nicht, ich wurde geradelt: Dafür sorgte eine große Portion Rückenwind. Ich kurvte unter schweren, alten Bäumen daher, bewunderte prunkvolle Villen und genoss die gut ausgebauten Radwege. Der Sonnenschein badete mich, ich trieb dahin; ich war beflügelt und übermütig: Das war es! Endlich! Harmlos? Nein, diese Fahrt war eine der schönsten Erlebnisse meiner ganzen Radreise.
Da am Strand vor dem Baden gewarnt wurde, fuhr ich 300 Meter weiter. Dort war das Schild nicht mehr zu sehen und da ich keine Badehose dabei hatte, sprang ich einfach in Unterhosen in den Atlantik und schwamm eine Runde: heute im Atlantik baden und am Ende der Reise im Pazifik! Das Leben kann überschwänglich, herrlich, wie ein Kitschroman sein.
Für den Roman fehlte Jochen, mit dem ich ein solches Erlebnis hätte teilen wollen. Das hatte ich zwar am Nachmittag schon erahnt und deshalb radikal beiseite geschoben, es überwältigte mich erst am nächsten Morgen, als ich im Motelzimmer saß, einen Käsetoast aß und Kakao trank. Ich hatte mir den Kopfhörer meines Discmans aufgesetzt und hörte irgendeinen deutschen Schlager.
Mit einem Mal heulte ich Rotz und Wasser.

10
Nach meinem Ausflug zur St. Simons Insel hatte ich noch Zeit gehabt, mich in Brunswick um zu sehen. Ich machte einige Fotos vom historischen Stadtzentrum und der 900 Jahre alten Lover’s Oak, unter der sich angeblich die Liebenden seit ewigen Zeiten treffen. Dann fotografierte ich die City Hall, die Bibliothek und einige ältere Villen. Schließlich erreichte ich ein Warenhaus, das rund um die Uhr geöffnet hatte.
Es waren kaum Kunden zu sehen, als ich nach dem Abendessen gegen 22.30 Uhr beobachten wollte, wie die Amerikaner mit solch langen Öffnungszeiten umgehen. Durch die hell erleuchtete Glasfront sahen die verwaisten Kassen in der riesigen Halle grell und wenig einladend aus. Trotzdem nutzte ich die Chance und gab dort neugierig den fast vollen Film zum Entwickeln ab. Man sicherte mir zu, dass ich die Abzüge am nächsten Morgen abholen könne.
Nach meinem verheulten Frühstück gelang es mir in der Stadtbücherei von Brunswick, eine E-Mail Adresse einzurichten und einen Gruß an Jochen zu schicken. Die Bibliothekarin hatte mir versichert, dass ich in jeder öffentlichen Bücherei in den USA, das Internet würde kostenlos nutzen können.
So heftig mein Bedürfnis am ersten Tag war, zu Hause anzurufen, so wenig wichtig war mir der Kontakt mit der Heimat im Vorfeld der Reise gewesen. Ich hatte es verdrängt, missachtet, und mich nicht weiter um die Kontaktpflege gekümmert. Es gab ja Telefone.
Ich hatte Jochens Bitte nach einer Email-Adresse ebenso gehört wie überhört. Nicht aus bösem Willen oder weil ich ihn wirklich verlassen wollte, nein, ich war mit anderen Dingen beschäftigt. Welche? Ich weiß es nicht; vor allem wohl dem Gedanken, nicht zurück zu blicken und nur nach vorne schauen zu wollen. Seit meiner Ankunft in den USA bereute ich, ihn im Ungewissen hängen gelassen zu haben. Um so mehr freute ich mich, dass ich in Brunswick eine E-Mailadresse einrichten konnte. Ich erinnere mich genau, wie beschwingt und hoffnungsvoll ich war. Ich verließ hüpfend die Bibliothek.
Diese Freude und Leichtigkeit war schlagartig fort, als ich die Fotos abholte und der freundliche Verkäufer erklärte, es sei nur ein einziges brauchbares auf dem Film gewesen.
Die einzig gelungene Aufnahme zeigte den Briefkasten mit der Nummer 4711, den ich in der Nähe von Savannah fotografiert hatte. Unter den vier Ziffern war ein Aufkleber „Echt Kölnisch Wasser“ zu sehen.
Ich schwöre, dass dieses Etikett nicht auf dem Briefkasten klebte, als ich ihn ablichtete! Es war nur in meinen Gedanken vorhanden gewesen; ich hatte nur die Idee, dass es vielleicht lustig wäre, wenn ein solches Label aufkleben könnte. Es war eine Idee. Keine Realität! Die Aufschrift war nicht da, als ich auf den Auslöser drückte!
Ich bin mir absolut sicher!
Ich setzte mich auf die Bordsteinkante und starrte unverwandt auf das Foto, als könne ich doch noch etwas anderes sehen. Irgendwann begann ich, mit dem Zeigefinger meiner rechten Hand über den Briefkasten zu streichen, doch sowohl der Aufkleber wie auch die Ziffernfolge blieben.
Ich sprang auf, angelte das Kuvert aus der Lenkertasche meines Fahrrades. Es war mein Name darauf. Der Umschlag dokumentierte unumstößlich, dass es mein Film und mein Foto sein musste, auch wenn nicht das zu sehen war, was ich abgelichtet hatte.  
Ich kehrte in das Warenhaus zurück, doch der freundliche Mitarbeiter betonte nochmals, dass keine Verwechslung vorlag, es sei wirklich der Film, den ich abgegeben hätte. Ich musste ihm glauben, ob ich wollte oder nicht. Fakt. Der Mann hatte seine Arbeit getan, den Film entwickelt und das einzig brauchbare Foto auf Papier gebannt.
Ich ging. Ich wusste nicht, was ich ihn noch hätte fragen sollen.
Oder doch? Ich konnte vielleicht: „Warum haben Sie diesen Aufkleber auf den Briefkasten retuschiert?“
„Wie bitte? Warum sollte ich das tun? Woher sollte ich den Aufkleber überhaupt haben?“
Das wäre wohl die einzige mögliche Antwort auf meine nicht gestellte Frage.
Ich setzte mich erneut auf die Bordsteinkante.
Ob aus der Heimat mir jemand einen Streich gespielt hatte? Doch woher sollten die dort wissen, wo ich wann war. Wie hätten sie wissen sollen, dass ich gerade an diesem Briefkasten vorbeikommen und ihn dann auch noch fotografieren würde? Mehr als unwahrscheinlich, einfach unmöglich.
Ich musste zurück! Vielleicht hatte ich mich doch geirrt; vielleicht sah der Briefkasten doch anders aus!
150 Kilometer und zwei Tage? Zurück wegen eines Aufklebers, wegen eines Fotos? Und das, wo ich doch immer weiter wollte, nie zurück!
Nochmals zurück erschien mir trotz allem Entsetzen grauenhaft, schlimmer als langweilig. Unmöglich und nicht machbar.
Würde ich die Stelle überhaupt wiederfinden? Und ich würde die Reise abbrechen, bevor ich sie richtig begonnen hatte.
Vielleicht war die Idee, das Bild in meinem Kopf ja doch von vornherein die reale Welt gewesen und ich hatte es nicht bemerkt?
S e i t e n z a h l :  170
A u t o r I n :  zur Vita von Christian Schuh

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