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Romane & Erzählungen
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Geschrieben von Michael Alexius
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E x p o s é :
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Der Kleinstadtpolizist Mike Hart lebt mir seiner Familie in Bognor Regis. Immer wieder wird er von Träumen heimgesucht, welche Hinweise darauf geben, das er als ein von Gott gesandter Engel, eine schwere Aufgabe zu erfüllen hat.
Die hier geschilderte Geschichte ist ein rein spirituell angehauchter Unterhaltungsroman. Alle Handlungsabläufe und Personen bis auf tatsächlich im Leben stehende Personen, sowie deren Namen sind frei erfunden. Einige Namen tauchen aber in der Mythologie auf und sind entsprechend unverfälscht übernommen worden. Der Inhalt beschäftigt sich in seinem eigentlichen Sinne mit den Urängsten der Menschheit und ruft zu mehr moralischer Verpflichtung in unserer Gesellschaft auf.
Es muss betont werden, dass der islamische Glauben in dieser Geschichte nicht in seiner Gänzlichkeit kritisiert wird. Jedoch die Machenschaften von terroristischen Organisationen, die für ihre Vorhaben oft den so genannten „Heiligen Krieg“ als Rechtfertigung für ihre Anschläge voranführen.
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L e s e p r o b e :
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I. Gottes liebster Engel
„Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen. Und der Drache stritt und seine Engel und siegten nicht; auch ward ihre Stätte nicht mehr funden im Himmel. Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführet; und ward geworfen auf die Erde; und seine Engel wurden auch dahin geworfen.“
Mein Name ist Mike Hart. Es ist ein verregneter Sommer, eigentlich zu verregnet. Was man ja eigentlich in England schon als nicht so ungewöhnlich bezeichnen darf.
Hier im Westen von Sussex in Südengland lebe ich seit meiner Geburt. Hier in Bognor Regis mit 60.000 anderen Einwohnern am Ärmelkanal.
Ich hatte nie das Bedürfnis dieses herrliche Fleckchen Erde zu verlassen. Einst war dieser Ort ein Fischerdorf mit dem Namen Bornor. Im 18. Jahrhundert dann wurde daraus dann ein Ferienort. Vielleicht ist das auch der Grund meiner treuen Verwurzelung. Auch wenn der Wettergott es nicht immer gut meint mit dieser Region, so entschädigen doch die vielen, im georgianischen Stil errichteten Gebäude und der acht Kilometer lange Strand. Hier lebe ich mit meiner Frau Jacky und meinen Kindern Sam und Alice. Ich bezeichne das Zusammenleben mit meiner Familie als mein größtes Glück. Nur sie gibt meinem Leben einen wirklichen Sinn. In ihr finde ich meine innere Ruhe und Ausgeglichenheit. Ich lernte Jacky ein einem Pub gleich an der Ecke Courtneystreet neben unserer Policestation kennen. Sie hatte ihr Auto falsch geparkt. Nachdem ich sie sah, wusste ich dass sie die richtige Frau in meinem Leben war. Sie war recht zornig auf den, von mir gestellten Strafzettel und die Chance auf ein Date minimierte sich dadurch ins Unendliche. So raffte ich all meinen Mut zusammen und machte ihr einen Vorschlag.
Ein Abendessen mit ihr und der ausgestellte Strafzettel sei Vergangenheit. Ich sehe noch heute ihre verdutzten Gesichtszüge und ihre wunderschönen grünen Augen.
Ich hatte Glück, sie willigte ein und mein Leben bekam eine neue Wende.
Auf vielen Kontinenten des Erdballs spielt mein Glück jedoch keine Rolle. In vielen Regionen dieser Welt herrscht Krieg. Für die einen ist es ein Krieg des Glaubens für die anderen geht es lediglich um wirtschaftliche Interessen und persönliche Bereicherung. Wie auch immer die einzelnen Beweggründe für eine Kriegsführung beschrieben werden, das Ergebnis bleibt immer gleich. So war es in der Vergangenheit, so ist es in der Gegenwart und so wird es auch in Zukunft sein - Tod und Leid überall auf der Welt.
Mittlerweile macht es mich krank die Medien zu verfolgen. Denn immer wieder spiegelt sich in unserer gegenwärtigen Zeit Mord, Korruption und Machtgehabe.
Ich stelle mir die Frage wofür das alles und ich beginne zu
begreifen, dass das Böse immer weiter um sich greift. Es manifestiert sich immer stärker in denen, die Macht besitzen.
Macht! Sie könnte so viel Gutes bewirken, sie könnte richtig eingesetzt, vielen Menschen die in Not sind helfen. Jedoch wird sie immer wieder zum Instrumentarium des Dunklen, des Bösen. So verfolge ich den Zerfall von Moral und Anstand in unserer Gesellschaft.
Der Erzengel Michael ist ein in der Bibel erwähnter Erzengel, der für Anhänger aller drei Abrahamitischen Religionen von Bedeutung ist. Den Christen gilt er vor allem als Bezwinger Satans und Seelenwäger am Tag des Jüngsten Gerichts.
Meine Mutter gab mir den Namen Mike.In den letzten Jahren hämmern immer wieder die gleichen Gedanken durch meinen Kopf. Warum gab mir meine Mutter diesen Namen. Gab sie ihn mir, weil er Ende der sechziger Jahre einfach modern war? Ich forsche nach Erlebnissen meiner Kindheit, aus meiner Vergangenheit und dabei stelle ich für mich fest, dass mein Leben bis zum jetzigen Zeitpunkt ein Leben frei von schweren Schicksalsschlägen war.
Ich bezeichne mich nicht als besonders christlichen Menschen, im Alter von sieben Jahren musste ich erkennen, dass die Kirche auch nur eine Säule von dem ist, was durch Menschenhand geschaffen wurde. Von dort gesteuert wird die heilige Schrift verkündet, sie wird in die Welt getragen, an die Menschen gebracht – in Zeremonien.
Und so sitzen sie dort, die Menschen, in den vielen Kirchen und so viele heucheln Ihren Glauben. Ich erinnere mich an einen strengen Prediger, kleine Kinder wurden böse mit Blicken fixiert, da sie die heilige Messe durch Ihr Geplärre störten – und die Eltern, meist peinlich berührt, sie verließen das Haus Gottes. Eines von diesen Kindern war ich selbst.
Ältere Damen, gut gekleidet, mit vielen Ringen an den Fingern reichten den Opferstock an sich vorbei ohne eine Spende für die Armen zu leisten.
Bettler die an der großen Kirchenpforte standen wurden ignoriert oder sogar mit Spott vertrieben.
Da hab ich für mich den Entschluss gefasst, dass die Kirche als Institution für mich wenig Bedeutung besitzt. Sie wird sicherlich ihre Funktion haben und ich danke meinen Eltern auch dafür, das sie mich im katholischen Glauben erzogen haben aber das Kirchenwesen ist für mich niemals dafür entscheidend, ein guter und gottgläubiger Mensch zu werden oder zu sein.Aber ich spüre noch viel mehr. In meinen Träumen erscheinen mir Bilder, die mich aus meinem Schlaf reißen. Schlimmer als ein jeder Alptraum.Ich sehe das 13. und 14. Jahrhundert.Ich sehe einen Kaiser. Sein Name ist mir ein Begriff, so als habe ich in dieser Zeit existiert. Staufer-Kaiser-Heinrich der VI hämmert es in meinem Schädel. Mir wird gezeigt, wie er die Weltherrschaft ohne den päpstlichen Segen wollte. Ich sehen den mächtigsten Papst der Geschichte, Innozenz III. Sein Name scheint mir so vertraut. Voller Schmerz foltern mich meine Gedanken.
Kreuzzüge in alle Himmelsrichtungen, darunter der Vierte Kreuzzug, der Kreuzzug Friedrich des II., die Kreuzzüge Ludwigs IX. nach Ägypten und Tunis, der groteske Kinderkreuzzug, die Kreuzzüge von Christen gegen Christen, die Sizilianische Vesper, die Vernichtung der Templer, die Ausrottung der Heiden im Nordosten, das christliche Judenmorden und nicht zuletzt die totalitäre Inquisition, die jegliche Regung freiheitlicher Geister unterdrücken sollte.
Gott hat diesen Zustand nicht gewollt. Er hat es nicht gewollt, dass in seinem Namen tausende von Frauen durch die Inquisition ums Leben kamen.
Er hat es nicht gewollt, dass immer wieder, unter dem Deckmantel seines Namens, Kriege zwischen den Völkern geführt werden.
Also habe ich der Kirche als Institution, von Menschenhand geschaffen, den Rücken zugewandt.
Warum differenziere ich für mich persönlich meinen Glauben in solch einer Art und Weise? Warum betrachte ich die Dinge so wie sie zu scheinen sind.
Im Alter von 18 Jahren bin ich mit einem guten Freund nach Spanien gereist. Dort habe ich mir in einem Souvenirladen ein Schwert gekauft. Noch heute ist es in meinem Besitz. Es ist nicht irgendwo in einem meiner Kellerräume verstaut.
Es hat seinen Platz in meiner Wohnung gefunden. Seit zwanzig Jahren begleitet es mich jetzt schon. Warum fasziniert mich dieses Schwert so?
Da sind so viele Fragen, die ich mir stelle.
Mein Leben bleibt im Gleichgewicht. Ich habe eine gute und schlaue Frau getroffen und geheiratet. Sie schenkte mir zwei gesunde Kinder. Warum habe ich niemals finanzielle Schieflagen erlitten und warum hat sich für mich immer alles zum Guten gewendet?
Stehe ich in der besonderen Gunst Gottes?
Oder sind es immer wieder Prüfungen, die mir auferlegt werden, die ich hin und wieder zu bestehen scheine.
Wird Gott mich, an meinem Lebensende angelangt, für meine begangenen Sünden oder Fehler zur Rechenschaft ziehen?
Ich kann es nicht sagen. Aber da existiert etwas in mir das andere Menschen nicht besitzen.
Ich verachte den derzeitigen Zustand unserer Welt, gemacht durch Menschenhand. Ich durchschaue üble Machenschaften und bin doch so machtlos.
Ich frage mich ob der Tod ein spirituelles Wesen ist. Ein Gefährte Gottes, ihm untergeordnet, ein ihm dienendes Instrument.
Vielleicht sind schon allein die Gedanken daran ein Auslöser dafür, dass Gott zornig auf mich ist.
Möge er mir diese Gedanken verzeihen.
Wie auch immer es sei. Gott muss seine Menschen sehr lieben.
***
Hart wacht gegen 1.00 Uhr in der Früh auf, das zeigt sein digitaler Radiowecker an. Er ist verschwitzt. Sein Blick schwenkt auf das an der Wand hängende Schwert. Er kann nicht aufhören es anzustarren.
Dann scheint es ihm so als höre er eine Stimme.
II. Die Vorhut der Hölle
Irak 13.Dezember 2007 Bagdad, irakischer Vorposten 01.05 Uhr a. m. in der Nähe der Deadline.
Ein amerikanischer Pilot der Airforce ist auf einen Stuhl gefesselt. Das Zimmer erinnert an einen Ort des Todes. Vergilbte Tapeten mit Blut verschmiert, Unrat auf dem Boden. Keinerlei Möbel, lediglich ein Holzstuhl schmückt den Raum und lässt unschwer erkennen wofür er in der Regel genutzt wird. Hört man in die Stille, so hört man die Schreie so mancher, die in diesem Raum ihr Leben unter elender Folter gaben. Ziel sollte es immer sein, strategische Ziele des amerikanischen Militärs preiszugeben.
Der Name des Piloten lautet Gordon Wates. Vater von drei Kindern und als fürsorglich und liebevoll bekannt. Leider soll dies nun keine Rolle mehr spielen.
Zwei Soldaten der irakischen Untergrundbewegung stülpen ihm eine durchsichtige Plastiktüte über den Kopf.
Ein weiterer Soldat redet in gebrochenem amerikanisch auf den Kampfpiloten ein.
„Was waren deine Angriffsziele, bebt die Stimme des Soldaten!“
Dem Piloten gefriert das Blut in den Adern. Diese Stimme, sie wirkt nicht menschlich, sie wirkt sehr dunkel, donnernd und verzerrt. Für einen kurzen Moment verschwinden die menschlichen Züge des Rebellensoldaten.
„Gott beschütze mich, welch grauenhafte Fratze. Wo befinden sich seine Augen, die gottverdammten Augenhöhlen sind leer, der Mund überproportional zum Kopf und unzählige ungleich große spitze Zähne ragen aus dem Schlund.“
Dem Piloten schaudert es, sein Herz pumpt sein Blut hastig durch seine Halsschlagader, lässt sie pulsieren.
Blut beginnt aus den Augenhöhlen des Rebellen zu fließen.
Gurgelnd donnert die Stimme dem Piloten entgegen.
„Gordon Wates, dein Auftrag spielt keine Rolle mehr, auch
nicht die Rolle der Taliban und noch weniger die Rolle der Welt mit deren Parasiten, auch Menschen genannt.
Schlimme Qualen werdet ihr erleiden müssen und ihr werdet euch in keiner Weise wehren können. Weder Waffen noch eure gegebene Intelligenz werden euch vor den bevorstehenden unsagbaren Qualen retten können. Auch wird es keine Rolle mehr für Euch spielen wer die Rolle der Guten und wer die Rolle der Bösen vereinnahmte. Ihr habt Eure Chance vergeben und uns den Weg ins Erdenreich gebahnt.
Dafür danken wir Euch, viele Jahrtausende haben wir auf diesen Moment gewartet.
Leider sind wir nicht die apokalyptischen Reiter, denn wäre dies so, dann hättet ihr einen schönen und sehr schnellen Tod.“
„Wo ist denn Euer Gott jetzt. Er wird seinen Menschenkindern nicht mehr helfen können.“
„Wir sind die Boten, die Vorhut und viele von uns werden auf die Erde herabsteigen. Bei lebendigem Leibe werdet ihr eurer Innereien befreit. Du wirst nunmehr den Vorgeschmack auf all die Pein und Folter erleben, die unmittelbar bevorsteht.“
Gordon Wates schreit, als zwei fürchterliche Klauen seinen Kopf umgreifen und er schreit auch als sich die Daumen der Klauen durch die übergestülpte Plastiktüte in seine Augäpfel drücken. Blut spritzt in alle Richtungen. Was er noch wahrnehmen kann ist das irre Lachen und Grunzen der grauenvollen Kreaturen. Dann endet sein Geschrei.
Gordon Wates, Vater von drei Kindern, als fürsorglich und liebevoll bekannt, muss bestialisch sterben und niemand vernimmt seine Schreie in der unendlichen Dunkelheit. |
| S e i t e n z a h l : |
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