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L e s e p r o b e :
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Clown und Teddy lernen sich kennen
Der kleine Spielzeugclown saß auf seiner Schaukel an der Wand und langweilte sich. „Hätte ich doch nur einen Spielgefährten!“, jammerte er und sah ganz traurig aus. Die Familie, zu der er gehörte, war vor kurzem in ein großes Haus mit vielen Zimmern und hohen Wänden umgezogen. Das hatte den Vorteil, dass er jetzt alles viel besser überschauen konnte aber was nützte das, wenn er doch ganz allein auf der Schaukel an der Wand hing und niemand mit ihm spielte... da wäre er doch viel lieber in der alten Wohnung geblieben. Dort hatten wenigstens die vier Katzen der Familie ab und zu ein Wörtchen mit ihm gesprochen und er hatte ihnen beim Spielen zuschauen können. Jetzt, wo die Familie aufs Land gezogen war, tobten sich die Katzen lieber draußen in freier Natur aus, statt im Haus ihr Unwesen zu treiben. Der Clown seufzte noch einmal laut auf. Es war ihm ja sooooooo langweilig! Da ertönte von unten herauf ein leises Brummen.“ Wer macht denn um diese Zeit so einen Lärm? Ich will schlafen! Also wenn es dir nichts ausmacht, seufze doch bitte ein bisschen leiser!“ Wer konnte das nur gewesen sein? Der Clown schaute sich um aber er konnte niemanden entdecken.“ Hallo? Wer ist denn da?“ rief er. „Na schau doch mal nach unten, dann siehst du mich sicher! „ sagte die Stimme. Der Clown reckte und streckte sich, um nach unten sehen zu können und was sah er da? Vor ihm, etwa einen Meter tiefer, saß auf einem großen Kasten ein kleiner Teddy, der ärgerlich schnaufte.“ Hier bin ich, du dummer kleiner Clown!“ rief der Teddy. Der Clown sah ihn erstaunt an. „ Ich wusste nicht, dass außer mir noch jemand hier ist“ sagte er. „ Ich dachte immer, ich wäre allein hier. Mir ist ja so langweilig! Tagein tagaus hänge ich hier auf meiner Schaukel und niemand spielt mit mir“ sagte er traurig und eine kleine Träne kullerte über seine roten Wangen. „ Warum kommst du dann nicht runter und gehst ein Stück spazieren? „ fragte der Teddy, schon nicht mehr ganz so ärgerlich. „Ich kann doch nicht aus dieser Höhe von meiner Schaukel springen!“ rief der Clown erschrocken. „Außerdem bin ich mit Schnüren an dieser blöden Schaukel festgebunden, ich könnte also gar nicht, selbst, wenn ich es wollte.“ Und er schniefte wieder laut und sah so aus, als wollte er gleich laut losheulen. „Na na, wer wird denn gleich verzweifeln!“ sagte der Teddy und überlegte, wie man dem armen Clown am besten helfen könnte. In diesem Moment hörten beide ein Rasseln an der Wohnungstür und der Teddy sagte „Ruhig jetzt, die Familie kommt nach Haus! Ich sage dir heute Abend, was wir machen können! Aber jetzt sei leise, sonst erfährt noch jemand, dass wir sprechen können!“ „Danke!“ sagte der Clown und strahlte über beide Backen. Endlich war er nicht mehr allein!
Die Katzen
Am Abend dann war es endlich soweit. Teddy und Clown hatten solange gewartet, bis endgültig alle Lichter in der Wohnung aus waren und dann konnte die Aktion beginnen. Der kleine Clown war ganz gespannt, was sich Teddy wohl ausgedacht haben könnte und drängelte „Los, nun sag schon! Wie kannst du mir hier runter helfen?“ „Drängel gefälligst nicht so!“ sagte Teddy. „Ich habe mir etwas ausgedacht, lass mich nur machen.“ In diesem Moment kam eine Katze herein. Ihre Augen funkelten im Dunkeln, sie setzte sich und begann genüsslich, sich ihre Pfötchen abzulecken. „Miau, das Futter heute Abend war überhaupt nicht nach meinem Geschmack!“ nörgelte sie. „Meckere nicht immer herum, du verwöhnte Katze!“ sagte ein Kater, der ebenfalls gerade hereingekommen war und sich auch zu putzen begann. „Du hast doch immer irgendetwas auszusetzen, dabei verwöhnen uns Herrchen und Frauchen sehr! Oder möchtest du lieber wieder zurück ins Tierheim?“ „Ja ja, ist ja schon gut.“ sagte Tammy ( so hieß die Katze ) kleinlaut und strich sich mit der Pfote über das Mäulchen. „Ähm... es tut mir wirklich leid, eure Unterhaltung zu stören aber ich hätte da eine Frage!“ sagte da Teddy. Beide Katzen stutzten und schauten sich fragend an. „Hast du da gerade gesprochen?“ fragte Tammy Sammy ( so hieß der Kater ). „Nein“ miaute er verwundert, „Du auch nicht Tammy?“ „Hallo, ich war´s, der Teddy!“ rief Teddy so laut er konnte. „Nanu, du kannst auch reden?“ riefen beide Katzen wie aus einem Mäulchen. „Klar kann ich das!“ sagte Teddy empört. „Aber ihr habt ja immer etwas Wichtigeres zu tun, als euch mit mir zu unterhalten, Mäuse fangen oder Unsinn mit den Gardinen anstellen. Deswegen hab ich euch noch nie angesprochen.“ „Und weswegen sprichst du dann heute mit uns?“ fragte Tammy ihn ungnädig. Sie war etwas ungeduldig, denn sie wollte sich noch mit dem Kater aus der Nachbarschaft treffen und den neuesten Klatsch bereden. „Ich hätte euch einen Vorschlag zu machen“ sagte Teddy. „Ich habe gehört, dass euch das Futter, das ihr bekommt, nicht immer so gut schmeckt.“ Und er schaute Tammy an, die ihn plötzlich sehr aufmerksam mit gespitzten Ohren anblinzelte. „Also ich weiß, wo das Katzenfutter aufbewahrt wird. Und ich könnte euch helfen, es herauszuholen. Na, wie gefällt euch das?“ Teddy schaute die beiden Katzen erwartungsvoll an. Sammy leckte sich die rechte Pfote und sagte nur gelangweilt „Wir wissen schon lange, wo Frauchen unser Futter aufbewahrt. So schlau waren wir auch schon. Es ist im Küchenschrank in der untersten Schublade. Aber wenn wir da reingehen und es herausholen würden, bekämen wir am nächsten Tag ganz schönen Ärger mit Frauchen. Du solltest das ja wohl wissen, Tammy!“ Tammy hatte schon einmal versucht, sich heimlich Futter zu stibitzen, war aber von Frauchen überrascht worden. Frauchen war sehr verärgert gewesen und hatte Tammy vor allen anderen Katzen schlimm ausgeschimpft. Tammy war noch immer etwas beleidigt deswegen. Man schimpfte sie aus, sie, die doch die erste Katze im Haushalt gewesen und auch die schönste von allen Katzen war! Noch immer sann sie deswegen auf Rache und hatte oft hin- und her überlegt, wie sie das Frauchen wohl am besten heimzahlen könnte. Majestätisch stolzierte sie vor Teddy auf und ab, der ungeduldig auf eine Antwort wartete. „Na gut“ sagte sie schließlich „Was hast du dir überlegt?“ fragte sie und überhörte Sammys Versuche, sie davon abzuhalten. Jetzt legte Teddy los. „Es ist wirklich ganz einfach Katze. Du springst einfach hier die Wand hoch, machst meinen Freund, den Clown von seiner Schaukel los und er macht euch dafür die Küchentür auf! Na wie klingt das?“ Teddy schaute Tammy erwartungsvoll an. „Hmmmmm.....“ schnurrte Tammy. „Die Küchentür kann ich auch selber öffnen, dazu brauche ich den Clown nicht. Und in den Schrank komme ich auch allein hinein. Also, wozu soll ich mir die Mühe machen und dem Clown noch einen Gefallen tun?“ Der Clown, der sich bisher ruhig verhalten hatte, verlor schon alle Hoffnung. Es würde nie klappen und er müsste für immer und ewig an seiner Schaukel hängenbleiben. Er schniefte leise. Teddy aber grinste verschmitzt und sagte dann „Haha, Katze! Ich weiß, dass du auf die Türklinke springen kannst und die Tür so aufbekommst. Aber die Tür ist abgeschlossen und den Schlüssel kannst du ja wohl schlecht mit deinen Pfoten im Schloss herumdrehen!“ Und er lachte die Katze an, die sich jetzt ganz schön dumm vorkam. Denn Teddy hatte Recht. Wie sollte sie mit ihren tapsigen Pfoten die Tür aufschließen? Sie überlegte hin und her aber es blieb ihr nichts anderes übrig, als Teddy zuzustimmen. „Na gut“ maulte sie. „Ich könnte schon etwas Hilfe mit dem Schlüssel gebrauchen. Aber dass ihr das ja den anderen Katzen nicht verratet!“ Teddy und Clown schüttelten die Köpfe und lachten sich insgeheim ins Fäustchen. Besonders der Clown freute sich riesig. Sollte sein Traum von der Freiheit endlich in Erfüllung gehen?
Endlich frei
Nachdem sich die Katze umgeschaut hatte und keine anderen Katzen mehr entdecken konnte, nahm sie Anlauf und sprang vom Fußboden auf den Kasten, auf dem auch Teddy saß. „Geh runter, sonst hab ich keinen Platz zum Springen!“ fauchte sie und schubste Teddy herunter. Der kleine Clown erschrak und rief ihm zu „Hast du dir weh getan Teddy?“ „Aber nein, ich hab ja ein weiches Polster! Aber etwas rücksichtsvoller hättest du schon sein können Katze!“ Teddy rappelte sich auf und schaute sie vorwurfsvoll an, doch die Katze beachtete ihn nicht, denn sie hatte schon zum Sprung auf die Schaukel des Clowns angesetzt. Sie blinzelte kurz, sprang und......... verfehlte die Schaukel. Als sie versuchte, sich krampfhaft festzuhalten, hinterließen ihre Krallen eine häßliche Kratzspur an der Wand. Sie rutschte die Wand herunter und mauzte „Autsch! So hatte ich mir das nicht vorgestellt!“ Sie leckte sich kurz die weiß gewordenen Pfötchen ab und verzog das Mäulchen. „Pfui, die Farbe schmeckt aber gräßlich!“ Der Clown fragte sie leise „Versuchst du´s bitte nochmal liebe Katze? Bitte bitte bitte!“ „Jadoch Clown! Sei nicht so ungeduldig!“ sagte die Katze verärgert und setzte erneut zum Sprung an. Der Clown schloß ängstlich die Augen, er wollte zwar endlich von dieser Wand loskommen aber zuschauen, wie ihm die Katze fast ins Gesicht sprang, nein, das wollte er lieber nicht. Auf einmal gab es einen kurzen Ruck, er fühlte etwas Weiches im Gesicht und dann ......... fühlte er, wie er von der Wand fiel. Die Katze hatte es geschafft! Er hing nicht mehr an der Wand! Schon wollte er laut losjubeln, als ihm einfiel, daß er ja noch an der Schaukel festhing. „Liebe Katze, könntest du jetzt bitte noch die Schnur durchbeißen, die mich an der Schaukel festhält? Aber ganz vorsichtig ja?“ „Mmmmpf....if mach ja fffon fo gut, wie if kann!“ grummelte die Katze, während sie an der Schnur kaute. Endlich, nach ein paar Sekunden war auch das geschafft und der Clown war frei. Am liebsten hätte er die Katze vor lauter Freude umarmt aber er hatte ihre spitzen Zähne gesehen und deshalb beschränkte er sich darauf, im Zimmer herumzuhüpfen und zu tanzen. „Schscht! Du machst ja so einen Lärm, du wirst noch alle aufwecken! Und dann hängen sie dich wieder zurück an die Wand!“ flüsterte Teddy und schaute sich vorsichtig um. Aber auch er freute sich, daß die Katze es geschafft hatte, den Clown zu befreien. Die Katze schaute dem ganzen Treiben des Clowns nur sehr gelangweilt zu und versuchte, Reste der Schnur, die zwischen ihren Zähnen hängengeblieben waren, herauszupopeln. „Wegen Euch muß ich noch zum Katzenzahnarzt!“ schimpfte sie. „Nochmal tue ich sowas nicht!“ Nachdem sie endlich fertig war, erinnerte sie sich an die Abmachung mit Clown und Teddy. „So Clown, jetzt, wo du frei bist, möchte ich, daß du mir auch hilfst! Wir gehen jetzt zur Küchentür, du steigst auf meinen Rücken und ich springe auf die Klinke. Wenn ich dann an der Klinke hänge, kannst du an mir hochkrabbeln und den Schlüssel herumdrehen, so daß ich hineinkomme!\"
Der Clown unterbrach sein Hüpfen und Tanzen. „Wie jetzt gleich Katze ?“ fragte er ungläubig. „Ja, jetzt gleich, ich habe Hunger bekommen von der ganzen Springerei !“ knurrte Tammy mürrisch. „Hm...“ überlegte der Clown ... „lass mich doch erstmal ausprobieren, ob ich mich überhaupt an dir festhalten kann, schließlich habe ich mich noch nie vorher so bewegen können. Ich hing ja immer an der Schaukel fest !“ Tammy schaute ihn vorwurfsvoll an. „Wenn du hüpfen und tanzen kannst, dann wirst du das wohl erst recht können. Los jetzt !“
Der Clown ergab sich in sein Schicksal und marschierte mit Teddy und Tammy zur Küchentür. Es war ihm etwas unheimlich, denn es war dunkel und was er sah, machte ihm etwas bange, denn von unten sah alles so ungewohnt aus. Nur das Licht der Straßenlaterne leuchtete von außen herein und die Gegenstände warfen seltsame Schatten. War da nicht eben etwas am Fenster vorbei geflogen ? Der Clown gruselte sich immer mehr und klammerte sich an Teddy. Leise, ganz leise schlichen sie nun in Richtung Küchentür. Irgendwo knackte etwas. Tammy aber tat so, als ob ihr das alles nichts ausmachen würde und vor der Tür angekommen meinte sie : „ Clown, steig auf meinen Rücken. Wir machen es so wie abgemacht. Ich springe und du schließt die Tür auf. Und beeil dich !“ Eingeschüchtert stieg der Clown auf ihren Rücken. „Drück mir die Daumen !“ rief er Teddy zu. „Wie soll ich das denn machen, wo ich doch gar keine Daumen hab sondern Tatzen“ grummelte der Teddy. „Na dann fass dir an die Ohren und hüpfe auf einem Bein, das bringt auch Glück !“ rief der Clown übermütig, denn er hatte sich soeben wagemutig auf Tammys Rücken geschwungen und fand es dort gar nicht so schlecht. Er winkte Teddy zu, der sich schonmal vorsichtshalber auf ein Bein stellte und hielt sich an Tammy fest, die zum Sprung ansetzte.
Tammy trippelte kurz hin und her, um die Höhe abzuschätzen und sprang ... und hing an der Klinke ! Gerade, als der Clown nach dem Schlüssel greifen wollte, hörten alle das Geräusch großer, tapsiger Füße, die die Treppe heraufkamen. Stapf, stapf, stapf.
Es war der Papa des kleinen Jungen, den der Clown schon oft hatte Unsinn anstellen sehen. Müde und gähnend kam er die Treppe herauf und schlurfte in Richtung Küche. Plötzlich war er hellwach ! Er hatte Tammy gesehen ! Und auch den Clown ! Der Clown ließ sich schnell auf den Boden fallen und versteckte sich hinter einem Tischbein. Er zitterte am ganzen Leib. Ungläubig rieb sich Papa die Augen und schaute Tammy hinterher, die eiligst davonflitzte. „Ich muß wohl noch träumen, ich sehe schon Spielzeugpuppen, die laufen können.“ Papa schüttelte den Kopf und ging in die Küche, um sich etwas zu trinken zu holen. Inzwischen rannte Teddy zum Clown und fragte ihn, ob alles in Ordnung sei. Aber der Clown konnte vor lauter Angst kein Wort herausbringen. Leise bibberte er und machte sich ganz ganz klein.
Inzwischen kam Papa mit einem Glas Wasser aus der Küche heraus und ... mit einer Schüssel voll Katzenfutter ! „Eigentlich hatte ich euch doch gefüttert !“ murmelte er und stellte das Futter auf den Boden, worauf Tammy sofort angerannt kam und ihm dankbar um die Beine strich. Papa streichelte sie kurz und schlurfte dann wieder die Treppe hinunter in das Schlafzimmer. Teddy und Clown atmeten erleichtert auf. „Puuuuuh, das ist ja grade nochmal gut gegangen !“ sagte Teddy, als er hörte, wie die Schlafzimmertür zuging. Der Clown zitterte zwar immernoch, aber er war ebenfalls sehr froh, daß der Papa ihn nicht entdeckt hatte. Tammy ließ es sich in der Zwischenzeit schmecken und als sie fertig war, leckte sie sich das Mäulchen und schaute die zwei mit Unschuldsmiene an. „ So, und was machen wir morgen abend ?“ fragte sie. „Ich kenne einen Schrank, da hat Frauchen ihr Bastelpapier aufbewahrt, damit kann man ganz toll spielen !\"“Teddy und Clown schauten sich an und schüttelten wie auf Kommando die Köpfe. Nein, so etwas wollten sie nie wieder tun !
„Na gut, dann eben nicht“ maulte Tammy beleidigt und sprang auf die Couch, um sich zum Ausruhen zusammenzurollen.
Der Clown gähnte nun ebenfalls herzhaft. Die ganze Aufregung hatte ihn sehr müde gemacht. Aber nun gab es ein neues Problem: Wie sollte er zurück auf die Schaukel und an die Wand kommen ?
Der Hund
Als Pauli am nächsten Morgen erwachte, saß Teddy schon wieder auf seinem angestammten Platz und schnarchte vor sich hin. Gerade, als Pauli ihn wecken wollte, erblickte er ein Furcht einflößendes großes Etwas, welches ebenfalls schnarchend auf dem Teppich lag. Ab und zu grunzte es und streckte seine langen Beine mit großen Krallen daran weit von sich, so als ob es im Schlaf irgendetwas verfolgen würde. Was konnte das nur sein? So etwas hatte Pauli noch nie in seinem Leben gesehen. Leise hopste er von der Schaukel und schlich sich näher an dieses Ding heran. Dass es ein übergroßes Tier sein musste, war sicher, aber was nur für eines? Es hatte Schlappohren, eine lang gezogene Schnauze und wenn diese schon so groß war, wie groß mussten dann erst die Zähne darin sein? Pauli bekam eine Gänsehaut bei dem Gedanken daran. Es hatte braunes und schwarzes Fell und einen langen Schwanz, mit dem es ab und zu hin- und herwedelte. Pauli ging vorsichtig noch etwas näher heran und gerade, als er die feuchte Nase des großen Etwas´ in Augenschein nehmen wollte, öffnete dieses seine Augen und schaute ihn an. Pauli erschrak so dermaßen, dass er kurz aufschrie, (wovon Teddy wach wurde) schnell wegrannte, dabei über seine ohnehin schon kurzen Beine fiel und sich bibbernd hinter der Couch versteckte. Teddy rieb sich verschlafen die Augen und sagte ärgerlich: „Was ist denn hier für ein Lärm? Gerade hab ich so einen schönen Traum gehabt!“ Als er sich aber den Schlafsand aus den Augen gerieben hatte, sah auch er das große unheimliche Ding auf dem Teppich und bekam ebenfalls einen Schreck. Nun fing es auch noch an zu gähnen und man konnte die vielen spitzen Zähne in seinem großen Maul erkennen! Oje, dachten die zwei, was sollten sie nun bloß tun? Das große Etwas streckte alle vier Beine nacheinander und stand auf, schüttelte sich und begann, hinter die Couch zu laufen, wo sich Pauli versteckt hatte. Es kam immer näher und näher und stand schließlich vor Pauli, der vor Angst ganz weiß geworden war und die Augen zukniff. Nicht einmal seine roten Bäckchen waren mehr zu sehen! Auch Teddy war starr vor Schreck. Aber das große Ding schnüffelte nur an Pauli herum und fragte dann schließlich mit tiefer Stimme: „Warum läufst du denn vor mir weg?“ Pauli öffnete ein Auge und meinte stotternd: „I-ich w-weiß a-auch n-n nicht w-warum, aber irgendwie m-machst d-du m-mir Angst.“ Und schon kniff er beide Augen wieder zu. Das große Etwas setzte sich nun vor ihn hin und guckte etwas erstaunt. „Warum hast du denn Angst vor mir? Ich hab dir doch gar nichts getan. Ich hab nur ein bisschen an dir herumgeschnüffelt, du riechst so anders. Hunde tun das eben.“ Pauli öffnete etwas weniger ängstlich seine Augen und fragte: „Hunde? Was sind denn Hunde? So eine Art Ungeheuer?“ Der Hund legte sich so vor Pauli auf den Boden, dass er ihm direkt in die Augen schauen konnte und erwiderte gekränkt: „Ich bin doch kein Ungeheuer. Auch wenn ich groß und zottelig bin. Ich bin ein sogenanntes Haustier und der beste Freund des Menschen. Das zottelige Fell und die spitzen Zähne habe ich von meinen Vorfahren, den Wölfen geerbt. Vor vielen vielen Jahren fand ein Mensch wahrscheinlich ein Wolfsjunges und nahm es mit nach Hause. Und daraus sind dann alle anderen Hunde entstanden. Es gibt kleine und große, dicke und dünne Hunde, mit kurzem oder langem Fell, mit kleinen oder großen Zähnen… und wir alle sind von Natur aus nicht böse. Wir bellen vielleicht etwas laut manchmal, das stimmt. Aber wir spielen sehr gern mit Bällen aller Art und jagen unserem eigenen Schwanz hinterher. Nur Katzen mögen wir nicht so. Das liegt vielleicht daran, dass Katzen die Hundesprache nicht besonders gut sprechen können und umgekehrt Hunde die Katzensprache ebenfalls nicht. So kleiner Clown, jetzt weißt du das Allerwichtigste von uns Hunden. Und, hast du jetzt immer noch Angst vor mir?“ Der Hund schaute Pauli so treuherzig an, dass dieser nur lächeln konnte. „Nein, jetzt hab ich keine Angst mehr vor dir. Und mein Freund Teddy sicher auch nicht. Stimmt´s Teddy?“ Teddy, der die ganze Zeit nur stumm zugehört hatte, kam vorsichtig näher. Er betrachtete den Hund von oben bis unten und meinte dann zu Pauli: „Nein Pauli, ich glaube auch nicht, dass man vor diesem Hund Angst haben muss.“ Und er lief mutig auf Lorenz (so hieß der Hund nämlich) zu und streichelte ihm die Nase. Dieser kniff genüsslich die Augen zu und brummelte verschmitzt: „Ach ja, eine Sache habe ich noch vergessen zu erzählen. Leider haben wir Hunde auch Flöhe. Kannst du mich nicht mal auf dem Rücken kratzen? Da komme ich sooooo schlecht hin!“
Teddy lachte und tat ihm den Gefallen gern. Auf dem Rücken eines Hundes zu sitzen, das hatte er sich auch nicht träumen lassen! Pauli wollte ihm in nichts nachstehen und kletterte ihm hinterher. So tollten sie den ganzen Vormittag zusammen herum und freuten sich, weil sie wieder einen neuen Freund kennen gelernt hatten.
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