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Das Ding mit der Freundschaft
Bilderbücher
Geschrieben von Kleiner Drache   

E x p o s é :

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Ich stelle hier ein Bilderbuch über die Freundschaft vor. Das Buch soll Kindern Hoffnung machen, die erleben, wie ein Geschenk abgelehnt wird. Freundschaft kann man nicht kaufen, sie entsteht.

L e s e p r o b e :

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

 

  

  

  

  

  

  

  

  

 

 

      

 

   

  

 

 

 

 

 

      

  

Endlich ist es Frühling. Die Vögel freuen sich, weil die Vogelbabys geschlüpft sind. Der Bär freut sich, weil die Bienen Blütennektar sammeln, um leckeren Honig zu machen. Die kleine Maus freut sich, weil ihr die Sonne auf die Nase scheint und die Raupe freut sich, weil sie sich bald in einen Schmetterling verwandelt. Am meisten freut sich das Eichhörnchen Bruno. Bruno pfeift fröhlich vor sich hin. Er grüßt die Vögel mit ihren Vogelbabys und wünscht dem Bär, der gerade Honig nascht, einen guten Appetit. Für die Maus pustet er ein Wölkchen weg und der Raupe hält er ein saftiges Blatt hin. Manchmal ist Bruno besonders fröhlich. Dann denkt er an Berta. Berta ist auch ein Eichhörnchen. Sie hat ein braunes Fell wie Bruno und kann fast so gut klettern wie er. Der Bär findet nichts Besonderes an ihr. Doch Bruno mag Berta. Er möchte Bertas Freund sein. „Ich muss ihr ein Geschenk machen, dann mag sie mich“, denkt Bruno. Er sucht ein paar Nüsse in seinem Vorrat.„Nüsse hat sie doch selbst, schenk ihr etwas anderes“, zwitschern die Vögel ihm zu. Bruno findet eine Eichel. „Eine Eichel ist nicht süß“, meint der Bär und leckt seine Honigfinger ab. „Ich pflücke ihr eine Blume“, ruft Bruno.  „Das ist nichts Besonderes“, findet die Maus, „der ganze Waldboden ist voll  Blumen.“ Die Raupe will Bruno nicht fragen. Sie ist zu beschäftigt mit ihrem Blatt.

Bruno klettert hoch in seine Eiche. „Ich muss Berta ein Geschenk machen“, murmelt er. Da sieht er plötzlich ein Funkeln. Es kommt von der alten Buche nebenan. Bruno ist aufgeregt. „Was war das?“

Flink klettert er zur alten Buche. Die Vögel, die dort gerade ihren Mittagsschläfchen halten, werden aufgeschreckt und flattern davon. Bruno schaut sich um. Da sieht er das Funkeln wieder, es kommt vom Elsternest. Bruno balanciert näher. Im Nest liegt ein seltsames, glänzendes Ding. Bruno hebt es vorsichtig hoch. Es ist rund wie ein Hundehalsband und golden wie die Sonne, bevor sie hinter den Bäumen verschwindet. Bruno versucht, hinein zu beißen. „Aua“, ruft er. Es ist  hart wie ein Stein. Trotzdem lässt das Ding sich biegen wie ein junger Haseltrieb. Plötzlich sieht Bruno an der einen Seite etwas rundes, glattes. Es ist durchsichtig wie klares Wasser. Dahinter bewegt sich ein kleines dünnes Stöckchen im Kreis. Ein anderes dünnes Stöckchen, das noch kleiner ist, bewegt sich nicht. Ob es kaputt ist? Bruno hält das Ding ans Ohr. Es macht leise: „Tick, tick, tick...“  Es hört sich nicht kaputt an. Bruno ist aufgeregt. „Das schenke ich Berta. Sie kann es als Halsband tragen. Berta wird sich freuen. Sie wird meine Freundin sein.“

Bruno hält Berta das Ding vor die Nase. Er ist nervös. „Da, für dich“, stammelt Bruno. „Was ist das?“ fragt Berta. „Tja, ich weiß es nicht“, gibt Bruno zu. „Kann man es essen?“, fragt Berta. „Ich... glaube nicht!“ „Duftet es wie eine Blume?“, will Berta wissen. Bruno schnüffelt an dem Ding. Es riecht nicht wie eine Blume. „Woher hast du es, gehört es dir?“, fragt Berta. Bruno wird rot. Zögernd erzählt er: „Es lag da oben im Elsternest.“

Berta ist empört. „Ich will nichts haben, was du gestohlen hast. Bring es zurück!“ Berta springt davon.

Bruno lässt die Schultern hängen. „Sie will es nicht haben“, murmelt er traurig und schlurft zur alten Buche. Er klettert langsam zum Elsternest.

Die Elster ist von ihrem Ausflug zurückgekehrt. Sie zupft ein paar Grashalme in ihrem Nest zurecht. „Da, du kannst dein Ding wiederhaben. Berta will es nicht haben,“ mault Bruno. Überrascht schaut die Elster Bruno an. „Ich verstehe kein Wort“, sagt sie zu Bruno. „Wer ist Berta?“, fragt sie. Bruno ist froh, dass er seinem Ärger Luft machen kann. Er erzählt der erstaunten Elster von Berta und dem Ding. „Das Ding heißt Uhr,“ belehrt ihn die Elster. „Was macht man mit einer Uhr?“ will Bruno wissen. Die Elster überlegt. „Man kann sie anschauen, sie glänzt in der Sonne!“ „Mehr nicht?“ wundert sich Bruno. „Naja, so genau weiß ich das nicht, du musst den Förster fragen.“ „Dir gehört sie also auch nicht“, stellt Bruno fest. „Nein, sie lag am Försterhaus auf dem oberen Fensterbrett“, gibt die Elster zu. „Meinst du, der Förster vermisst seine Uhr?“ fragt Bruno. Die Elster nickt.

„Ich bringe sie zurück!“, ruft Bruno und steckt den Kopf durch das Uhrenarmband. Dann klettert er davon. Er springt geschickt von einem Baum zum anderen in Richtung Försterhaus.
Ein anderes Eichhörnchen beobachtet ihn bewundernd. Es ist Berta. „Ob er das Ding zurückbringt?“ fragt sie sich. Neugierig klettert sie Bruno nach.

Bruno hockt neben der hohen Kastanie, die neben dem Försterhaus steht und überlegt. Das obere Fenster ist geöffnet, die Zweige reichen fast bis ans Fensterbrett heran. „Zu dumm, dass ich kein Vogel bin“, murmelt Bruno vor sich hin. Da raschelt es hinter ihm. Erschrocken dreht sich Bruno um.

Als er Berta erkennt, wird er rot. Berta, die auch ein wenig rot wird, fragt: „Kann ich dir helfen?“ Bruno erklärt Berta, dass er die Uhr auf das Fensterbrett zurücklegen möchte. „Ich weiß noch nicht, wie ich vom Ast an das Fensterbrett herankomme.“ Da hat Berta eine Idee. „Gib mir die Uhr! Komm mit!“, ruft sie.

Berta klettert voran. Sie greift nach Brunos Hand. „Halt mich gut fest!“ Bruno hält sie ganz fest. Er hat Angst, dass Berta herunterfällt. Berta hat keine Angst. Sie reckt sich zum Fenster. „Noch ein Stück weiter“, keucht  Berta. Bruno rutscht auf dem Ast noch ein Stück vor und streckt den Arm weit aus. Endlich erreicht Berta das Fensterbrett. Vorsichtig legt sie die Uhr darauf. „Zieh mich hoch!“ Bruno zieht Berta mit einem Ruck hoch.

Berta und Bruno schauen sich an. Sie fangen an zu lachen. „Toll hast du das gemacht!“, lobt Bruno. Verlegen sagt Berta: „Du bist bärenstark. Ich habe mir schon immer einen starken Freund gewünscht.“ Sie lächelt Bruno an. Gemeinsam springen sie davon.

„Hast du Bruno gesehen?“, fragt der Bär die Maus am nächsten Morgen. Die Maus räkelt sich in der Sonne. „Mmh, habe ich, eben hat er mit Berta ein Wölkchen weggepustet. Wo er jetzt ist, weiß ich nicht!“

„Wisst ihr, wo Bruno ist?“, ruft der Bär den Vögeln zu. „Nein, vorhin ist er mit Berta hier vorbeigeklettert. Er wollte Berta unsere Vogelbabys zeigen. Wo er jetzt steckt, wissen wir nicht.“
Der Bär hört die Raupe schmatzen. Zwei saftige Blätter liegen vor ihr. „Die Blätter haben mir Bruno und Berta gepflückt“, gibt die Raupe mit vollem Mund Auskunft. „Überraschung!“, tönt es plötzlich vom Baum über ihm. Der Bär schaut nach oben. Da sitzen Bruno und Berta. In der Hand halten sie eine süße, tropfende Honigwabe. „Für dich!“, rufen sie und lassen die Wabe in die großen Bärenhände fallen. Dem Bär läuft das Wasser im Mund zusammen. „Hey ihr beiden, seid ihr Freunde geworden?“, will der Bär wissen. „Das ist eine lange Geschichte, vielleicht erzählen wir sie dir mal,“ ruft Bruno „jetzt gehen wir Eicheln suchen!“ „Und Blumen pflücken!“, sagt seine Freundin Berta lächelnd.
Se i t e n z a h l : 
A u t o r I n :  zur Vita von Kleiner Drache

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