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E x p o s é :
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"Der Glaube an einen Traum\" beruht auf einer wahren Begebenheit und zeigt, dass man im Leben oftmals seinen geraden und vertrauten
Weg verlassen muss, um ihn dann vielleicht irgendwann wiederzufinden.
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L e s e p r o b e :
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Träume sind dazu da um sie festzuhalten und zu leben, egal wann!
Der Glaube an einen Traum
Vorwort
Lisa, Mitte dreißig und verheiratet, machte sich vor einigen Jahren auf um eine Reise zu erleben. Es erwartete sie jedoch keine gewöhnliche Reise.
Sie durchlief„Tiefen“, die unaufhörlich schienen und sie nahm wenige „Höhen“ in sich auf, die sie bewegten niemals aufzugeben, niemals.
Denn sie hatte einen Traum, den sie schon seit ihrer Kindheit träumte, immer und immer wieder.
Ein Leben zu bewältigen ist manchmal ein hartes Stück Arbeit. Es gibt Wege, die die Richtung festlegen, es gibt aber auch Wege, die einen falsch abbiegen lassen.
Lisa ist sehr oft falsch „abgebogen“, ob sie jedoch den richtigen Weg, ihren Weg wieder gefunden hat, wird sich zeigen.
Begleiten Sie Lisa auf ihrer Reise und erleben Sie mit ihr fröhliche, spannende aber auch traurige Momente.
Diese Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit!
Lisa`s Geschichte beginnt in einer Großstadt die idyllisch am Neckar liegt. Über der Stadt residiert ein prunkvolles Schloss, dieses im 16. und im frühen 17. Jahrhundert sein vollständiges Gewand fand. Nach der ehemaligen feindlichen Zerstörung zeigt sich nun eine malerische Ruine mit einem herrlichen Schlossgarten, dieser in einer Pracht von Pflanzen in verschiedenen Farben und unzähligen Bäumen eingebettet ist.
Ein malerischer Ort zum Nachdenken, zum Träumen und um zu vergessen, wunderschön.
Lisa ist ein Mensch der die Natur über alles liebt und in diesem Schlossgarten findet sie die Ruhe die sie braucht um abzuschalten von ihrer täglichen Arbeit als Krankenschwester.
Wieder hatte sie einen harten, anstrengenden und mit Ärger bestückten Arbeitstag hinter sich und wieder schob der Tod ein Leben beiseite um es tatsächlich auszulöschen. Dieser Tod der sich in den letzten Tagen so oft auf den Stationen breit machte, zerrte mit an ihren Nerven. Lisa beschloss, wie schon so oft, diesen Schlossgarten zu besuchen um wieder Ruhe in sich einkehren zu lassen und um nachzudenken.
Die Gedanken, die sie an jenem warmen Sommerabend zulässt, geben ihr jedoch ein ungutes Gefühl. Unsicherheit und zugleich Unzufriedenheit kommen in ihr hoch. Die Unzufriedenheit jedoch überragte, da sie sich eigentlich in ihrem bisherigen Leben einige Dinge anders vorgestellt hatte. Lisa vermisst die Leichtigkeit in ihrem Leben, die sie als Kind eigentlich immer bei sich hatte und auch nie loslassen wollte. Aus dieser Leichtigkeit wurde mit den Jahren Schwermut und dass machte ihr Angst.
Nachdem sie sich gedankenverloren immer noch zu später Stunde, die Sonne war schon halb am Horizont versunken, im Schlossgarten aufhielt, sprach ein alter Mann Lisa an, der wie aus heiterem Himmel vor ihr stand. Etwas erschrocken und mit müden Augen schaute sie diesen alten Mann in seiner ganzen Gestalt an.
Im ersten Augenblick dachte sie es würde ein Wesen aus einem Märchen vor ihr stehen. Denn die schon fast verschwundene Sonne am Horizont kräftige ihre letzten Sonnenstrahlen um diesen etwas verwunderlichen Herren zu bescheinen. Der alte Herr vor ihr, umrandet von einem geheimnisvollen Licht und ebenfalls von diesem Licht erhellt, diese wundervolle malerische Schlossruine. Ein Bild wie aus einem Märchenfilm und doch war es real. Die ganzen Jahre zuvor ist ihr dieser Mann nie begegnet. Und sie ist sich dabei ganz sicher, wenn dieser Mensch in den vergangenen Tagen oder Monaten sich einmal im Park aufgehalten hätte, wäre er ihr mit sehr großer Wahrscheinlichkeit aufgefallen.
Sie sah ein weißhaariges, vollbärtiges aber gepflegtes Geschöpf vor sich. Sein Alter war schwer auszumachen, zwischen siebzig und achtzig, schien hinzukommen. Eine runde Nickelbrille zierte sein Gesicht, zwar der Zeit völlig hinterher, aber die Brille stand ihm wirklich gut. Ein neueres und moderneres Modell hätte ihn wahrhaftig entstellt.
Die Falten die sich in seinem Gesicht zeichneten, waren tief, sogar sehr tief. Der alte Mann trug ein weißes Hemd mit weit genähten langen Ärmeln. Seine Hose war in einem Dunkel gehalten, dass einem Schwarz sehr nahe kam.
Was Lisa noch auffiel, war ein antikes Amulett um seinen Hals. Auch fiel ihr auf, dass er sein gepflegtes weißes Haar zu einem Zopf gebunden hatte und eine kleine weiße Feder darin steckte. Mit seinem Erscheinen passte dieser alte Herr einfach nicht in die heutige Zeit aber irgendwie doch in den herrlichen Schlossgarten.
Verängstigt war Lisa von diesem alten Herren jedoch nicht im Gegenteil, dieser Mann strahlte eine Ruhe und eine Ausgeglichenheit auf Lisa aus, die sie von anderen Menschen so nicht kannte.
War sie vielleicht tatsächlich in einem Märchen angelangt, verursacht durch ihre Gedanken?
Um diese Wahrnehmungsstörung auszuschließen schaute sie sich nochmals ganz genau in diesem Schlossgarten um und sah, dass noch andere Menschen ihre Spaziergänge in dem weit gefächerten Areal machten. Dieser herrliche Sommerabend lud zu solchen Aktivitäten auch herzlich ein. Also keine Wahnvorstellung, sondern Realität.
Der alte Mann schien zu bemerken, dass Lisa irgendetwas bedrückte und fragte sie danach ohne sich selbst vorzustellen. Sie zögerte zunächst mit ihren Worten, sie kannte diesen Mann ja nicht und antwortete ihm etwas barsch: „Ich denke nicht, dass meine Probleme irgendjemand etwas angehen, ich bin eigentlich hierher gekommen um meine Ruhe zu haben“. Der vollbärtige Mann schaute in ihr Gesicht und antwortete ihr in einem ruhigen, fast flüsternden Ton:
„Nein, ihre Probleme gehen mich wahrlich nichts an, aber sehen sie den Blütenzauber in diesem wunderschönen Park und dazu die fröhlichen Menschen, die diesen Zauber genießen und erleben?
Merken sie denn nicht, dass sie hier die einzige Blume sind, die ihre Blätter wie im Herbst schon verloren hat und den Kopf zu Boden neigt?! Sie passen nicht in diesen wunderschönen Schlossgarten, sie sollten im Winter wieder kommen, wenn alles Bunte ergraut und kalt anzusehen ist“!
Mit diesem wahren Satz versuchte der alte Herr, Lisa aus der Reserve zu locken und es gelang ihm tatsächlich.
Lisa schaute verbittert und zugleich zornig zu ihm hoch und fragte ihn genervt, was er eigentlich von ihr wolle und was diese Beleidigung überhaupt soll.
„Ich habe sie nicht beleidigt, ich sage einfach was ich sehe. Sie haben eine Geschichte in sich verborgen, die sie schon über Jahre hinweg quält und ihnen die Freude an schönen Dingen nimmt, erzählen sie sie mir, dann werden sie auch meine erfahren, wenn sie diese dann noch wissen möchten“.
Mit diesen Worten ging er Lisa entgegen und hoffte, dass sie ihr Schneckenhaus etwas verlassen würde um sich etwas zu öffnen.
So sonderbar ihr dieser Mann auch vorkam, das Drängen seinerseits ihre Geschichte hören zu wollen machte sie neugierig. Vielleicht wäre es ja auch eine Erfahrung ihre Geschichte an einen Fremden weiterzugeben, was konnte sie dabei auch schon verlieren? Eigentlich nichts!
Lisa begann nun tatsächlich aber doch etwas zögernd, ihre Geschichte diesem alten Herren zu erzählen. Er setzte sich neben sie auf die Parkbank.
Über den beiden entzündete sich so langsam eine Laterne, von denen einige im Schlossgarten verteilt waren, um den Besuchern auch nach dem Sonnenuntergang einen angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen.
Der Mann schaute Lisa in die Augen, faltete seine Hände in seinen Schoß und nickte ihr vertrauensvoll zu.
Lisa, zwar immer noch etwas skeptisch und zugleich überrascht, fing an ihre Geschichte zu erzählen:
Meine eigentliche Geschichte begann vor zirka zwölf Jahren. Viel Arbeit, ob privat oder im Krankenhaus, hatte ich um die Ohren. Meine Krankenschwestertätigkeit verlangte mir so einiges ab. Zu dieser vielen Arbeit kam dann auch noch zusätzlicher Kolleginnenstress dazu, dieser mich oft zweifeln ließ, ob ich die Tätigkeit in diesem Krankenhaus nicht endlich beenden sollte. Ich wollte Ehrlichkeit und Gerechtigkeit, bekam jedoch Lügen und Ungerechtigkeit zu spüren. Als ich merkte, dass meiner einen Kollegin Geld wichtiger war als Freundschaft, verletzte mich dass tief.
Wenn Menschen mit dem was sie haben nicht zufrieden sind und Materiell immer noch mehr wollen, ist das traurig.
Der Neid der dann um sich greift, kann für andere sehr verletzend sein. Diese Menschen begreifen oft nicht was sie tun, erst wenn es zu spät ist.
Da jedoch der verdiente Jahresurlaub vor der Tür stand und mein Freund, mein jetziger Mann und ich acht Tage Mallorca gebucht hatten, versuchte ich diese Angelegenheit erst einmal hinten an zu stellen und versuchte abzuschalten. Jedoch dieses „hinten anstellen“ funktionierte überhaupt nicht. Alles was mich innerlich negativ bewegte nahm ich mit nach Mallorca.
Im sonnigen Mallorca nun endlich angekommen, weit weg von meiner Arbeitsstelle und meiner Kollegin, begann sich nun in mir schleichend anzukündigen, was ich aus diesem Urlaub mit nach Hause nehmen würde.
Durch zu vieles Nachdenken und tatsächlich nicht abschalten können, habe ich an drei Tagen kaum etwas getrunken und eigentlich nichts Essbares zu mir genommen. Welch ein fataler Fehler meinerseits, jetzt war ich nicht nur seelisch geschwächt, sondern auch noch körperlich.
Nach drei Tagen kaum Essen und kaum Trinken fuhren wir nach Mallorca-Stadt. Heiße und drückende Luft umwirbelte meinen doch etwas mitgenommen Körper, der auf eine ungewöhnliche Art und Weise um Hilfe flehte. Dieses Flehen wollte ich jedoch nicht wahrnehmen.
Ein zunächst unbeschreibbares, ungewöhnliches Gefühl begleitete mich, dieses mir dann letztendlich zum Verhängnis wurde.
Ich bekam einen Schwächeanfall und war kurz vor dem kollabieren, dabei wurde ich regelrecht in die Knie gezwungen und lag dann plötzlich auf dem Gehweg in Mallorca-Stadt.
Menschenmengen gingen an mir vorbei, ab und zu blieben diese stehen um mich verwundernd zu betrachten. Manche dachten bestimmt, dass ich jemand von der Sorte war, der sich am Ballermann zu sehr amüsierte. Bis dann endlich nach vielen langen und unendlichen Minuten eine Spanierin, die auch Krankenschwester war, sich erbarmte um den Krankenwagen zu rufen. Ich wurde in das Krankenhaus von Mallorca-Stadt eingeliefert.
Das erste Mal in meinem Leben, lag ich in einem Krankenwagen. Der Medizinische Bereich ist zwar mein Aufgabengebiet, doch war es dieses Mal ganz anders. Ich war diejenigen die Hilfe benötigte.
Im Krankenhaus angekommen ordneten Ärzte eine Magenspiegelung und eine Darmspiegelung an, auch wollten sie mich für eine Nacht stationär im Krankenhaus aufnehmen. Dieses lehnte ich alles ab, ich bat lediglich um eine Infusion, wegen meines Flüssigkeitsverlustes.
Eine Deutsche Ärztin erklärte mir dann kalt und mit ernster Stimme, dass mein Verhalten nicht gerade passend wäre. Sie verabreichte mir zwar die gewollte Infusion, ging aber verärgert aus dem kalten, weiß gekachelten Raum und ließ mich alleine auf einer unbequemen und harten Liege liegen.
Welch ein bedrückendes und unangenehmes Gefühl kam in mir hoch, kein Mensch bei mir, auch mein Freund nicht.
Den haben die Angestellten vom Krankenhaus erst einmal wieder in unser Hotel zurückgeschickt, um meine Reisekrankenversicherung zu holen, die eigentlich nicht benötigt wurde. Um die Kosten für die Infusion zu begleichen war nämlich keine Reisekrankenversicherung, sondern Bargeld nötig.
Noch zur kurzen Bemerkung, unser Hotel lag zirka
eineinhalb Stunden von Mallorca-Stadt entfernt.
So lag ich nun allein in diesem schon erwähnten unbehaglichen Raum. Es schien mir, als wollten die Mitarbeiter im Krankenhaus nichts mehr mit mir zu tun haben, als wäre ich eine Aussätzige, ja so kam ich mir vor. Irgendwann jedoch kam dann doch ein Pfleger, der mir nach zirka zweieinhalb langen Stunden die Infusion entfernte. Eine Ärztin oder einen Arzt sah ich nicht mehr.
Wie konnte ich mir auch erlauben, einer Ärztin oder einem Arzt zu sagen, wie ich behandelt werden wollte.
Wieder auf meinen wackeligen Beinen stehend, verließen mein Freund und ich dieses Krankenhaus. Endlich wieder im Auto sitzend schien eigentlich alles wieder in Ordnung zu sein.
Doch das Gegenteil war der Fall. Im Hotel wieder angekommen und im Zimmer sitzend, überkam mich wiederum ein beklemmendes Gefühl, dass ich so in meinem Leben noch nicht kannte.
Ich bekam Herzrasen, Schweißausbrüche, ich zitterte am ganzen Körper und meine Gedanken konnte ich kaum noch ordnen. Es wurde alles so unerträglich, dass ich den Hotelarzt brauchte.
Dem erzählte ich etwas von meiner bis dahin erlebten Geschichte. Er sagte nicht viel. Doch bin ich mir im Nachhinein ganz sicher, dass dieser Mensch wusste, was ich in meinem weiteren Leben noch mitmachen und ertragen werde.
Sein Gesichtsausdruck war irgendwie ungewöhnlich und für mich beängstigend. Er gab mir eine Beruhigungsspritze und ging.
Ohne nochmals zu mir zurückzuschauen, verließ er, seinen schwarzen Arztkoffer in der Hand, das Hotelzimmer.
Ich wollte nur noch nach Hause nach Deutschland zu meinen Eltern, an einen Ort der mir vertraut war, zu Menschen die mich auffangen würden. Drei lange Tage musste ich in Mallorca noch aushalten um endlich nach Hause zu kommen.
Einen früheren Flug gab es nämlich nicht, auch die Reiseleitung vor Ort kümmerte sich nicht darum. Mein Freund, ich und dieses unerträgliche Gefühl in mir, waren allein gelassen in einem fremden, fernen Land.
Ein Land, dass ich eigentlich kennen lernen wollte, wie so viele andere Länder auch.
Als Kind hatte ich immer und immer wieder den Traum, später einmal die Welt zu bereisen, die Menschen, die Kulturen und die Natur der einzelnen Länder kennen lernen zu dürfen.
An erster Stelle meiner „Traumziele“ stand immer Amerika. Ein für mich damals als Kind unerreichbares Ziel.
Meine glänzenden Kinderaugen zeigten damals schon meinen Eltern, dass ich gerade wieder eine Serie, einen Film oder irgendetwas anderes von diesem großartigen Land im Fernsehen verfolgte. Warum ausgerechnet Amerika? Dieses Land kam mir mit Kinderaugen betrachtet sorglos vor. Vor allem die fantastische Natur überwältigte mich.
Überhaupt dieses Leben, was in den Filmen vorgespielt wurde, war für mich damals einfach toll.
Ich war eigentlich immer ein lustiges und witziges Kind, hatte immer ein Lachen auf den Lippen. Mit anderen Kindern hatte ich immer schnell Kontakt.
Auch wollte ich jedem immer alles recht machen. Jedoch dieses immer recht machen und nicht anecken wollen, war nicht immer eine gute Verhaltensweise in meinem weiteren Leben.
Natürlich gab es auch Situationen im Kindesalter, die mich traurig und ängstlich stimmten. Meine größte Trauer in meiner Kindheit war der Verlust eines sehr guten Freundes.
Ein Freund der mit mir durch meine Kindheit und meine Teenagerzeit ging, der immer für mich da war, auch wenn es mir einmal nicht so gut ging.
Diesen Freund habe ich bis heute nicht vergessen, es war mein über alles geliebter Hund „Flocki“.
Wenn ich ehrlich bin habe ich diesen Verlust bis heute nie richtig überwunden. Warum?
Weil solch einem Tier egal ist, wie man aussieht, was man tut, ob man reich oder arm ist.
Die Ehrlichkeit macht so ein Geschöpf aus. Und mein Flocki war etwas ganz besonderes!
Ich liebte ihn so sehr, doch durfte er mich in mein weiteres Leben nicht weiter begleiten.
Wie sollte ich diese Situation, diesen Verlust, der mir auch Angst machte, als Kind und als werdender Teenager begreifen?
Ist das Leben nun wirklich nicht so einfach, wie dies die Erwachsenen immer und immer wieder in Gesprächen damals erwähnten? Es ist so!
Gerne hätte ich meinen besten Freund bei und nach meiner Heimkehr von Mallorca an meiner Seite gehabt!
Lisa´s Stimme stockte plötzlich, sie unterbricht in diesem Moment kurz ihre Erzählung und schaut den alten Mann an und fragt ihn:“ Möchten sie überhaupt noch weiter zuhören, wartet denn niemand zu Hause auf sie? Meine Geschichte wird sich noch etwas hinziehen, wenn sie gehen möchten, gehen sie, ich halte sie nicht auf“!
Er schaut Lisa durch seine niedliche Nickelbrille warmherzig an und meinte nur:“ Ich möchte nicht gehen, ich möchte auch nicht nach Hause, ich möchte hier bei ihnen sitzen und möchte ihnen weiter zuhören, dass möchte ich“!
Lisa zog ihre Augenbrauen hoch und runzelte etwas die Stirn und kam zu ihrer innerlichen Erkenntnis, dass mit diesem alten Herren irgendetwas nicht stimmen kann. Sie drehte sich etwas von ihm weg und murmelte vor sich hin:“ Also wenn der von dieser Welt ist, fresse ich einen Besen“.
Nach diesem Gemurmel aber, wandte sie sich dem alten Mann wieder zu und setzte ihre bis dahin erzählte Geschichte weiter fort.
Der Tag der Abreise stand nun endlich an. Einerseits war ich froh, dass dieser Augenblick endlich gekommen war.
Anderseits fühlte ich mich seelisch und körperlich so geschwächt, so dass ich nicht wusste, wie ich den Heimweg nach Deutschland eigentlich antreten und bewältigen sollte.
Schon der Gang aus dem Hotelzimmer zum Bus, dieser uns zum Flughafen bringen sollte, machte mir unheimliche Probleme. Ich hatte wiederum wackelige Knie, Herzrasen, ein Gefühl der Ohnmacht.
Ich fragte mich:“ Lisa was geht in dir vor, was ist los mit dir“? Ich kannte mich selbst nicht mehr.
Auf meine Fragen an mich selbst, hatte ich keine Antworten. Diese innerliche Kraft die mich wiederum versuchte zu Boden zu zwingen war so groß, dass ich eine unheimliche und unerträgliche Angst entwickelte.
Die Menschen, die ebenfalls auf den Bus warteten, sah ich nur noch durch einen Schleier. Ich war so sehr mit mir selbst beschäftigt, dass ich das fröhliche Gelächter der erholten, braungebrannten Urlauber kaum wahrnehmen konnte.
Als mein Freund und ich nun endlich in den Bus einstiegen, bekam ich wiederum ein beklemmendes Gefühl am ganzen Körper. Es war wirklich fast nicht zum aushalten.
Mein Freund nahm meine Hand und sagte zu mir:
„Wir schaffen das schon.“ Dem war leider nicht so.
Am Flughafen angekommen „versagte“ ich total.
Jetzt hatte ich mich überhaupt nicht mehr unter Kontrolle.
Meine Beine, meine Arme und meine Finger fingen an zu Kribbeln, ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Zu alle dem trat noch extremer Schwindel auf.
Ein Gefühl der Ohnmacht stieg wieder in mir hoch..
Ich bezweifelte sehr ob ich den Flug nach Deutschland überhaupt überstehen würde.
Jedoch wollte ich nur noch weg von Mallorca, weit weg, bloß nicht in Mallorca bleiben müssen, waren meine Gedanken.
Der letzte Aufruf nach Deutschland schallte aus den Lautsprechern des Flughafengebäudes. Als ich mich nun von meinem Sitzplatz endlich erhob, konnte ich mich kaum auf den Beinen halten. Die Menschen um mich herum schauten mich wiederum verwundernd an, doch helfen konnte mir keiner, nicht einmal mein Freund.
Eine kleine Hoffnung hatte ich jedoch noch, dass ich mich zumindest im Flugzeug irgendwie, irgendwo hinlegen könnte. Diese Zuversicht löste sich aber schon bald wieder in Rauch auf.
Als ich nämlich eine Stewardess fragte ob dies möglich wäre, bekam ich natürlich postwendend die Gegenfrage, was eigentlich los sei.
Nach meiner Erklärung lief die Stewardess sofort zum Pilot und kam mit schlechten Nachrichten zu mir zurück.
Diese Nachrichten waren folgende:
Wenn ich mich so schlecht fühle, ist der Pilot nicht bereit mich mit nach Deutschland zu nehmen.
Es wird veranlasst, dass ich mit einem Krankenwagen ins Krankenhaus nach Mallorca Stadt gebracht werde.
Falls ich jedoch auf eigene Verantwortung mitfliegen möchte, soll ich doch bitte ein Formular unterschreiben!
Was dies für ein Formular war, wusste ich nicht. Doch aus lauter Verzweiflung unterschrieb ich dieses. Ohne zu wissen was ich eigentlich unterschrieben hatte hob das Flugzeug nun endlich ab, Richtung Deutschland.
Es ging mir sehr schlecht, die schon erwähnten negativen Gefühle kamen immer und immer wieder hoch. Gefolgt von einer unerträglichen innerlichen Angst!
Immer und immer wieder fragte ich mich die gleichen Fragen: Was ist los mit mir, was geht in mir vor, wird es mir zu Hause wieder besser gehen?
Gut das ich keine Antworten bekam. Denn mit diesen Antworten hätte ich in diesem Moment bestimmt nicht viel anfangen können und hätte diese auch nicht verstanden, warum auch!
Ich, ein lebenslustiger, junger Mensch, mit noch so vielen Aufgaben und Zielen im Kopf, sollte von einem mir noch unbekannten „Etwas“ regelrecht in die Knie gezwungen werden? |
| S e i t e n z a h l : |
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| A u t o r I n : |
zur Vita von Silvia Hartusch
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