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Federweiße Flügel
Romane & Erzählungen
Geschrieben von Jeannette Trost   

E x p o s é :

bvroman
 

Als Alyssa Brendan das Erste Mal begegnet, merkt sie sofort, dass er ein faszinierender junger Mann ist, der ihr Herz zum Rasen bringt. mmer wieder ist er auf seltsame Weise in ihrer Nähe. In einer stürmischen Nacht, kommt es zum Ersten Kuss. Doch Brendan hätte dass nicht zulassen dürfen. Er löscht Alyssa's Gedanken und sie lernt ihn von neuem kennen. Alyssa verliebt sich immer mehr in ihn. Eines Tages erfährt sie, wer Brendan wirklich ist und dass er nicht ehrlich zu ihr war. Er verbirgt ein dunkles Geheimnis, aber welches? Hat es etwas mit dem Falken zu tun? Er kann es ihr nicht erzählen und sie verlässt ihn. Doch sie wird nicht glücklich, denn ihr Herz schreit nach ihm, will ihn zurück. Aber wo ist er?

L e s e p r o b e :

  

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 


  

  

     

  

  

  

  

  

  

  

 

  

  

 

  

  

  

  

  

  

  

  

 

  

  

  


  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

 

  

    

  

  

  

  

 

 


Ich machte es mir in meinem Sitz gemütlich und lehnte mich an Danny an. Er schien sich daran nicht zu stören und ich sowieso nicht.
>Und, war doch ganz okay, oder?<, fragte er mich nach der Vorstellung.
>Hm, ja. War ganz passabel.<, sagte ich verträumt.
>Was? Hat er dir etwa nicht gefallen?< Auf einmal klang er ganz entsetzt, denn er wusste, dass ich solche Filme eigentlich mochte.
>Ich fand das Ende etwas... naja, äh, schlecht gemacht.<, sagte ich etwas stammelnd.
>Aber es war doch ein Happy End?<
>Ja, aber leider nicht mit dem richtigen Partner... sie hätte den anderen wählen sollen. Er wäre eindeutig die bessere Wahl gewesen. Ob sie es wohl wusste?<, fragte ich Danny und drehte mich zu ihm. Inzwischen saßen wir auf einer Parkbank nahe dem Kino und naschten das restliche Popcorn auf.
>Ob sie was wusste?<, fragte er.
>Na dass der andere Typ besser war für sie? Hat sie sich absichtlich so entschieden?<, fragte ich mehr an mich wie an Danny gewannt.
>Meinst du, sie bereut es irgendwann, dass sie dem falschen ihr Herz gegeben hat?<
>Ich denke schon...<, murmelte ich vor mich hin.
>Wirst du es denn bereuen?<, fragte er mich und nahm meine Hand in seine.
>Was meinst du?< Ich flüsterte die Worte, hauchte sie fast nur...
>Das du dich nicht für mich entschieden hast?< Er schaute mich an, voller Traurigkeit.
>Danny, bitte...<
>Nein Liss. Ich werde nicht aufgeben. Du bist alles was ich will, die Frau die ich über alles liebe, ich kann mir kein Leben ohne dich vorstellen...<
>Danny, ich kann nicht...<
>Ich weiß, du liebst ihn, aber kannst du nicht auch mich lieben?<
>Danny...< Nein, meine Tränensäcke füllten sich schon wieder...
>Lissy, wenn du mir nur eine Chance geben würdest, nur eine... Ich würde sie nutzen! Auf keinen Fall würde ich dir weh tun oder dich verletzen... Bitte... Liss...< Er schaute mich verzweifelt an, als wenn alle Hoffnung aus ihm wich.
>Danny, du bist mir sehr sehr wichtig, aber meine Gefühle sind nicht die gleichen wie deine, bitte versteh das doch... Ich könnte dich nie so lieben, wie ich ihn liebe... Er ist einfach alles für mich, mein Leben, meine Zukunft.< Eine Träne lief über die Wange und ich wusste, wenn eine den Weg geebnet hatte, würden die anderen nicht lange auf sich warten lassen.
>Kann denn ich nicht diese Person sein, die du liebst, mit der du glücklich bist? Ich würde dir alles geben, einfach alles...<
>Danny, das weiß ich. Ich hab lange Zeit versucht, deine Gefühle zu erwidern, sogar die gleichen Gefühle wie du sie für mich hast, doch ich konnte nicht... es gelang mir einfach nicht. Ich hätte stärker sein müssen, hätte nicht so schnell aufgeben dürfen, doch all die Zeit, all die vergebenen Versuche dich zu lieben... liebte ich nur einen... Es tat mir im Herzen weh, deine Gefühle nicht erwidern zu können, auch jetzt noch schmerzt es mich, dich so leiden zu sehen Danny, bitte glaube mir. Aber es geht nicht, ich kann es einfach nicht. Selbst wenn ich dich liebte, ich könnte Brendan nicht verlassen, mein Herz gehört ihm, wie es noch keinem gehört hat... es tut mir so unendlich leid Danny...<
>Liss, es muss dir nicht leid tun. Meine Hoffnung stirbt zuletzt... ich werde warten, selbst wenn es ein Leben lang dauert... Ich hab noch nie so jemanden wie dich kennen gelernt, du bist einfach einzigartig, süß, liebenswert und attraktiv. Ich könnte nie wieder jemanden so sehr lieben wie dich... nie wieder... Mein Herz würde daran kaputt gehen, könnte nie wieder leben, oder sogar fröhlich sein... Liss, ich will nur dich, bitte... gib mir eine Chance, bitte.< Seine Augen glitzerten, er tat mir so unendlich leid, es zerriss mein Herz förmlich... Es würde mein Herz mehr zerreißen, wie das seine...
>Danny, nein...<, sagte ich traurig. In meiner Brust schmerzte es mir, als würde jemand einen Pflock hinein jagen, ich hätte schreien können, so weh tat es...
Ich rutschte näher an ihn heran und legte meine Arme um seinen Nacken.
>Danny, bitte sei nicht traurig, ich ertrag das nicht. Ich will nicht, das es dir schlecht geht, wegen mir...<
>Aber du bist es doch die weint, nicht ich. Ich sollte dir vielleicht sagen, das du nicht traurig sein sollst...< Er legte seine Arme um meine Taille...
>Liss, ich liebe dich, von ganzem Herzen...<
>Danny, ich...< Er wischte mir die Tränen aus dem Gesicht, doch sie liefen immer wieder nach. Ich sah bestimmt schrecklich aus, total verheult und einer Vogelscheuche ähnelnd, wo die sicherlich noch einen Preis bekommen würde, für gute Optik.
Er zog mein Kinn näher an sich heran, bis ich seinen Atem spürte... Er atmete schnell und ungleichmäßig... Ging es ihm etwa genauso wie mir? War er nervös und hatte Angst?
>Liss, ich tue nichts, was du nicht willst...< Meine Lippen berührten fast seine... Mein Mund war wie gelähmt, ich konnte nicht antworten... konnte nichts machen...
Dann berührten seine Lippen meine und es fühlte sich an, als würde ich mich in eiskaltem Wasser bewegen... seine Lippen waren kalt, aber dennoch weich und angenehm, außer die Kälte... Ich erwiderte den Kuss vorsichtig, konnte gar nicht klar denken... Er führte seine Hand an meinen Hals und streichelte ihn... in mir kribbelte es überall, was war das nur für ein Gefühl, es war fremd... bei Brendan empfand ich anders, schön, aber anders...
Moment mal... was bitte tat ich denn hier? Wieso knutschte ich mit Danny, wenn ich doch Brendan über alles liebte? Was war bloß los mit mir? Wieso fühlte ich mich so hingezogen zu ihm und konnte mich nicht dagegen sträuben? Was machte er bloß mit mir, das ich so empfand? Hatte er mich verzaubert, war er etwa ein Gefühlsmagier? Ich war wie gelähmt... Nein! Ich durfte das nicht, es musste aufhören.
Ich brach den Kuss ab.
>Wieso mache ich das? Wieso küsse ich dich? Was machst du mit mir?<, fragte ich ihn und schaute ihn entsetzt an...
>Liss, du tust das aus freien Stücken, ich mache überhaupt nichts... und da es immer wieder zu Küssen zwischen uns kommt, gehe ich Recht der Annahme, das ich dir nicht ganz so egal sein kann und du mehr für mich empfindest, wie du bereit bist zuzugeben...<
>Danny, ich weiß nicht, was los ist mit mir... ich weiß es einfach nicht... ich fühle mich anders, es ist seltsam... ich hasse mich dafür, das ich dich küsse, aber doch Brendan liebe und ich weiß, das ich ihm damit weh tue, in dem ich dich küsse... aber du bist mir nicht egal, du bist mir sehr wichtig... ich weiß nicht, ob ich mehr empfinde für dich, wie ich zugebe... ich hab keine Erklärungen für das, was ich tue oder empfinde, ich verstehe es selbst nicht mehr... es ist alles so kompliziert, es macht mich verrückt, ich kann nicht mehr... ich weiß überhaupt nichts mehr... ich tue allen nur weh, dir... und am meisten Brendan, dem ich am wenigsten weh tun will... bitte verzeih mir, ich versteh das alles nicht mehr.<, sagte ich völlig verzweifelt.
>Alyssa, ich kann dir die Entscheidung nicht abnehmen... ich kann dir nicht sagen, was du tun oder lassen sollst. Du musst es allein entscheiden...nur du allein kannst wissen, was für dich richtig ist und was nicht, keiner kann dir das abnehmen. Es geht um dein Leben, um deine Liebe... entscheide dich richtig, sonst ergeht es dir so, wie dem Mädchen im Film eben... Ich möchte das du glücklich bist, an wessen Seite auch immer, wobei ich vorzugsweise sagen würde, ich wäre die bessere Wahl für dich, aber das kann ich nicht. Ich würde sehr gerne mit dir zusammen sein, aber ich merke, das dich das nicht glücklich machen würde, denn ich sehe, das du niemals so empfinden würdest, wie ich es für dich tue. Ich möchte auch nicht zweite Wahl sein, ich würde von dir aufrichtig geliebt werden wollen und die Nummer eins in deinem Herzen sein wollen, aber ich weiß und fühle, das es so niemals sein würde... Seit ich dich kenne, hast du immer nur ihn geliebt, nicht mich. Du empfindest viel für mich, das weiß ich, aber es ist nicht das, was ich mir erhoffe... es würde uns beide nicht auf Dauer glücklich machen, du würdest immer an ihn denken und dir wünschen, du hättest dich richtig entschieden, würdest es bereuen, die Wahl auf mich gefällt zu haben...<
>Danny...<
>Lissy, ich sehe, das es dich unglücklich macht, dass du leidest, weil ich leide... Ich will das nicht, dich leiden sehen... es schmerzt mich, sehr sogar. Wenn er der ist, den dein Herz begehrt, den du immer aufrichtig und ehrlich lieben wirst, dann werde ich dich aufgeben... Ich werde nicht weiter um deine Gefühle und aufrichtige Liebe kämpfen, ich gebe auf... ich sehe wie aussichtslos meine Chancen auf eine gemeinsame Zukunft mit dir sind. Ich will uns beide nicht länger unglücklich sehen...<
>Was heißt das? Willst du mich verlassen?<, fragte ich entsetzt.
>Nein, ich verlasse dich nicht. Ich werde versuchen meine Gefühle für dich zu beenden, dich nicht länger zu lieben...<, sagte er traurig.
>Ich hatte wirklich gehofft, ich könnte dich so lieben, wie du mich... aber es geht nicht. Ich liebe nur ihn und könnte keinen anderen lieben, nie... ich hab versucht dich zu lieben, aber es reichte einfach nicht aus, was ich für dich empfand Danny... Bitte hass mich jetzt nicht, für das was ich dir alles angetan hab...<
>Liss, du bist es, die mich hassen müsste! Ich hab von Anfang an gesehen, das du nur ihn liebst. In deinen Augen hab ich es gesehen und trotzdem habe ich auf dich und deine Liebe gehofft, obwohl ich wusste, das es aussichtslos ist, das du mich nie lieben würdest. Ich habe mir eingeredet, du könntest mich irgendwann lieben, doch ich lag falsch... Ich hätte mich dir niemals so nähern dürfen, wie ich es tat... hätte meine Gefühle für dich, egal wie stark sie auch waren, ignorieren sollen. Es wäre für uns beide besser gewesen, glaub mir. Doch ich habe erkannt, das es so nicht weiter gehen kann, es sinnlos ist...<
>Ich wäre nicht die Richtige für dich gewesen, du hast etwas besseres wie mich verdient...<, sagte ich traurig.
>Du bist das beste was mir je hätte passieren können und ich beneide Brendan, das er das Glück hat, das du ihn liebst und ich wünschte, ich wäre an seiner Stelle. Ist es egoistisch? Wenn ja, dann will ich egoistisch sein, es ist mir egal.<
>Nein, ich finde es nicht egoistisch. Es ist okay Danny...<
>Wenn es nicht egoistisch ist, was ist es dann, wenn man nur sein eigenes Glück im Kopf hat und das Glück anderer einem egal ist? Wenn man sogar anderen ihr Glück am liebsten weg nehmen und es für sich behalten würde? Ist es nicht purer Egoismus?<, fragte er mit zusammen gekniffenen Augen.
>Aber ist es nicht normal, das jeder nur an sein Glück denkt? Jeder will doch glücklich sein, warum soll man sich für andere ihr Glück freuen, wenn man selbst nicht glücklich ist? Aber wie kann man glücklich sein, wenn es andere nicht sind?<, ich schaute ihn an und hoffte, dass er verstand, dass ich auf unser Verhältnis anspielte.
>Du meinst mich?<, fragte er.
>Ja.<
>Ich werde mein Glück finden, irgendwann... Einst glaubte ich, es in dir gefunden zu haben, doch ich irrte mich. Ich werde nicht zwingend hoffen, mein Glück zu finden, werde auch nicht darauf warten. Wenn es kommt, dann kommt es und dann bin ich bereit dafür.<

Ich schaute nach vorn, wir stellten uns gerade auf und alles sah so merkwürdig aus, so verschwommen und die anderen Schüler lang gezogen, als hätten sie auf einer Streckbank gelegen... alles um mich herum drehte sich, mir war so schwindelig und schlecht... ich dachte, ich müsste brechen...
>Liss, ist alles okay? Du siehst so blass aus?<, fragte mich Samara und legte einen Arm um meine Schulter.
>Jaja, alles bestens. Ich sollte wohl mal wieder ins Sonnenstudio gehen...<, sagte ich und brachte ein mühsames Lächeln hervor...
>Aber das tust du doch sonst nie?!<, sagte sie etwas verwirrt.
>Und genau da wird der Fehler liegen, ich sollte mich mal sonnen!<
>Hm, wenn du das für richtig hältst. Vielleicht isst du nur zu wenig, oder bist du krank?<
>Nein, mir geht es wirklich gut Samara, glaub mir. Komm wir spielen jetzt und machen die anderen platt.<, sagte ich und zog sie hinter mir her. Es drehte sich immer noch alles um mich, es war als würde ich Karussell fahren... ich versuchte es zu ignorieren... ich schloss kurz meine Augen, atmete tief durch und dann öffnete ich sie wieder. Naja, sah doch schon mal besser aus, wie eben. Die Schüler waren jedenfalls nicht mehr lang gezogen wie irgendwelche Witzfiguren. Ich müsste ja nur diese zwei Stunden unfallfrei und ohne zusammen zu brechen überleben und dann könnte ich mich ins Bett legen. Brendan würde ich erzählen, ich hätte Kopfschmerzen...
Die Volleyballstunde ging recht zügig rum, doch mein Schwindel verschwand nicht wirklich. Gut, es war nicht mehr so schlimm, das ich mich hätte hinsetzen müssen, aber es war schon hart an der Grenze. Es schien mir so, als hätte es keiner mitbekommen. Jemand zupfte an meinem Shirt, ich drehte mich um.
>Lissy, geht es dir nicht gut?< Ich schaute in DannyŽs strahlende Augen und lächelte.
>Mir geht es gut, danke.<
>Aber du wirkst so, als wärst du krank, oder etwas anderes. Ist wirklich alles in Ordnung?<, fragte er mich besorgt.
>Ja, wahrscheinlich esse ich nur zu wenig.<, sagte ich. War doch eine gute Idee, SamaraŽs Sorge für eine Lüge meinerseits zu benutzen. Ich wollte nicht gleich jedem, der mir wichtig war, auf die Nase binden, das es mir nicht gut ging. Ich würde jetzt bald schlafen gehen und morgen wäre ich wieder fit.
>Na dann iss mal lieber etwas mehr, damit du nicht noch um fällst Lissy.<
>Das werd ich machen. Danke Danny. Ich muss jetzt. Dir noch einen schönen Abend.< Ich drückte ihn kurz und war froh, das sich mir diese Gelegenheit bot, denn kurzzeitig dachte ich, ich würde umfallen. Hoffentlich hatte er nicht bemerkt, dass ich mich gerade an ihm fest hielt.
>Liss? Was ist los?< Nein! Er hatte es mitbekommen.
>Nichts.<, log ich schnell.
>Aber du...<
>Nein, ich bin nur gestolpert, wirklich. Sorry, ich muss jetzt gehen. Bis dann.<
>Ja, bis dann.< Er schaute mich verwirrt an, doch um noch mehr Fragen aus dem Weg zu gehen, ging ich jetzt wirklich.
Was war bloß los mit mir? Warum ging es mir so schlecht? Mit einmal, völlig nichts ahnend... war ich etwa wirklich krank? Aber bei wem sollte ich mich denn angesteckt haben? Ich würde es beobachten müssen. Vielleicht würde ich später mal mit Nickolas reden...
Nachdem ich mich um gezogen hatte, traf ich mich mit Brendan wieder im Flur vor den Umkleidekabinen.
>Na Süße. Du hast toll gespielt.< Brendan gab mir einen Kuss auf den Mund und legte seinen Arm um mich. Dann gingen wir zum Auto und fuhren los.
>Ist alles in Ordnung mit dir? Du siehst ein bisschen blass um die Nase aus Liebste!< Er schaute mich kurz an, kam sogar richtig nah an mich heran, als wir an einer roten Ampel standen... scheinbar untersuchte er mich gerade auf seine Weise. Mein Gott! Mussten denn heut wirklich alle bemerken, das es mir scheiße ging? Hatten die etwa alle einen Doctor-Schnellkurs belegt? Das war ja wohl wirklich nicht zu fassen!
>Brendan, mir geht es gut. Ich hab nur ein bisschen Kopfschmerzen, nicht weiter schlimm.< Jetzt hatte ich ihm eiskalt ins Gesicht gelogen, aber er würde es ja gar nicht merken, also brauchte ich mir weiter keine Gedanken zu machen. Denn lieber so, als wäre er beunruhigt.
>Bist du dir sicher? Ich hatte den Eindruck, du warst heute, aus gesundheitlichen Gründen, sehr unkonzentriert. Wenn es dir nicht gut geht, dann bitte sag es mir, ja?< Er schaute mich wie ein Reh an. Wir stiegen aus, weil wir schon da waren.
>Naja, vielleicht bin ich ja schwanger?<, sagte ich, sollte eigentlich scherzhaft gemeint sein.
BrendanŽs Blick erstarrte, man hätte es sogar gefrieren nennen können, es war der Nordpol... in seinen Augen...
>Brendan?<, fragte ich. Er schaute auf, jedoch sagte nichts.
>Es war ein Scherz... Komm, das ist mir doch gelungen, oder...< Hätte ich vielleicht mit so was nicht scherzen sollen? Aber was, wenn es gar kein Scherz war? Vielleicht bin ich ja wirklich... Nein, das konnte nun wirklich nicht sein! Dessen war ich mir hundert pro sicher!
>Liss... bist du?<
>Nein, natürlich nicht!<
>Bist du dir sicher?< Er sah ganz entsetzt aus.
>Ja, ganz sicher. Ich nehm die Pille und die gilt als sehr sicher. Also mach dir keine Sorgen. Ich hab wirklich nur Kopfschmerzen. Ich werf mir gleich Žne Tablette rein, leg mich dann ins Bett und morgen fühl ich mich wieder top fit, du wirst sehen.< Ich lächelte ihn etwas zaghaft an, hoffentlich glaubte er mir auch...
>Okay, aber dann gehst du jetzt wirklich schlafen. Möchtest du vorher noch etwas essen?<, fragte er mich lieb.
>Wenn du mit isst, dann ja.<
>Geh schon mal rauf, ich mach uns schnell was.< Er gab mir Žnen Kuss auf die Wange und ich ging schon nach oben.
Die Treppe wurde zum richtigen Problem für mich, wie gut das sie ein Geländer hatte. Für den Fall, das Brendan, wie auch immer, vor mir oben sein sollte, müsste ich mir aber eine gute Ausrede einfallen lassen, warum es so lange gedauert hat bei mir. Aber ich hatte Glück, ich war dann doch noch eher vor ihm da. Mir wurde es so schwindelig auf der Treppe, das ich mich festhalten musste, sonst wäre ich umgefallen... Was ist bloß los mit mir? Aber es wird wohl nur Migräne sein, das Übliche halt. Sollte es die nächsten Tage nicht besser werden, müsste ich wohl mal mit Mom oder Nickolas sprechen, aber ich wollte nicht gleich wieder den Teufel an die Wand malen, wie ich es immer tat.
Brendan brachte uns leckeres Essen und nachdem wir fast platzten weil wir so viel gegessen hatten, legten wir uns schlafen. Also ich schloss jedenfalls die Augen und Brendan schaute noch Fernsehen.

Die nächsten Tage wurde es mit meinem Schwindel und der Übelkeit nicht wirklich besser, an manchen Tagen brach ich sogar. Ich war immer heilfroh, wenn es keiner mitbekam... so musste ich mir wenigstens keine Ausreden ausdenken. Da es mir aber von Tag zu Tag schlechter ging und ich auch demnach schlechter aussah, würde ich wohl eine Lösung finden müssen. Ich beschloss aber, noch ein paar Tage zu warten. Ich könnte ja auch vorspielen, ich hätte ein Magen-Darm-Virus. Nich so lecker, ich weiß. Aber eine andere Wahl hätte ich wohl nicht.
Ich lag mit Peanut auf meinem Bett rum und wir unterhielten uns, Brendan war arbeiten, also hatten wir Zeit für so was.
>Liss, du siehst wirklich schrecklich aus. Sprich doch bitte mal mit deiner Mom darüber. Ich mach mir Sorgen...< Peanut sah ganz traurig aus.
>Aber warum denn? Mir geht es doch gut Peanut.<
>Liss, ich kenne dich. Und ich weiß wie es sich anhört wenn jemand, speziell du in letzter Zeit, kotzt. Ich bin zwar eine Katze aber doch nicht blöd. Also was ist mit dir?< Ihr Blick durchbohrte mich regelrecht. Jaha, auch wenn sie nur eine Katze war, schaffte sie das sehr gut.
>Bist du etwa schwanger?<, fragte sie mich.
>Nein, bin ich nicht.<
>Aber was könnte es dann sein?<
>Ach Peanut, ich hab nur einen Virus, sonst nichts. Also lass mal gut sein mit deiner Fürsorge, sonst sorge ich dafür, das Brendan die nächsten Wochen nicht mehr her kommt!<
Sie schaute mich an, als wäre ich ein Gespenst, machte ein, mir noch unbekanntes, Geräusch und dann ging sie. Jetzt war mein liebes Kätzchen also beleidigt... Nagut, wenn sie es so wollte. Aber wenigstens würde sie mich jetzt erstmal in Ruhe lassen, denn Brendan-Verbot zog bei ihr richtig. Damit traf ich sie immer.
Da Peanut sich daran hielt, mich nicht weiter zu nerven, sah ich auch keinen Grund ihr Brendan vor zu enthalten. Sie durfte ihn also weiter sehen und dafür war sie mir auch dankbar. Ich sagte zu ihr, sie könne sich dafür später mal erkenntlich zeigen. Das nahm sie so hin.
Als ich Abends mal wieder bei Brendan war und er grad unter der Dusche war, nutzte ich die Chance um mit Nickolas zu sprechen.
>Nickolas, darf ich dich kurz stören?< Er schaute gerade etwas, für mich uninteressantes, im Fernsehen.
>Liss, du störst doch nicht. Komm setz dich zu mir.< Er lächelte mich freundlich an und ich setzte mich ihm gegenüber.
>Was bedrückt dich denn?<, fragte er höflich.
>Nun ja, ich äh... ich glaube, das ich krank bin...<
>Und wie kommst du darauf?<
>In letzter Zeit ist mir ständig schwindelig, ich habe Kopfschmerzen und muss andauernd brechen. Ich kann gar nicht mehr, mein Magen ist so leer, es tut schon höllisch weh.<
>Das könnte sehr viele Ursachen haben Alyssa. Es ist schwer, jetzt zu sagen das und das hast du, wenn ich es gar nicht genau weiß. Am besten nehmen wir dir mal Blut ab, im Krankenhaus und dann lassen wir ein Blutbild machen. Bist du einverstanden?<
>Ja, das ist schon okay. Aber, ähm... mir läge viel daran, wenn du es Brendan nicht erzählen würdest. Ich möchte nicht, das er sich Sorgen macht. Ist das okay für dich?<, fragte ich ihn.
>Ärztliche Schweigepflicht Alyssa.<, antwortete er.
>Wann soll ich denn mal ins Krankenhaus kommen? Machst du das dann?<
>Komm doch einfach am Montag nach der Schule mal vorbei. Ob ich es mache, hängt ganz davon ab, was auf der Station los ist.<
>Hm, nagut. Okay, dann werd ich dich mal nicht weiter stören. Ich danke dir.< Ich wollte gerade gehen...
>Liss findest du es richtig, Brendan nichts davon zu erzählen?<
>Ja. Du weißt wie er ist. Er würde sich den ganzen Tag Sorgen um mich machen und mich nicht aus dem Auge lassen.<
>Aber wer das nicht vielleicht sogar am Besten für dich? Was ist denn, wenn du mal alleine bist und du brichst zusammen? Dann ist keiner da, der dir helfen kann. Ich halte das für sehr verantwortungslos Alyssa! Überleg es dir. Zwar kannst du auf meine Verschwiegenheit zählen, aber ich würde die empfehlen, Brendan Bescheid zu sagen.<
>Nein, ich halte es für das Beste, wenn er nichts davon weiß. Gute Nacht Nickolas.<
>Alyssa eins noch.<, sagte er.
>Ja?<, fragte ich.
>Könnte es sein, das du schwanger bist?< Er schaute mich sehr ernst an.
>Nein, das ist nicht der Fall. Ich habe meine Tage.<
>Du weißt dass das nicht ausschlaggebend ist?<
>Ja, das weiß ich. Aber ich bin mir sicher, das ich nicht schwanger bin.<
S e i t e n z a h l :  488
A u t o r I n :  zur Vita von Jeannette Trost

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