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Auf ewig hinter seelischen Gittern gefangen
Biografien & Erinnerungen
Geschrieben von Marina Müller   

E x p o s é :

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Ab dem 5ten Lebensjahr erlebt Marina die Hölle auf Erden. In Kinderheimen geschlagen, seelisch vergewaltig, bestraft als nicht von Gott gewolltes Kind................

L e s e p r o b e :

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

 

  

  

  

  

  

  

  

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 


  

  

     

  

  

  

  

  

  

  

 

  

  

 

  

  

  

  

  

  

  

  

 

  

  

  


  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

 

  

    

  

  

  

  

 

 


Ewig hinter seelischen Gittern gefangen

Zielgruppe:
Heimkinder, Erzieherinnen, Heimeltern, Jugendämter

Deutschland 1965 bis 1972

Autorin ist die im Buch beschriebene Protagonistin

1965:  Abholung vom Jugendamt und mit 5 Jahren Einweisung in ein von
           Klosterfrauen geführtes Kinderheim
1966:  mit 6 Jahren Verlegung in ein Heim für schwer erziehbare Mädchen
1972:  Entlassung aus dem Kinderheim mit 12 Jahren

Mit 5 Jahren kommt Marina in ein Heim und erlebt ab da die Hölle
ihres Kinderdaseins. Klosterfrauen, Erzieherinnen und Heimeltern
prügeln, quälen, demütigen, verspotten und schlagen die Kinder und versuchen den Willen der Kinder zu brechen. Die Seele weint, schreit nach Liebe, Wärme Geborgenheit und Freiheit.
Doch es gibt keinen Ausweg aus dieser sadistischen Hölle.

Geboren 1960 in Hessen, bis zum 5ten Lebensjahr im Elternhaus
Stiefvater Alkoholiker, Mutter Hausfrau, insgesamt  5 Kinder.   
               
       
        Erlebt, gefühlt und geschrieben von

                Marina Müller



        Copyright : © 2010 Marina Müller

            Alle Rechte bei der Autorin



                    Vorwort

Jeder Leser dieses Buches möge sich mit diesem Buch fühlen wie ein Heimkind, denn nur durch selbst Erlebtes, kann der Mensch sich verändern. Nur auf der Gefühlsebene, kann man die Menschen zum Aufwachen bewegen.
Ich möchte, dass jeder Leser fühlt und begreift, dass ein Heimkind Menschen zur Betreuung braucht und keine kalten, unbarmherzigen und brutalen Erzieher oder Erzieherinnen.

Wenn ich mit diesem Buch Menschen erreiche, die für Heimkinder die Verantwortung tragen, oder für Heimkinder kämpfen, haben Heimkinder für ihre Zukunft, etwas gewonnen.

Es kann nichts ungeschehen gemacht werden, aber  ich hoffe sehr, dass zukünftige Heimkinder leben werden und nicht in ihrem tiefsten Inneren sterben müssen, bevor sie überhaupt angefangen haben, zu leben.

Es gibt Erlebnisse sowie Ereignisse im Leben, an die man nicht gerne erinnert wird. Man verdrängt sie, versucht sie zu vergessen und doch holen sie einen immer wieder im Laufe des Lebens ein.

Dieses Buch ist kein Roman, denn ein Roman ist eine ausführliche Geschichte, die von eingebildeten Personen und Ereignissen erzählt.

Ich jedoch, versichere die Richtigkeit alles dessen, was in diesem Buch geschrieben steht. Ich habe alles, was hier von mir niedergeschrieben wurde, am eigenen Körper und in meinem Inneren erlebt, gefühlt, erlitten, ertragen, erduldet und niedergeschrieben.

Es ist die reine Wahrheit und nichts ist übertrieben, vielmehr wurde vieles gar nicht erwähnt, weil das Buch sonst zu umfangreich geworden wäre.

Ich bedauere es sehr, dass mir die deutsche Gesetzgebung und Rechtsprechung verbietet, die Namen der Täter zu erwähnen oder auch nur einen Hinweis auf diese zu geben.




Der Heimvater kommt zu mir und zieht mich an meinem Ohr vom Stuhl hoch. „Du kleine, von Gott nicht gewollte Rotzgöre, es reicht mir jetzt mit dir! Immer machst du nur Ärger, Tante Gertrud erteilt dir jetzt eine Lektion, die für euch missratenen Kinder das Beste ist und die du nie vergessen wirst!“

„Ich habe nun mal Angst vor Wespen!“, widersprach ich vor lauter Angst, was jetzt wieder auf mich zukommen würde. Auch wenn ich nicht wusste, was da auf mich zu kommt, so spürte ich doch, es kann nichts Gutes sein. Zu diesem Zeitpunkt bin ich zehn Jahre alt. Hilfesuchend schaute ich jetzt zu Gabriele und Evi, doch die beiden schauen mich nur mit einem solch traurigen Blick an, dass meine Angst ins Unermessliche stieg. Mein Blick wanderte zu Tante Gertrud, diese stand jetzt auf, grinste und wartete. Irgendwie grinste sie heute anders, schoss es mir durch den Kopf.

Der Heimvater zieht mich an meinem Ohr jetzt hinter sich her zu Tante Gertrud. Hier, sagte er zu ihr, nehmen Sie sie mit. Sie zerrt mich am Ohr über den Hof, in das Gebäude, in dem wir immer die Uhr lernten und wo sie uns lehrte, wie die Blumen heißen, welche Bäume, Kräuter und Sträucher es gibt und wo wir im Nebenraum, ab und zu spielen durften. Tante Gertrud öffnete die Tür. Sie gab mir einen so heftigen Stoß, dass ich auf den Flurboden des  Raumes landete. Nichts nahm ich mehr wahr, ich war vor Angst wie gelähmt. Ganz ruhig sprach Tante Gertrud jetzt, total ruhig:

„Heute werden wir dir deinen Ungehorsam endgültig austreiben!“, sagte sie völlig ruhig, aber in einem Ton, der mich gefrieren ließ.

Diese unheimliche Ruhe von Tante Gertrud, machte mir mehr Angst, als das übliche Gebrülle von ihr. Sie zog mich an meinem Arm vom Boden, öffnete die Tür von dem Raum, wo sie uns verschiedene Dinge lehrte und schubste mich in den Raum.

„Zieh dich aus!“, sagte sie jetzt zur mir.

„Was soll ich ausziehen?“, fragte ich ängstlich.

„Du sollst dich ganz ausziehen, du kleines Dreckstück!“

„Wie ganz?“, fragte ich nochmal, weil ich nicht glauben konnte, was sie verlangte.

„Stell dich nicht so dämlich an! Nackt meine ich, was sonst?“

Ich schämte mich und drehte mich herum. Sie lachte, sie hat ein so tiefes, böses Lachen, dass mir ein eiskalter Schauer über den Rücken läuft.

„Leg dich auf den Tisch!“, sagte sie, nachdem ich mich entkleidet hatte.

Ich fing nun doch an zu weinen. „Bitte, bitte nicht!“,  flehte ich, noch immer nicht wissend, was da jetzt auf mich zukommt. „Ich bin jetzt auch immer brav!“, jammerte ich, obwohl ich eigentlich gar nicht wusste, was ich überhaupt verbrochen haben soll.

„Leg dich auf den Tisch!“, sagte sie nochmal in drohendem Ton. Ich bin sofort wieder da!“ Sie verließ den Raum, die Angst in mir kannte jetzt keine Grenzen mehr. Wie Tante Gertrud befohlen hat, setzte ich mich jetzt aber auf den Tisch. Mir ist kalt, ich friere. Sie kam zurück, mit einer Schachtel in der Hand. „Leg dich der Länge nach hin und spreize deine Beine!“, sagte sie wieder, „sonst helfe ich dir jetzt nach.“

Ich schämte mich sehr, machte jetzt aber was sie von mir forderte und legte mich auf den Tisch. Meine Tränen waren versiegt, ich war wie gelähmt vor Angst. Sie stellte sich vor mich, meine Beine waren noch immer fest geschlossen. Mit ihren Händen spreizte sie jetzt mit Gewalt meine Beine.

„Solche Kinder wie du haben es nicht verdient, jemals selbst Kinder zu bekommen, die nur die Welt verunreinigen und Unheil bringen. Ihr seid der Abschaum der Gesellschaft!“, sagte sie.

Ich war vor Angst einer Ohnmacht sehr nahe. Dann holte sie etwas aus der Packung, was aussah wie ein Zäpfchen, nur viel größer.

Ihre Hände öffneten meine Scheide, sie schob dieses Ding hinein, soweit es ging. Schon das Eindringen  ihrer Finger in meine Scheide, tat höllisch weh.

Erst merkte ich außer diesem Schmerz ihrer Finger nichts, dann jedoch, ein paar Minuten später durchzuckte meinen Unterleib ein wahnsinniger Schmerz. Es fing an zu brennen, es brannte so fürchterlich, was sie mir da eingeführt hatte.

Nun schrie ich so laut, wie ich mich selbst noch nie habe schreien hören.

Tante Gertrud verließ den Raum und kam mit einem Rohrstock zurück. Wie von Sinnen prügelte sie  damit auf mich ein. Es war, als hätte sie nur auf diese Gelegenheit gewartet, ihren Hass gegen mich, endlich auf diese Art austoben zu können. Wie immer war es ihr völlig egal, wohin sie mich traf. Der Stock traf meinen Kopf, Rücken, Arme, Bauch und meine Beine, nur mein Gesicht ließ sie aus. Ich schloss meine Beine, wimmerte, bettelte, sie möge damit aufhören, doch sie kannte keine Gnade.
„Von solchen Kindern wie du es bist, brüllt sie jetzt,  darf es keine Nachkommen geben!“

Wieder spreizte sie meine Beine und schob noch ein weiteres Ding aus der Packung in meine Scheide.
Der Schmerz war nicht in Worte zu fassen, es war als hätte man mir eine brennende Fackel in die Scheide eingeführt. Bis heute weiß ich nicht, was sie mir da eingeführt hat. Einige Minuten danach, wird mir schwarz vor Augen, ich werde ohnmächtig. Als ich aufwachte, wusste ich im ersten Moment nicht, wo ich mich befinde. Mein ganzer Körper schmerzte, mein Unterleib brannte wie Feuer, jeder einzelne Knochen in meinem Leib tat weh, ich konnte mich nicht mehr bewegen. Ich war noch immer in demselben Raum. Ich lag jetzt auf einem

Feldbett, wie es immer im Bad stand, wenn ich wieder mal zur Strafe 14 Tage im Bad schlafen musste. Tante Gertrud hatte ein Laken unter mich gelegt. Mein Unterleib schmerzte, als habe man tausend Messer in mich hineingestoßen. Was war geschehen? Und dann war es wieder da, wie ein Film läuft alles vor meinen Augen ab. Ein Schrei drang aus meiner Kehle, ein Schrei, der mich selbst erschreckte. Ich konnte nicht aufhören zu schreien, ich schrie meine ganze Qual aus mir heraus.

Die Türe ging auf, mein Schreien verstummte. Mit Angst geweiteten Augen schaute ich zur Tür.
Es war Tante Gertrud. Sie stand in der Tür: „Höre auf zu schreien, du Abschaum der Gesellschaft!“, sagte sie in einem drohenden aber ruhigen Ton. Sie kam an mein Feldbett, hatte ein Glas Wasser in der Hand und flößte mir ein Medikament ein.

„Du musst das doch verstehen, Marina!“, sagte sie zu mir. Willst du, dass noch mehr solche armen Kinder wie du auf die Welt kommen.“

Sie sprach diese Worte so ruhig, als wäre es das Normalste, was sie mir gerade angetan hatte. „Das Medikament wird dir helfen und in einer Woche bist du wieder auf den Beinen!“ Sie drehte sich herum und verließ den Raum. Es dauerte nicht lange und das Medikament wirkte, eine wohltuende Dunkelheit
umgab mich wieder.

Wieder kam ich zu mir, ohne zu wissen wie viel Zeit inzwischen vergangen war. Mein Körper schmerzte noch immer sehr. Ich öffnete die Augen, Tante Gertrud stand mit einer Schüssel Wasser vor mir.
„Wir werden dich jetzt untenherum waschen und dir eine Heilsalbe in deine Scheide schmieren Marina!“, sagte sie als wäre sie meine fürsorgliche Pflegerin.

Sie setzte sich neben mich, schlug die Decke weg und fing an, mich mit warmem Wasser und Seife
untenherum zu waschen. Dann fuhr ihr Finger mit Salbe, tief in meine Scheide. Irgendetwas war mit mir geschehen. Ich konnte nicht einmal mehr schreien, obwohl es noch immer höllische Schmerzen waren.
Ich ließ alles ganz ruhig über mich ergehen, kein Schmerzenslaut kam mehr über meine Lippen.
„Ich gebe dir jetzt wieder dein Medikament, worauf du wieder einschlafen wirst und wenn du dann aufwachst, ist alles nicht mehr so schlimm!“, sagte sie als wolle sie mich trösten.

Ich sagte kein Wort, schluckte das Medikament und kurz darauf umgibt mich wieder diese wohltuende Dunkelheit. Bevor die Dunkelheit mich wieder umgab, flehte ich zu Gott: „Lieber Gott, lass mich nie wieder aufwachen, bitte lass mich nie wieder aufwachen!“

Ein drittes Mal kam ich zur mir. Nun konnte ich mich wieder etwas bewegen, doch die Schmerzen in meinem Unterleib sind noch immer fürchterlich. Lange lag ich nur so da, starrte die Decke an. Alles war wie tot in mir. Nur die Schmerzen zeigten mir, dass ich noch lebte. Tante Gertrud betrat wieder den Raum. Wie viel Zeit bis dahin vergangen war, weiß ich nicht.
Wieder hielt sie eine Schüssel mit warmem Wasser in der Hand. Während ich geschlafen habe, musste sie mich wohl ein paar Mal untenherum gewaschen haben und mir diese - wie ich annahm - Wundsalbe auf meine Wunden geschmiert haben.
„Nun ist doch schon wieder alles besser, Kind!“, sagte sie, als wäre das alles das Natürlichste von der Welt. Ich antwortete nichts darauf, was sollte ich auch darauf sagen.

„Nur noch ein paar Tage!“, erklärte sie jetzt wieder, „dann kannst du wieder zu den anderen Kindern!“
Sie wäscht mich, es schmerzt noch immer sehr, doch wieder kommt kein Schmerzenslaut über meine Lippen.

Zwischendurch brachte sie mir jetzt auch etwas zu essen, doch ich weigerte mich zu essen, ich konnte nicht.

„Du musst etwas essen!“, sagte sie beim nächsten Mal zu mir, „sonst muss ich das dem Heimvater sagen, dass du nichts essen willst.“

Allein diese Worte bewegten mich dazu, nun doch etwas zu essen. Die Angst vor dem Heimvater und Tante Gertrud, ist nun gar nicht mehr in Worte zu fassen, also esse ich jetzt. Mein Wunsch nach ewiger Dunkelheit ist riesengroß. In diesen Tagen der Isolation betete ich sehr oft zu Gott, dass er mich endlich von den Qualen erlösen möge. Der Tod konnte nicht schlimmer sein als das, was ich bisher in diesen, meinen Kindertagen erleben musste. Doch nichts geschah, immer wieder aufs Neue wachte ich auf. 
 
Der Heimvater ließ sich in den Tagen, die ich in diesem Raum verbracht hatte, zum Glück nicht  blicken. Tante Gertrud dagegen kam jeden Tag. Sie übte in den nächsten Tagen auch noch das Aufstehen mit mir, was bei diesen mir geschlagenen Wunden, nicht ganz so einfach war. Nach einer Woche waren die Schmerzen jedoch tatsächlich erträglich und ich durfte wieder zu den anderen Kindern.

Seit diesem Tag, nachdem ich wieder zu den anderen Kindern durfte, war ich wie eine Maschine, die man programmiert hatte, nicht wie ein lebendiges Wesen.

Ich funktionierte nur noch, ich lebte nicht mehr.
Tante Gertrud, ihr Hohn, ihre Schläge und ihre bösen abfälligen Worte, konnten mir nichts mehr anhaben.
Auch die hässlichen Worte und die Härte von Frau Zimmermann in der Schule oder die Brutalität des Heimvaters konnten mir nichts mehr anhaben.
Nichts konnte mir mehr etwas anhaben.

    Ich lebte und war doch innerlich tot.

Nach dieser brutalen Misshandlung seitens Tante Gertrud kam Gabriele eines Nachts wieder mal an mein Bett.

Sie streichelte mein Gesicht: „Marina!“, flüsterte sie, „komm zu dir, bitte komm wieder zu dir. Einigen Mädchen ist das, was dir widerfahren ist, hier auch schon geschehen, auch mir. Keine spricht über diese Woche, aber ich weiß, dass sie das gleiche durchgemacht haben wie du jetzt auch.“

„Und du lebst noch?“, fragte ich sie voller Wehmut, Verzweiflung und Traurigkeit.

„Ja, Marina, ich lebe noch. Ich weiß aber ganz genau, dass für den Heimvater, Tante Gertrud und Frau Zimmermann, der Tag hier kommt, wo sie das büßen werden, was sie mir und allen anderen Kindern hier angetan haben. Und das, Marina, und genau das lässt mich stark sein, genau das. Der Hass in mir lässt mich leben. Bitte Marina, bitte komm wieder ins Leben zurück. Ich brauche Dich!

Se i t e n z a h l :  288
A u t o r I n :  zur Vita von Marina Müller

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