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L e s e p r o b e :
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Kapitel II:
FluchtEin seltsames Kratzen weckte das Elfenmädchen auf. Sie sah sich nervös um und atmete aus als sie merkte, dass es lediglich ein kleiner grauer Greifvogel von gerade Mal einer Armlänge war, der am Fenstersims saß und sie anscheinend auf etwas aufmerksam machen wollte. So stand sie auf und ging näher zum Fenster. Als sie nur noch zwei gefühlte Schritt von ihm entfernt war, breitete das Tier die Flügel aus und flatterte auf den Ausgang der Scheue zu. Neugierig wie sie schon immer war, folgte sie dem Vögelchen und öffnete ganz langsam die Stalltür.
Ihr Blick wanderte über die nachtschwarze Landschaft und blieb plötzlich stehen. Sie war starr vor Schreck und wollte nicht wahrhaben, was sich gerade vor ihren Augen abspielte.
Es brannte. Der ganze östliche Wald stand lichterloh in Flammen. Und würde das schon nicht genug sein, so konnte die Elfe noch etliche von buckligen Scheußlichkeiten nahe dem Wald erblicken. Das müssen die Wesen sein, die ihre Großmutter töteten, dachte sie sich. Und einige nahmen nun auch Kurs in ihre Richtung.
Sie musste versuchen zu fliehen war der erste Gedanke.
Aber wie? Es war stockfinster. Und wohin? Sie erschrak, als sie in dem Moment die kalte Schnauze Ysris an ihrem Handrücken spürte. Als sie sich zur alten Wölfin umdrehte, stieß sie scharf Luft aus und warf ihrer Freundin staunende Blicke zu. Das Tier schien sich selbst den Sattel und die Packtaschen angelegt zu haben. Vielleicht bist du ja doch nicht so alt, schmunzelte sie.
Aber nichtsdestotrotz war Lyciriélles Blick erfüllt von purer Angst. Der einzige Weg in die vermeintliche Sicherheit führte durch die Dunkelheit. Auch wenn sie vollstes Vertrauen in die Spürnase von Ysri hatte, wohin solle sie denn reiten?
Sie schaute nochmals in die Nacht und ihre Augen tasteten zusammengekniffen die Umgebung ab. Da war er wieder! Der kleine Greifvogel zog seine Flugbahnen nahe dem Wald im Westen. Versuchst du mir zu helfen? Und wenn dem so ist... Warum? Das Mädchen wurde einfach nicht schlau aus all dem. Als Ysri nun auch langsam begann, sie wie wahnsinnig drängend am Ärmel zu zupfen, atmete sie noch einmal tief durch und schloss dabei die Augen.
Wenig später lief sie los. Sie rannte, so schnell sie ihre Beine trugen zu einem kleinen Seitenverbau, dem Werkzeug- und Waffenschuppen. In aller Eile griff sie sie nach der erstbesten Waffe, einem kleinen Dolch aus Holz. Die nachgefertigte Klinge weckte Erinnerungen.
Sie hatte sich die Waffe vor einigen Jahren schnitzen lassen, mit dem Hintergedanken trainieren zu können um den Umgang mit Waffen zu lernen. Heimlich. Aber die Fortschritte schienen mehr schlecht als recht redete sie sich selbst ein. Da ihr niemand lehrte wie man eine Waffe richtig führt, entwickelte das Mädchen einen eigenen Stil, der mehr einem Tanz anstatt einer Kampfweise glich. Zudem setzte ihr Mittagshitze meist so sehr zu, dass sie sich im Schatten der Bäume mit ihren Übungen abquälte. Sie wanderte mit dem Schatten, den der Stamm ins Gras warf mit, bis es finster wurde und prügelte dabei wie wahnsinnig auf das dicke Holz ein. Jeder Tag ließ ihre Agilität, ihre Schlagkraft sowie ihre Reaktionen wachsen. Aber wie sollte das Elfenmädchen einen Fortschritt bemerken, wenn ihr niemand sagte was sie nun falsch oder richtig gemacht hat. Trotzdem, ohne dass sie selbst es bewusst wahrgenommen hatte, wurde das, was früher einem peinlichen Tanz glich, mehr und mehr zu einem tödlichen Wirbel aus Emotion und Waffenkunst.
Irgendwann wollte sie den Spielzeugdolch gegen Stahl austauschen und sich gegen ihren brutalen Vater zur Wehr setzen.
Ihre Augen erblickten eine große lederne Tasche am Boden. Lyciriélle wusste was sie in diesem Beutel finden würde.
Vaters Dual-Klingen, die tausenden unschuldigen Wesen das Leben nahmen, flüsterte sie sich leise zu. Das hat nun ein Ende. Ohne zu zögern nahm sie den Beutel, schnallte ihn dann um Ysri, die mittlerweile schon, aufgrund der immer näher kommenden finsteren Wesen, unruhig wirkte.
Sie kletterte etwas tollpatschig auf die weiße Wölfin und krallte sich in deren dicken Fell fest. Die Elfe wusste nicht, woher dieser plötzliche Mut kam, aber sie wollte nicht mehr viel Zeit verlieren, bevor er sie vielleicht wieder verließ. Zu ihrer Zufriedenheit konnte sie in der Ferne noch immer den kreisenden Vogel sehen. „Ich weiß zwar nicht, was dieser Spuk soll, aber was haben wir schon zu verlieren?“ Ysri brüllte zustimmend, was Lyciriélle anfangs erschrocken zusammenzucken, aber letztlich auch über sich selbst lachen ließ.
Gerade als die beiden den Stall verlassen wollten, stemmte sich ihnen der Vater der Elfe in den Weg. „Oh nein. Meine nutzlose Tochter wird an meiner Seite sterben und nicht abhauen. Und ich weiß doch wie ängstlich du im Dunkeln bist, kleines Miststück!“, schrie er und näherte sich den Wolf um Lyciriélle herunterzuziehen. „Und dich hätte ich schon am Tag als dich in meinen Stall zwängen musste zu Fleischfetzen zerstückeln müssen!“
Ysri riss lautstark ihr Maul auf und fletschte die Zähne mit einer so enormen Wut, dass der ansonsten so mutige Mann ein paar Schritt rückwärts stolperte und gegen die Wand schlug. Die Augen des Wolfs wirkten bedrohlicher denn je. Es war das erste Mal, dass die Elfe Angst in den Augen ihres Vaters sah. Dieselbe Angst, die sie immer hatte, als er die Tür reinkam und danach auf sie einschlug.
In aller Ruhe schritt das Mädchen, auf Ysri sitzend, an ihm vorbei und als sie ihm wenige Schritt hinter sich gelassen hatte, blickte sie nochmals über die Schulter. Ihre Stimme klang ernst und in ihrem Blick lag reine Verachtung. „Du hattest nie eine Tochter, genauso wenig wie ein Herz. Und keine Nacht kann dunkler sein, wie jene Dunkelheit, die ich all die Jahr in deinem Haus erleben musste.“
Kaum hatte sie den Satz zu Ende gesprochen pirschte Ysri abrupt los.
Lyciriélle hielt sich verzweifelt so fest sie nur konnte, die Hände ins Fell gekrallt, die Augen geschlossen, aus Furcht und steigender Angst. Aber im Innersten war sie auch stolz auf sich. Auch wenn sie vielleicht den nächsten Tag nicht mehr erleben würde, so fühlte sie sich in diesem Augenblick freier denn je. Dennoch... ihre Augen wagte sie keinen Schlitz zu öffnen. Die Dunkelheit kann niemals ganz verdrängt werden, sagte sie sich. Die Vergangenheit lag nun hinter ihr, aber was würde die Zukunft bringen? Vielleicht ist dieser merkwürdige Vogel wirklich die Antwort. Sie hatten ihn fast erreicht. Ysri wurde langsamer und blieb schließlich stehen.
Ganz vorsichtlich öffnete die Elfe ein Auge und blinzelte. Der Vogel schien im Wald verschwunden zu sein. Die weiße Wölfin setzte bereits zur Verfolgung an und Lyciriélle presste die Lider wieder nach unten, in der Hoffnung bald wieder Helligkeit erleben zu können.
Plötzlich bemerkte sie durch die geschlossenen Augen ein Licht. Sie öffnete sie abermals langsam und zögerlich. Blitze! Ein Gewitter brach herein und die Bäume zwischen denen sich Ysri elegant und schnell hindurch pirschte, begannen düster und bedrohlich zu flüstern. Der prasselnde Regen tränkte das Fell der Wölfin und zwang die Elfe sich noch fester zu halten. Eine unheimliche Dunkelheit kam über das Land, als ob alle Nächte der Welt auf einmal hereingebrochen wären. Blitze schwirrten über die Wipfel und tauchten die Welt um die Elfe in ein kaltes blaues Feuer, während sie sich am Land labten. Weinend und ängstlich ritt das junge Elfenkind zwischen den hohen, schwankenden Baumriesen hindurch. Ein Blitz verfehlte sie nur knapp. Ysri war schnell genug zur Seite gesprungen. Lyciriélle vergrub den Kopf immer tiefer im Fell ihrer tierischen Freundin. Wie weit denn noch?, fragte sie sich.
Der Weg der sich vor der Elfe bahnte wurde immer dunkler. Und nach jeder kleinen Biegung, nach jedem Baumstamm, öffnete der Wald eine neue sumpfige Falle. Der Boden unter Ysris Tatzen wurde zu einem Schlitterstreifen aus Matsch und Lehm. Aber sie gaben nicht auf. Sie folgten dem schwachen Schemen des weißen Vogels noch immer. Jedes Mal, wenn die Elfe die Augen erneut öffnete, glaubte sie dutzende weitere Schatten im Geäst zu sehen, die sie beobachteten. Die Wurzeln und Äste der finsteren Bäume schienen sich wie Schlangen auszubreiten, die jeden Moment über sie herfallen könnten.
Auf einmal blieb die Wölfin erneut stehen.
Eine mächtige Mauer aus Bäumen versperrte ihnen den Weg. Jeder Atemzug kostete Tränen und Schweiß. Die Elfe glaubte etwas Düsteres zu spüren, das sie durch das kalte Blattwerk anstarrte. Hat er uns in eine Falle gelockt? Die Bäume, erhellt durch den grellen Zorn des Himmels, schienen wieder lebendig zu werden und streckten ihre knorrigen Arme nach dem Mädchen aus, die aus ihrer Gefangenschaft zu fliehen versuchte. Hastig schaute sie in alle Richtungen und machte wenig später einen Fingerdeut. Eine Lücke!
Die weiße Wölfin sprintete los. Jeder Schritt des Tiers beschleunigte Lyciriélles Herzschlag. Das Tier wollte gerade zum Sprung durch das Tor aus Bäumen und Blättern ansetzen, als der Boden unter ihnen nachgab und beide in die schwarze Tiefe riss.
Kapitel II: Blut
Was war das? Das Kreischen eines Vogels ließ die Elfe langsam ihre Augen öffnen. Sie konnte kaum den Kopf drehen. Es waren keine fünfzehn Schritt, weiter konnte sie kaum sehen. Trübe und verschwommene Konturen von Fels und Geröll waren das Einzige, das sie wahrnehmen konnte. Ein Steinbruch? Das Mädchen tastete ihren Körper ab. Sie konnte nicht einschätzen, wie viele Knochen gebrochen waren, aber auch nur die kleinsten Berührungen jagten ihr schon einen brennenden Schmerz durch das Fleisch.
Der flache Stein auf dem sie lag, färbte sich mehr und mehr in finsteres Rot. Nicht mal der Regen vermochte das Blut wegzuwaschen, das sich vom Rücken des Mädchens auf den Boden verteilte. Es war eine Wunde aus alten Tagen, die wieder aufgerissen war. Selbst jetzt wurde sie an die Pein und das Leid erinnert, das ihr einst ihr Vater zufügte. Aber all Das war einmal. Sie hatte die Hölle hinter sich gelassen. Oder vielleicht doch nicht? Sie blickte zum sternenklaren Himmel. Der Mond schien näher denn je und sein Leuchten legte sich wie ein silbriger Schleier über den Steinbruch. Eine einzelne Träne verließ ihre Augen und selbst diese wurde vom prasselnden Regen mit gerissen.
Sie war gerade dabei ihre Lider zu schließen, als ihr etwas dämmerte. Ysri! In einem Anflug von Panik stemmte sie sich auf und sah sich um. Angst und Schrecken standen der Elfe ins Gesicht geschrieben. Etwas abseits, gerade mal neun oder zehn Schritt entfernt, lag die Wölfin. Sie war verschüttet von mehreren Steinen und eine tiefe klaffende Wunde an der Flanke verunschönerten das einst so prächtige Tier. Lyciriélle schrie mehrmals den Namen ihrer Freundin, die aber keine Regung zeigte. Bitte nicht! Bitte nehmt sie mir nicht weg! Das Echo hallte stumpf über die kargen Steinwände und wurde mehrmals zurückgeschmettert ehe es erstarb.
Der Atem und der Puls des Mädchens glichen einem tosenden Sturm. Sie mobilisierte ihre letzten Kräfte und raffte sich in die Höhe. Ich lasse dich nicht allein. Ein feiner dünner Faden frischen Blutes rann vom ihrem Rücken nach unten über ihre Schenkel und bildete eine kleine Pfütze unter ihre Sohle. Der eiserne Gestank frischen Blutes fegte durch den Steinbruch. Es war bloß noch eine Frage der Zeit, bis hungrige Tiere angelockt werden würden.
Schwankend und kraftlos hob sie ihr Bein in Richtung ihrer Gefährtin und jahrelangen Freundin. Kaum berührte ihr Fuß wieder den kalten rutschigen Boden zog ein sengender Schmerz durch ihren Knöchel. Ihr Bein knickte zur Seite, Lyciriélle verlor das Gleichgewicht und kippte nach vorn. Ihr Schädel schlug dabei hart gegen einen umliegenden Fels. Ihre zierlichen Finger gruben sich brutal in den Steinboden. Tränen vermengten sich mit dem Blut das unter ihrem Haar hervor floss und ihr Antlitz im Mondschein purpurn färbte. Sie stieß einen lauten Schrei der Verzweiflung aus, der gleich einem schrillen Kriegshorn durch das umliegende Land fegte. Ihr Blick richtete sich abermals nach vorne zu Ysri. Wenn ich nicht zu dir gehen kann, werde ich kriechen.
Und so robbte sie sich nach vorn. Schritt für Schritt... und zog dabei einen Fluss aus Tränen, Blut, Verzweiflung und Einsamkeit hinter sich her. Nach und nach rissen die Nähte der hauchdünnen Kleidung als sie sich über die spitzen Steine hinweg schliff. Bis sich letztlich blanker, nasser Kalk direkt ins Fleisch bohrte und lange triefende Schnitte hinterließ. Der Regen peitsche gleich glühend heißer Nadeln auf ihre Haut und bremste ihr ohnehin schon schwermütiges Vorankommen ein. Nur… mehr… - sie rang nach Luft und reckte die Hand ein weiteres Mal nach vorn um einen Stein, sich weiter nach vorne zu ziehen – ein paar Schritte.
Wind kam auf und er heulte gleich einer wilden Bestie. Die Kälte kroch die Kehle des Mädchens hinab und setzte sich wie ein frostiger Ball in ihre Eingeweide. Aber sie hatte ihr Ziel erreicht. Ohne es selbst zu merken, schöpfte Lyciriélle erneut Kraft und hob die schweren Steinbrocken vom vor ihr liegenden Tier. Sie riss sich die letzten Fetzen der Robe vom Leib und drückte sie auf die faustgroße sprudelnde Wunde am Leib Ysris. Auf allen Vieren kroch sie langsam zum Kopf ihrer Gefährtin und hielt ihr Ohr zu deren Schnauze. Eine Flut aus Tränen quoll aus ihren Augen als sie die leisen wenn auch unregelmäßigen Atemgeräusche vernahm. Du lebst! Sie konnte sich nicht erinnern, einmal so glücklich gewesen zu sein. Müde ,erschöpft und zusammengekauert ließ sie sich neben Ysris Kopf fallen und legte vorsichtig ihre geschundenen Hände um deren Hals.
Sie blickte auf zum Sternenhimmel und ein ruhiges Lächeln umspielte ihre Lippen. „Siehst du das, Ysri?“, flüsterte sie. „Wie schön sie leuchten. Wie friedlich.“ Ganz vorsichtig ließ sie ihre rechte Hand durch den Nacken der Wölfin gleiten und kraulte ihn. „Wir sind entkommen. Ja, das sind wir.“ Langsam schlossen sich ihre Augen und der Griff um den Nacken des Tiers lockerte sich zunehmend. Auch der kalte und dampfende Atem aus Ysris Rachen ließ mehr und mehr nach.
Gerade als sie glaubten, der Spuk hätte ein Ende, erfüllte eine lieblich klingende Stimme die Luft. Der Regen ließ nach und es wurde still. Totenstill.
„Lyciriélle? …Lyciriélle? Erhebe dich junge Elfe! Deine Zeit ist noch lange nicht gekommen.“
„Wa...Was? Wer bist du?“, formten ihre Lippen lautlos, während sich ihre Lider langsam nach oben schmiegten.
„Eine Freundin.“
Kapitel VIII: Hymne der Hoffnung
Ich muss versuchen ruhiger zu werden. Ich muss es versuchen, sagte sie sich. Plötzlich kam ihr eine Idee. Sie erinnerte sich an ein Lied, das sie einst für Ysri schrieb, als ihr Vater sie wieder einmal schlachten wollte. Die Zeilen formten sich gleich glanzvollen Runen vor ihren Augen, als wäre der Tag zurückgekehrt. Sie vergaß die Kälte und die Angst. Alles was sie sah waren die tanzenden Reime, die sie umkreisten. Langsam öffnete sie ihre Lippen und ihre leise und schwache Stimme fegte wie eine Welle aus Hoffnung über den finsteren Korridor, um ihm die Schwärze zu rauben.
Odyssee an die Sterne
O Stimme des Himmels, höre mein Flehen
Ich weiß, Schmerz kann nicht immer vergehen.
Er bleibt ein Teil, von unserem Leben,
‘kann zerbrechen all unsre Herzen mit seinen Beben.
O Stimme des Himmels, erzähl‘ mir von Orten,
sag es mit deinen Worten.
Erzähl‘ mir von Plätzen, die so oft wurden gepriesen,
von wundervollen Liedern und prächtigen Wiesen.
Von mystischen Göttern und magischen Wesen,
die es noch immer gibt, bloß sind vergessen gewesen.
Sag was, auch wenn es nur ein Wort ist,
sag was, auch wenn du danach fort bist.
Höre mein Lied an dich,
mache diesen Tag zu einen besonderen für mich.
Beginne dein zauberhaftes Lied auf deine Weise,
ich bringe es quer über die Welt, in meinem Leben, auf meiner Reise.
Erzähl mir von etwas das Hoffnung bringt,
über jene Teile der Welt, über die keiner mehr singt.
Erzähl mir vom Tag und von der Nacht,
was beides zu etwas besonderen macht.
O Stimme des Himmels,
O Wolken, Mond, Sonne und Sterne
sagt mir, warum ist das Leben gleich einer erlöschenden Laterne.
Gebt mir Hoffnung, gebt mir Kraft,
nicht für mich. Will sie geben jenen, die zu Unrecht werden bestraft.
Dieser Tag, er ist stürmisch, ist kalt,
wie ein nie enden wollender Schatten im Wald.
Dieser Tag soll nicht werden zur Nacht,
bitte nimm das was das Schicksal hat über uns gebracht.
O Stimme des Himmels, Wächter über diese triste Welt,
lass nicht zu dass dein Dach schon jetzt auf mich fällt.
Lass nicht zu dass ich mir alles was ich liebe entrissen wird aus der Hand,
ich will das einzig‘ Glück behalten, dass ich in der dunkelsten Stunde fand.
O Stimme des Himmels, ich bitte dich,
ich bin eine einsame Elfe, höre kurz auf mich.
Erzähl mir vom Tod und auch Leben,
was sie können nehmen und geben.
Zeig mir das Paradies, oder bloße eine Vision,
wenn ich das verliere was ich liebe, sterbe ich jetzt schon.
O Stimme des Himmels, ich flehe dich an,
ich weiß, dass das nicht das Ende sein kann.
Ich glaub an das Sein, ich gebe nicht auf,
auch nicht wegen Dinge, die sind des Lebens Lauf.
Ohne Träume, wären nackt alle Bäume,
das Leben ginge nicht weiter, unsere Existenz wäre niemals heiter.
O Stimme des Himmel, ich frage mich,
bin ich ein Nichts für dich?
Und wenn du nicht kannst Hoffnung verteilen,
lass zumindest die letzen bleibenden Augenblicke des Glücks endlos verweilen.
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