Unsere Autoren stellen vor :
Krimis & Thriller
Zeiten der Gier
 
Home
Arbeitstitel
Kommentare
Aktuelle Autoren
Erfolge Autoren
Verlagsliste

Meinungen zu Bookby`s
NEU - Lektorat
Arbeitstitel einstellen
Dein Buch als PDF

News
Bookby's-Shop
Link auf Bookby's
Nutzung & AGB
Impressum

 
 

DUMM - Das ultimativ miese Motivationsbuch
Satire & Comedy
Geschrieben von Karin-Maria Schulze   

E x p o s é :

bvgesfamleb
 

Chistoff, Langzeitstudent der Astro-Physik und Erfinder von Weckmaschinen schreibt einen Bestseller über den wichtigsten Treibstoff des Menschen – die Motivation.
Wie man, nachdem man motiviert ist, dann auch noch glücklich, reich und schön wird, erfährt der Leser ebenfalls. Christoffs inneres Schweinehuhn hat allerdings völlig konträre Ansichten und gibt ständig zu allem seinen Senf dazu. Das Werk wird gesponsert von einer mächtigen Reinigungsfirma, der Weg GmbH. Deshalb interviewt Christoff auch deren Vertreter, riesige lebende Wischmöppe zu den einzelnen Themen. So erfährt der Leser auch sensationelles, bisher Geheimes über Ordnung und  Sauberkeit.
Christoff wird jedoch immer wieder vom Schreiben abgelenkt, denn ein mysteriöses Objekt, das er durch sein Teleskop beobachtet, nähert sich der Erde. Schließlich spitzt sich alles zu als Christoff und sein Schweinehuhn sich einer Schar feindlicher Wesen gegenüber sehen. Wer wird diesen ungleichen Kampf gewinnen?

L e s e p r o b e : 

 

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

 

  

  

  

  

  

  

  

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 


  

  

     

  

  

  

  

  

  

  

 

  

  

 

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

 

  

  

  

  

  

  

 

  

  

  


  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

 

  

    

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

 

  

 

 


„Wenn ich einen Farmer aus Texas sprechen lasse, klingt das genau wie ein Farmer aus Texas. Das können einige. Wenn ich den Teufel sprechen lasse, dann weiß jeder: So spricht der Teufel. Das können nur wenige. Aber es gibt nur eine, die so schreibt wie das innere Schweinehuhn: Die Schulze!“ Steven King
 
„Durch dieses Buch habe ich den Frieden mit meinem inneren Schweinehuhn gefunden.“ Dalai Lama
 
„Ich habe es drei Mal hintereinander verschlungen. Mein Lieblingsbuch! Äh, ich meine natürlich mein Zweit-Lieblingsbuch. Das nenne ich wahre Lebenshilfe.“
Papst Benedikt
 
Das Ding

Christoffs Augen schmerzten vor Übermüdung. Dennoch konnte er seinen Blick nicht abwenden. Was war das dort am nächtlichen Himmel? Es war noch sehr klein, sehr weit weg und schlingerte. Tastend griff Christoff nach der halbvollen Tasse, die eigentlich direkt neben ihm hätte stehen sollen und verfehlte sie knapp. Die Tasse kippte scheppernd um und der kalte Kaffee ergoss sich mitten aufs Bett, das neben dem Schreibtisch stand. Ein alter, grimmig aussehender Teddybär, der dort  lag bekam das meiste ab. Hastig stand Christoff von seinem Hocker auf. Zum Glück hatten weder sein Teleskop, noch seine Bücher oder das Aufnahmegerät eine Dusche abbekommen. Inzwischen dämmerte es draußen und wurde zu hell, um das Ding weiter zu beobachten. So verschloss Christoff die empfindliche Teleskoplinse wieder und deckte das Gerät sorgfältig mit einem Laken ab.

Auch die vier frei in der Wohnung umher fliegenden Sittiche des Astro-Physik-Studenten, hatten bemerkt, dass es hell geworden war. Wie jeden Morgen stritten sie sich mit lautem Gezeter um den besten Sitzplatz auf einer Holz-Schaukel. Christoff schüttete frisches Vogelfutter in die Näpfe, lief zurück zu seinem Laptop und klappte ihn seufzend auf. So gerne, wie er weiter über den seltsamen Himmelskörper nachgedacht hätte, er musste wieder arbeiten. Er schrieb nämlich gerade an einem wichtigen Buch, durch das er sehr reich werden würde. Und das war auch dringende notwendig, denn dieses Geld brauchte er für sein Studium.

Prolog – (der Erzähler)

Darf ich mich vorstellen? Ich heiße Christoff Nikolaus, bin 51 Lenze jung und studiere Astro-Physik im 59. Semester. Außerdem bin ich Erfinder von Anti-Schlaf-Maschinen – aber dazu später. Sie merken schon, im Gegensatz zu diesen oberflächlichen Studenten, die schon nach acht Semestern fertig zu sein glauben, mache ich alles wesentlich gründlicher. Dazu muss ich mich jeden Tag neu motivieren – und das jetzt schon seit 29 Jahren. Somit bin ich besonders stolz, Ihnen meine spektakulären Erkenntnisse aus fast drei Jahrzehnten Motivations-Forschung zu präsentieren. Meine Entdeckungen sind einzigartig, weil unwiderlegbar und genial.

Wundern Sie sich nicht, wenn Sie zwischendurch einige unqualifizierte Statements meines inneren Schweinhuhnes lesen (in kursiver Schrift). Ich habe es reden lassen, weil es der natürliche Feind jeder Motivation ist. Schließlich muss man seinem Widersacher ins Auge blicken. Übrigens behaupten irgendwelche Ignoranten, dass es omnisexuell ist. Das ist natürlich völliger Unsinn. Wenn es omnisexuell wäre, würde es nicht nur fressen, saufen, schlafen und meckern, sondern auch auf sein Äußeres achten.

\"Weißt Du überhaupt, was omnisexuell ist?\"

 „Klar, du springst alles an, was nicht bei drei auf dem Baum ist – und danach den Baum selbst.“

\"Blödsinn. Ich habe nur nicht so einen beschränkten Partnerbegriff, wie du.\"

 „Du meinst wohl Paarungsbegriff…“

Ich habe mein Studium nie als Elfenbeinturm angesehen. Deshalb habe ich mir gleich im 30. Semester einen der hoch begehrten Jobs als Aushilfsreporter bei dem beliebten Radio-Stadtteil-Sender, der Furunkel-Welle-92-00, gesucht. Dort produziere ich nun schon seit über 10 Jahren regelmäßig Beiträge zu Lebenshilfethemen. Sie möchten wissen, wie Sie schöner, gelassener, glücklicher und vor allem motivierter werden? Lesen Sie dieses  Buch! Nein, nicht! Außerdem profitieren Sie dabei von meinem immensen Erfahrungsschatz, da ich ständig die unglaublichsten Persönlichkeiten interviewe. Meine gewonnenen Erkenntnisse runde ich dabei übrigens gerne von Zeit zu Zeit mit Zitaten von mir selbst ab.

An dieser Stelle noch mal meinen ergebenen Dank der Universum Weg GmbH und CoKG. Der internationale Marktführer im Bereich Raumkosmetik hat mich bei der Realisation dieses Mega-Bestsellers unterstützt. Spekulationen, dass ich aus diesem Grunde nicht neutral bin, sind jedoch völlig aus der Luft gegriffen! So habe ich in dem folgenden Buch der Bücher nur ungeschnittene Original-Aufnahmen als Quellen verwendet. Das ist keinesfalls selbstverständlich beim Radio!

\"Du hast vergessen zu erwähnen, dass Du deshalb ungeschnittene Radiobeiträge verwendest, weil Du das mit dem Schneiden nicht hinbekommst. Bei deinen vielen „Ähs“  würdest du aus dem Schneideraum gar nicht mehr herauskommen.\"

Wie man es schafft, morgens aus dem Bett zu kommen

Sich selbst zu motivieren ist der Schlüssel zu allem. Theoretisch kann das jeder – selbst Sie. Die erste Hürde – gleich morgens – ist allerdings: Wie komme ich aus dem Bett? Entspannen Sie sich erst einmal. Nur nicht aufregen. Das Problem ist lösbar. Es gibt da sehr effektive Methoden. Zunächst flüstert jedoch Ihr inneres Schweinehuhn, das grinsend, faul hingeräkelt vor sich hin gähnt:

\"Bleib doch noch ein bisschen im Bett. Vergiss nicht, eingehende Studien haben bewiesen, Leute, die lange schlafen sind, ausgeschlafener. Außerdem werden sie nicht so schnell fett, kriminell und übellaunig.\"

Wurzeln des inneren Schweinehuhnes

Sie merken, ihr inneres Schweinehuhn ist ein nervendes Plappermaul. Äh – und fällt einem ständig ins Wort. 

\"Wo ist eigentlich meine 500-Gramm-Tafel Schokolade? Und der Fernseher ist ja auch noch aus! Übrigens Schokolade ist sehr vielseitig. Man kann sie zum Beispiel zum Dezimieren von Hunden benutzen. Das Theobromin ist für sie giftig. Eine 300-Gramm-Schokolade reicht für einen 10 bis 15-Kilo-schweren Köter.\"

„Moralische Skrupel kennst Du auch nicht – oder?“

\"Na ja, ich gebe zu – mir bricht es auch das Herz eine 300-Gramm-Tafel für so etwas zu opfern.\"

Bevor Christoff dazu kam, weiter über seinen inneren Widersacher zu berichten, bemerkte er, dass es schon etwa seit 30 Minuten an der Haustür Sturm klingelte. Nichts Gutes ahnend öffnete er die Tür und blickte direkt in die bebenden Nasenflügel seines Nachbarn, Herrn Brandt, der etwa einen Kopf größer war als Christoff.
„Herr Nikolaus – DAS GEHT SO NICHT! Sie haben schon wieder die Werbebroschüren im Hausflur NICHT ordnungsgemäß entsorgt. Jetzt reicht es! Ich habe die Hausverwaltung informiert.“
Entsetzt bemerkte Christoff, dass in der immer näher kommenden Nase von Herrn Brandt, ein dicker Popel hing. Christoff versuchte Herr Brandts Redefluss irgendwie zu stoppen:„Äh!“ Doch Herr Brand ließ sich nicht aufhalten:„Leugnen Sie nicht! Sie nehmen sich einfach die Zeitung und lassen die Werbung im Hausflur liegen. Ich habe Sie durch meinen Spion beobachtet!“ 
Wie um das Gesagtes zu unterstreichen, erklang ein vorwurfsvolles, lautes Maunzen aus der Wohnung der Brandts, die genau über der des Studenten lag. Die Brandts, die sich für die internationale Katzenhilfe engagierten, hatten immer mehrere Pflegetiere bei sich. Momentan waren es insgesamt vier. Herr Brandt hielt inne und schien einen Moment nachzudenken: „Ganz nebenbei. Haben Sie meine Thea gesehen, die grau-getigerte?“
„Nein“, murmelte Christoff. Herrn Brandts leicht roter Kopf färbte sich schlagartig dunkelrot. Er wurde noch lauter: „Ich habe genau gesehen, wie mein Liebling in ihre Richtung gelaufen ist!“
Inzwischen hing der Popel nur noch an einem Nasenhaar und drohte jeden Moment auf Christoff herabzufallen. Beherzt trat Christoff einen  Schritt zurück und schlug Herr Brandt die Tür vor der Nase zu. Sie fiel mit einem lauten KLACK ins Schloss. Erleichtert atmete er auf. Kaum zu glauben, dass dieser unangenehme Typ eine so nette, attraktive Frau und zwei so liebe Kinder hatte. Herr Brandt schimpfte weiter hinter der geschlossenen Haustür: „Ihr Verhalten wird schwerwiegende Konsequenzen haben. Ich werde die Hausverwaltung rufen, die Polizei, den Technischen Hilfsdienst und das Ordnungsamt! Auf Katzenmisshandlung steht Gefängnis! GEFÄNGNIS!“
Christoff zuckte mit den Schultern und lief zurück zu seinem Schreibtisch.

 Zurück zum Thema Schweinehuhn. Legen Sie sich bloß nicht mit Ihrem inneren Motzhuhn an. Es gehört übrigens zu einer Spezies, die es nur in Deutschland gibt. Wörtlich kann man das Schweinehuhn nicht in andere Sprachen übersetzen. Grund genug, um zu untersuchen, welche „deutschen Wurzeln“ es hat.

Aber zunächst muss ich ein Missverständnis aufklären: Man liest überall vom inneren Schweinehund. Diese Bezeichnung ist ausgereifter Nonsens. Ursprünglich entstand dieser Lapsus, weil der deutsche Abt Augustinus, Ludowig, Magdalena von Steinbrecher eine Dokumentenrolle im Jahre 1112 nach Christus falsch abschrieb. Dabei ging es um ein hochgeheimes, christliches Dokument aus dem Jahre 465 mit dem Titel: „Ein Kaiserreich für ein Schweinehuhn.“ Aus Schweinhuhn wurde Schweinehund – und seit dem haben das alle falsch übernommen – außer meiner Wenigkeit. Mit etwas Verstand hätte man bemerken müssen, dass Schweinehund die falsche Übersetzung ist. Schließlich sind Vögel und nicht Hunde die nächsten noch lebenden Verwandten der Dinosaurier. Wem ähnelt Ihr inneres Motz-Monster mehr, einem verfressenen Tirex oder einem unterwürfigen Hund?

\"Genau!  Gibt es heute endlich Wellensittichsuppe?\"
 
„Blödsinn!“

\"Komm schon! Die Kackgeier machen den ganzen Tag nichts anderes als Kreischen, Fressen und Vögeln.\"

„Richtige Konkurrenz für dich.“

Zur historischen Entwicklung des Schweinehuhnes: Das „innere“ Schweinehuhn kommt vom „äußeren“ Schweine- oder Sauhuhn. Das waren kräftige, straußenähnliche Vögel, die für ihr Leben gerne Wildschweine jagten. Die Vögel wogen bis zu 500 Kilo, waren etwa drei Meter hoch und legten 10-Kilo-schwere Eier. Fliegen konnten sie nicht mehr aber sie waren so flink, dass sie auch so Schweine fingen. Der letzte Verwandte dieses bemerkenswerten Vogels ist übrigens erst gegen 1700 nach Christus durch den Menschen ausgerottet worden. Es war der Elefantenvogel. Das Sauhuhn war demnach kein Vogel, der faul und motivationslos war. Wie wurden diese kräftigen, ausdauernden Vögel schließlich zu so einem nichtsnutzigen, dickbäuchigen Etwas?

Das war so: Tief in den Wäldern, dort wo die Sauhühner Wildschweine jagten, lebte einst ein Außenseiter-Wildschwein. Es machte seinem Namen absolut keine Ehre: Es war überhaupt nicht wild, sondern fett, faul und lag am liebsten nur herum. Eines Tages standen sich Sauhuhn und Außenseiter-Schwein direkt gegenüber. Eine haarige Situation. Schwein überlegte kurz aber nur sehr kurz, ob es wegrennen sollte. Das war ihm jedoch viel zu anstrengend. Da wendete sich das Blatt plötzlich und nach einigen Minuten fanden sich Schwein und Huhn plötzlich sehr attraktiv. So paarten sie sich kurzerhand. Was dabei heraus kam, war das innere Schweinehuhn. Das „innere“ ist dabei sehr wichtig, denn nach draußen würde sich dieses Geschöpf nie trauen. Da ist es ihm viel zu windig. 

\"Neuerdings gibt es immer mehr Möchtegern-Bezwinger unserer Sippe. Sie halten Seminare ab,  faseln etwas von Versöhnung mit dem inneren Schweinehuhn und dass man mit uns verhandeln soll. Ich verhandele nicht über 100-Gramm-Schokoladen. Das sind Hunger-Rationen!\"

Vor allem Politiker, Militärs, Turnlehrern und Motivationsgurus kennen und lieben das Schweinehuhn. Das merkt man daran, dass sie ständig über es reden.

„Kämpft gegen euer inneres Schweinehuhn!“ (Lieblingsspruch von Fitnesstrainern)
„In Deutschland gibt es kein Recht auf Faulheit (Umschreibung für Schweinehuhn) – vor allem nicht für Arbeitslose“ (Gerhard Schröder, Exkanzler).

Gibt es jemanden, der solche Sprüche nicht kennt? Was konkret bedeutet eigentlich das Gegenteil von Faulheit, nämlich Fleiß? Es bedeutet arbeitsam und zielstrebig zu sein, so wie die fleißigen Honigbienen.

\"Honigbienen sind am Aussterben.\"

Das Faultier hat übrigens diese Probleme nicht. Fast sein gesamtes Leben findet nach unten hängend an einem Ast statt. Nur zirka alle acht Tage macht es mal einen Haufen. Eigentlich müsste es nicht Faultier, sondern Effizienztier heißen. Nur der Koala schläft noch länger, nämlich bis zu 20 Stunden täglich.

Ich arbeite gerade an einer ausgeklügelten Marketingstrategie, um weltweit allen Faultieren und Koalas meinen Motivations-Bestseller zu verkaufen. Das Buch wird dann auf jeden Fall vergriffen sein. Also sichern Sie sich jetzt besser schon ihr Dritt-Exemplar! Es könnte ja sein, dass sie die anderen zwei verlegen.

\"Ich sehe schon die Schlagzeilen: Christoff belegt den Platz 1 auf den Bestsellerlisten der Faultiere und Koalas. Wenn Sie nicht schlafen oder dösen, was sie eigentlich immer tun – lesen sie Christoffs-Motivtionsbestseller.\"

Sie haben Ihr kleines Problem, nämlich aus dem Bett zu kommen, noch nicht gelöst? Keine Panik. Gehen Sie diplomatisch vor. Fragen Sie sich: „Warum will ich aufstehen?“ Da gibt es doch bestimmt viele Gründe, wieso Sie sofort aus dem Bett springen möchten. So eine fiktive Unterhaltung kann z. B. so aussehen: Das Leben ist schön! Ich werde mir heute ein großes Stück davon holen. Ich platze vor Energie und gehe jetzt zur Arbeit. Sie macht mir Spaß!

\"Schließlich träume ich schon seit  frühster Jugend davon, bewegungslos in einem abgedunkelten Zimmer in ein Plastikgehäuse zu starren.

Auch wenn ich den ganzen Tag an meinen Bürostuhl gekettet bin. Mit den Füßen scharren macht auch Spaß.

Außerdem bedeutet Arbeit nette, verkniffene Gesichter zu sehen und tiefsinnige Gespräche zu führen: z. B. über meinen, nicht vorhandenen überdurchschnittlich intelligenten Wundernachwuchs, die Bösartigkeit des Chefs oder die Blödheit nicht anwesender Kollegen.\"

Es klappt immer noch nicht mit dem Aufstehen? Ein weiterer Versuch. Räkeln Sie sich und bleiben Sie noch eine Viertelstunde liegen. ABER NICHT WIEDER EINSCHLAFEN! Schalten Sie das Radio ein und suchen Sie sich eine interessante Sendung heraus. Sehr gut eignen sich die Nachrichten. Hören Sie einfach zu und Sie werden von allein wach. Ich habe Ihnen mal die Nachrichten von gestern als Beispiel mitgebracht:

Das Lohnniveau ist weiter gesunken und befindet sich auf dem tiefsten Stand seit 1794.

Die bundesweite Insolvenzzentrale rät  Arbeitnehmern: Schauen Sie kurz bevor Sie zur Arbeit gehen kurz im Internet nach, ob es die Firma, in der Sie arbeiten, noch gibt. Checken Sie bei der Gelegenheit außerdem, ob ihre Bank und das Haus, indem Sie leben, noch vorhanden sind.

Die Zahl der nicht besetzbaren offenen Stellen ist auf Rekordniveau. Gesucht wird überdurchschnittlich, intelligenter Wundernachwuchs.

Praktikumsstellen verzeichnen einen enormen Zuwachs. Arbeitgeber raten Suchenden: Bieten Sie dem Unternehmen an, mindestens für fünf Jahre unentgeltlich zu arbeiten. So steigen ihre Chancen, einen der begehrten Plätze zu ergattern. (Weiterführende Literatur: Wie schnorre ich mich durch die Firmenkantine, Pausenbrote stehlen, Campen auf dem Firmenparkplatz, Übernachtung in Firmenklos)

Das Bundeskriminalamt warnt: Drogenmissbrauch und Kriminalität sind in diesem Jahr wieder um 200 Prozent gestiegen. Besonders betroffen sind 3- bis 5-Jährige, die sich in Banden organisieren, um ihre Opfer auszurauben. Besonders gefährdet sind Leute, die morgens früh aus dem Haus gehen.

Das Wetter: Graupel und Eisregen vermischt mit Hagel. Der deutsche Wetterdienst warnt vor hurrikanartigen Böen, herab-fallenden Ziegeln, umfallenden Bäumen und herumfliegenden Kühen.

Staumeldungen: Der kürzeste Stau ist derzeit 113 Kilometer lang  und fängt genau vor ihrer Haustür an. Die Umgehungsstraßen sind zugeschneit und nur mit Hundeschlitten passierbar.

Das mit dem Radiohören hat nicht geholfen? Ganz ruhig bleiben. Es gibt ganze Industriezweige, nur damit Sie aus dem Bett kommen. Die Flugzeug-, Kirchenglocken-, Schlagbohrer- oder Rasenmäherindustrie? Nein, es geht um absolut einzigartige, speziell von mir entwickelten Anti-Schlafmaschinen. Denken Sie daran, wenn Sie jetzt plötzlich ohne Probleme aus dem Bett springen, werde ich arbeitslos. Können Sie das verantworten?

Anti-Schlafmaschinen

„Dieses schlingernde Ding nähert sich tatsächlich unserem Sonnensystem! Ist das nicht phantastisch? Und ich bin der erste, der das Ding entdeckt hat. Erst dachte ich, es wird vorbeifliegen – aber es fliegt tatsächlich auf Kollisionskurs. Was allerdings nicht weiter schlimm ist, da es die Erde sowieso erst in so vielen Milliarden Jahren erreicht und unser Planet dann sowieso nicht mehr existiert.“

\"Ich habe ja immer schon gesagt, dass Du auf einem Drecks-Planeten haust. Wahrscheinlich ist das die Müllabfuhr.\"

Zurück zu den Anti-Schlafmaschinen. Zunächst müssen Sie wissen: Es gibt verschiedene Schläfer. Bevor Sie die passende Anti-Schlafmaschine aussuchen, müssen Sie herausfinden, welcher Schlaf-Typ Sie sind.

\"Übrigens: Statistisch gesehen bekommt man morgens nach dem Aufstehen am häufigsten einen tödlichen Herzinfarkt!\"

Gehören Sie vielleicht zur den Koma-Schläfern? Das heißt, der Wecker klingelt schon seit einer Stunde. Sie haben einen extrem kurzen, wachen Moment und denken: Das ist aber ein fieser Alptraum, dass ich jetzt schon aufstehen muss! Dann schlafen Sie unbeeindruckt weiter. So läuft das jeden Morgen. Auf ihrem Nachtisch könnte auch eine Atombombe explodieren, Sie würden das verschlafen. Die Lösung: Sie brauchen eine ultra-effektive Weckmaschine, keinen banalen Wecker. Ganz nebenbei - zufällig bin ich der einzige weltweite Erfinder dieser ultra-effektiven Weckmaschinen!

Oder sind Sie eher ein Panikschläfer? Immer von der Angst geplagt, dass alle Wecker versagen, falsch gestellt sind oder einfach nicht klingeln? Sie haben mindestens zehn Wecker im Schlafzimmer verteilt, an die Sie sich erinnern, plus die anderen 20, die Sie gelegentlich beim Aufräumen finden. Dennoch leiden Sie jede Nacht unter einem immer wiederkehrenden Alptraum: Ihr Chef persönlich klingelt Sie morgens um 11 Uhr aus dem Bett. Mit grimmigen, feuerroten Gesicht steht er da: „Das war’s dann wohl Schulze! Sie haben schon wieder einen Termin platzen lassen. Packen Sie ihre Sachen und beantragen Sie schon mal ihre Stütze. Und ziehen Sie sich was Anständiges an, sonst klappt das mit der Stütze auch nicht!“ Mit diesen Gedanken wälzen Sie sich schweißgebadet jeden Morgen schon Stunden vor der Weckzeit im Bett herum. Dennoch werden Sie auf wunderliche Weise immer genau dann todmüde, wenn Sie tatsächlich aufstehen müssen. Die Lösung: Lassen sie sich doch durch ihre Nase wecken. Mit meinem neu entwickelten Duftwecker!

\"Auf diesem Planeten hat doch noch keiner deine Dinger gekauft …\"

Duft-Granater

Mein sensationeller Duft-Granater weckt Sie einfach nur durch seinen Geruch. – Gestank! Der Mechanismus ist einfach aber genial. Sie wählen einen Duft aus zum Beispiel Frühstücksschinken. Am Abend vorher füllen Sie die entsprechende Schublade des Weckers mit dem Schinken. Dann am nächsten Morgen, fünf Minuten vor der Weckzeit, fängt die Maschine an, den Schinken zu braten. Der Duft steigt ihnen in die Nase, das Wasser läuft ihnen im Mund zusammen und Sie stehen auf. Ganz ohne Zwang  - ganz ohne Panik.

\"Schwachsinn. Nasenforscher haben herausgefunden, dass Menschen in gut duftenden Räumen länger bleiben. Also warum sollte man dann aufstehen?\"

Tatsächlich können Sie die einmal erworbenen Reaktionen auf Gerüche nicht ändern. Wenn Sie also wegen des Duftgranaters überhaupt nicht mehr aufstehen, selbst wenn der Nachtisch Feuer gefangen hat, bleiben Sie ganz ruhig! Keine Panik. Sie brauchen einfach eine andere Weck-Maschine, die ich natürlich auch schon erfunden habe.
 
Apokalyptik

Sie sind absolut resistent gegen jede Art des Weckens und verlieren deshalb ständig ihre Jobs? Außerdem treiben Sie ihre Umwelt in den Wahnsinn, weil Sie die zahlreichen versteckten Wecker nicht mehr finden – selbst wenn sie klingeln? Die Lösung: Sie brauchen meinen einzigartigen „Apokalyptik“! Das ist der absolute „Rambo“ unter allen Weck-Maschinen. Wenn er anspringt, macht sich das pure Entsetzen breit. Und das nicht nur in ihrem Schlafzimmer, sondern in der ganzen Stadt.

Der Aus-Knopf ist so klein, dass Sie ihn nur mit einem sehr dünnen Nagel auslösen können. Wenn Sie noch verschlafen sind, ist das unmöglich. Dann hauen Sie sich den Nagel in den Daumen. Das ist eine zusätzliche Sicherheit, dass Sie aufwachen. Außerdem besitzt der Apokalyptik einen 1000-Volt-Bettschüttler. Einige behaupten, dass der Wecker Migräneanfälle auslösen kann.

\"Fakt ist, er löst sie mit Sicherheit aus.\"

Crying Horses

Sie sind schwerhörig und riechen und sehen außerdem fast nichts? Deshalb nützen ihnen die vorgestellten Modelle nichts? Die Lösung: Sie brauchen meinen neuen „Crying Horses“.

Gleich vorweg: Es handelt sich hierbei nicht um einen normalen Vibrationswecker, wobei das Vibrationskissen ins Kopfkissen  geklemmt wird. Crying Horses ist an eine Seilwinde und an einen Zimmerkran angeschlossen. Wenn Sie nach dem ersten leichten Vibrieren nicht fluchtartig das Bett verlassen, wird ein Erdbeben der Stärke 15 ausgelöst. Nach weitern 60 Sekunden stellt sich das Bett schlagartig senkrecht. Gemütlich auf dem flauschigen Teppich weiterdösen? Vorsicht: Nach weiteren 30 Sekunden rast das Bett wieder in seine ursprüngliche Position. Tipp: Legen Sie einen erste Hilfekoffer neben ihr Bett.

\"Oder wie wäre es mit einem Sarg?\"

Seinen Namen hat dieser Wecker übrigens noch von seinem Vorgängermodell. Bei den ersten Prototypen habe ich anstelle von Hightech noch Pferde vor das Bett gespannt. Durch einen ohrenbetäubenden Peitschenschlag wurden die Tiere zur Weckzeit geschlagen, so dass sie vorwärts stürmten und das Bett mit nach oben rissen.

Die Welt außerhalb des Bettes

„Es ist unglaublich, wie groß und schnell das Objekt ist, das sich unserer Erde nähert! Ich habe wieder kein Auge zugetan. Wenn es weiter mit dieser Geschwindigkeit auf uns zurast, wird es doch viel schneller, so zirka in acht Millionen Jahren einschlagen und unser ganzes Sonnensystem pulverisieren. Ist das nicht phantastisch! Und ich habe es entdeckt.“

Zurück zum Thema Bettflucht. Ihre Füße sind eindeutig nicht mehr im Bett? Sie sind mit Hilfe meiner Weckmaschinen  aufgestanden? Gratuliere! Völlig auf Automatik eingestellt, suchen Sie tastend nach den warmen Puschen unter dem Bett. Die natürlich nicht da stehen, wo sie sein sollten.

\"Tu’s nicht! Der Tag kann nur schlechter werden!\"

 Seien Sie stark! Tun Sie es endlich! Die Welt wartet nur auf Sie. Doch bevor Sie diese erobern, ist noch ein kleiner Zwischenschritt notwendig. Sie müssen sich waschen.

Chistoff blickte auf und seine Augen weiteten sich entsetzt. Dort in der Ecke lagen die  blutigen Überreste seines geliebten weißgrauen Wellensittichs. „Oh Nein! Speedy hat sich umgebracht! – OH NEIN!“

\"Wie doof kann man eigentlich sein. Er ist eindeutig gefressen worden.\"

„Aber von wem denn?“

\"Ich hätte da schon eine Idee – fängt mit T an und hört mit A auf.\"

„Die liebe Thea von den Nachbarn? Nein, das glaube ich nicht!“, schniefte Christoff und verfrachtete die kläglichen Überreste des Vogels in eine Pappschachtel.
 
Sich waschen

Die Wahrheit ist: Anziehend ist nur, wer gut riecht und gepflegt aussieht. Die Frage lautet also: Wie schaffen Sie es, gut  zu riechen und gut auszusehen? Und das aller Schwierigste dabei ist: Das auch noch jeden Tag. 

\"Nein! Es ist total schlecht für den Schutzmantel deiner Haut, wenn Du dich täglich wäschst. Dein Geruch ist zwar nicht gerade sexy aber Waschen hilft da auch nicht.\"

STOPP – glauben Sie das nicht. Studien zufolge spielt der „gute Geruch“ bei der Partnerwahl oder bei Einstellungs- oder Verkaufsgesprächen eine sehr wichtige Rolle!
 
\"Musst Du denn ausgerechnet heute jemanden aufreißen oder zu einem Vorstellungsgespräch?\"

Über das Wasch-Thema habe ich lange und gründlich nachgedacht. Ich habe monatelang nach den letzten Veröffentlichungen von Wasch-Forschern gesucht. Ohne Erfolg. Es gibt keine! Können Sie sich das vorstellen? Es gibt Lachforscher, Schlafforscher, Riechforscher, Geld-Forscher aber keine Wasch- und Seifenforscher. Das einzige, was man findet, sind Abhandlungen darüber, wie man exakt in den Pott scheißt oder es irgendjemandem (z. B. Baby, Dogge, Katze, Nachbar) beibringt. Exakt mitten rein und nicht etwa einen Zentimeter daneben. Das Ganze nennt sich Reinlichkeitserziehung.

\"Und funktioniert – überhaupt nicht. Schau Dir nur mal öffentliche Toiletten an.\"

So bin ich besonders stolz, Ihnen meine eigenen, bahnbrechenden Forschungsergebnisse zum Thema Waschen zu präsentieren.

\"Du spinnst. So wirst Du es nie zu etwas bringen. Denk doch mal an Joseph Beuys. Der ist mit Fettflecken und schmutzigen Badewannen berühmt geworden.\"

Das unberechenbare Nass

Doch zunächst eine Warnung: Halten Sie sich von Wasserhähnen und gefüllten Badewannen fern. Stellen Sie sich vor: Sie kriegen einen Wasserhahn nicht mehr zu. Oder Sie drehen das Gewinde versehentlich in die falsche Richtung und ZACK…der Hahn fliegt im hohen Bogen weg, das Wasser schießt ins Wohnzimmer und läuft direkt weiter die die Nachbarwohnung. Lassen Sie sich nicht täuschen – Wasser kann tückisch sein.

\"Wasser ist tückisch! Meist fängt es mit einem ganz kleinen harmlosen Geräusch an. Etwa so: ZISCH. Ertrinken ist ein äußerst grässlicher Tod.\"

Gut kontrollierbar ist das erfrischende Nass, wenn Sie eine große Menge – z. B. eine 1-Liter-Flasche in eine kleine Spritze umfüllen. Das reicht zum Waschen. Dann nehmen Sie ein Stück Seife und reiben sich damit kräftig in kreisenden Bewegungen ein.

\"Habe ich schon mal von meinem Bekannten erzählt, der einen lebensgefährlichen Nässeschock durchs Waschen erlitt? Seine  Gliedmaßen fingen  unkontrollierbar an zu tropfen. Seine Haut verfärbte sich weißlich und warf riesige Wellen. Er musste sofort in die Notaufnahme.\"

„Verschon mich mit deinen komischen Geschichten. Wahrscheinlich, hatte er einen Schock, weil du ihn vollgesabbert hast.“
 
Seife

Der Begriff  Seife kommt übrigens aus dem althochdeutschen „seiffa“. Das war ein Mittel zum Rotfärben von Haaren. Heutzutage ist es üblich, sich damit täglich zu waschen.

\"Dieses Ekel erregende Zeug wird aus Knochenfett, Schmalz und Stiergalle gemacht. Gibt es ein anderes Lebewesen auf diesem Planeten, das sich damit einreibt?\"

Im Rom des Altertums wusch man sich übrigens nicht mit Seife, sondern mit Bimsstein. Noch um die Zeitenwende war Seife nur etwas für die Oberschicht. Inzwischen ist sie jedoch in allen erdenklichen Geruchs- und Geschmacksrichtungen verbreitet.
Se i t e n z a h l :  110
A u t o r I n :  zur Autorin Karin-Maria Schulze

Artikel kommentieren | Zu Favoriten hinzufügen (0) | Artikel zitieren | Aufgerufen: 695

 
Benutzer Bewertung: / 79
SchlechtSehr Gut